Wasserstoff-Pkw: CO2-frei, Hydrogen, Antrieb,Wasserstoffauto
Wieso das Wasserstoffauto keine gute Idee ist und daher nicht kommt

Tanken wie immer, fahren wie immer, nur mit sauberem Wasserstoff. Das wäre so schön! Leider wird es so nicht kommen, das Wasserstoffauto liegt in weiter Ferne, und es ist auch keine gute Idee! Ein Kommentar.
Bild: AUTO BILD Montage Wasserstoffauto/DPA Redakteur/Steven Haberland
Die Vorstellung ist bestechend: Das Auto der Zukunft verbrennt weder CO2-trächtiges Benzin noch Diesel, sondern fährt mit natürlichem Wasserstoff. Es lässt sich betanken wie mit herkömmlichem Sprit, die Reichweite ist groß. Hinten kommt nur Wasserdampf raus, die Luft bleibt sauber. Diese Idee finden viele gut: Der Bericht über das 15.000-Euro-Wasserstoffmobil SLRV vom Deutschen Institut für Luft- und Raumfahrttechnik gehörte zuletzt zu den meistgeklickten von autobild.de. Und wie schön wäre es: Wir fahren und tanken wie immer. Leider wird es so nicht kommen. Das Wasserstoffauto ist ein Stammtischtraum und wird es noch für lange Zeit bleiben.
Zu wenig grüner Wasserstoff verfügbar – auf Dauer
Warum? Zunächst: Wasserstoff steckt zwar in gebundener Form in jedem Teich – als Wasser. Um ihn aber als Energieträger zu gewinnen, braucht es eben das – plus einen enormen Energieaufwand. Um sauber zu sein, muss der Wasserstoff letztlich grün hergestellt werden, also mit Hilfe erneuerbarer Energien wie Windkraft oder Sonnenenergie. Nur: Es wird auch in Zukunft kaum ausreichend verfügbaren grünen Wasserstoff geben, haben Forscher jüngst errechnet. Damit hätte das H2-Auto nur dann eine Chance, wenn grüner Strom im Überfluss zur Verfügung stünde. Wird das kommen? Ich glaube nicht dran, die technischen Hürden sind zu hoch. Zudem: Das Wasserstoffauto mit Brennstoffzelle hat einen miesen Wirkungsgrad, der liegt bei 30 Prozent. Bei batterieelektrischen Autos sind es dagegen 80 Prozent.
Warum Wasserstoff logistisch ein Alptraum ist
Letztlich ist Hydrogen, so der chemische Begriff für das Element, in Hinblick auf Logistik und Unfallgefahr ein Alptraum. Stichwort Knallgas, kennen wir aus dem Chemieunterricht. Überhaupt: Es gibt kaum Tankstellen, hierzulande bieten gerade mal 100 das flüchtige Gas an, das erst superkalt flüssig wird. Tanken mit minus 40 Grad, bei einem Druck von 700 Bar – mir wird jetzt schon kalt ums Herz. Schlechte Aussichten für Wasserstoffverbrenner wie auch für die Brennstoffzellentechnik, finde ich. Welchen Sinn hat es, druckfeste, teure Tanks plus komplizierte Umwandlungstechnik ins Auto zu schrauben? Die Brennstoffzelle ist gut für U-Boote, Züge und Transporter, nicht für Pkw. Sie macht Pkw zum E-Auto mit Wasserstoffspeicher.
Warum nicht gleich der Schwenk zum E-Auto? Einfacher ist doch das direkte Laden von Strom in Akkus. Und lange Ladezeiten von E-Autos gehören bald auch der Vergangenheit an, bin ich mir sicher. Und mit wachsender Zahl von Ladestationen und Wallboxen wird der Ladeaufwand auch kleiner.
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