Mit dem EV3 hat Kia einen Skoda-Elroq-Konkurrenten im Angebot. Das kompakte Elektro-SUV ist seit November 2024 bei Händlern zu finden.
EV3 gewinnt Goldenes Lenkrad 2024
Obwohl der Kia EV3 erst noch seine erste Auslieferung feiern wird, ist er bereits jetzt ein Preisträger: Beim Goldenen Lenkrad 2024 konnte das E-Kompakt-SUV die Kategorie "Bestes Auto unter 40.000 Euro" für sich entscheiden. Besonders überzeugend waren das Platzangebot und die vielfältige Ausstattung für relativ wenig Geld.
Der Preis für den Kia EV3 startet bei 35.990 Euro für die Version mit dem 58,3-kWh-Akku. Die Langstreckenversion mit 81,4-kWh-Batterie kostet mindestens 41.390 Euro. Damit nimmt der EV3 Autos wie Smart #1 und VW ID.3 Neo ins Visier.
Aktuelles Topmodell ist die im Frühjahr 2026 eingeführte Allradversion mit 265 PS. Sie ist ab 46.880 Euro erhältlich – allerdings nur in den beiden höheren Ausstattungslinien. Demnächst dürfte sie ihren Platz an der Spitze räumen: für den bereits angekündigten, sportlichen EV3 GT.
Aktuelle Listenpreise
Auf einen Blick: Hier finden Sie die Preise für alle neu verfügbaren Fahrzeuge.
Auf den ersten Blick hat der EV3 mehr mit dem gewaltigen EV9 zu tun als mit dem Crossover EV6. Der bullige Auftritt des großen Konzern-Bruders fällt hier jedoch deutlich dezenter aus. Design-Elemente wie die großen Scheinwerfer, deren Tagfahrlicht-Signatur an ein Sternenbild erinnern soll, lehnen sich stark am großen EV9 an. Die Fronthaube ist etwas tiefer heruntergezogen.
In der Seitenlinie setzt sich der kastige Auftritt fort, wird unterstrichen von sehr eckigen und farblich abgesetzten Radhausverkleidungen und Zierblenden im Schwellerbereich. Am Heck wird dann die Optik der Front wieder aufgegriffen, die Rückleuchten bekommen das gleiche "Star Map"-Signet wie die vorderen Tagfahrleuchten.
Die Parallelen zum großen EV9 sind deutlich: Der Kia EV3 übernimmt zum Beispiel die neben der Heckscheibe hochragende Lichtsignatur.
Bild: Kia Motors
Der Heckscheibenwischer ist versteckt
Verbunden werden sie durch ein in Schwarz gehaltenes Design-Element, das gleichzeitig die hoch aufbauende Heckklappe von der Rückscheibe trennt. Und falls Sie sich fragen, wo denn der Heckscheibenwischer ist: Den hat Kia einfach im Dachkantenspoiler versteckt. Schicke Detaillösung!
Bemerkenswert ist die Aerodynamik des EV3, trotz seiner recht großen Stirnfläche und den 19-Zoll-Rädern kommt das SUV auf einen cw-Wert von 0,267. Möglich macht das unter anderem eine 3D-Unterbodenabdeckung, außerdem gibt es aktive Luftklappen.
Die Abmessungen auf einen Blick:
Länge: 4300 mm
Breite: 1850 mm
Höhe: 1560 mm
Radstand: 2680 mm
Kofferraumvolumen: 460 bis 1250 l (+25 l im Frunk)
Kia erweitert die Antriebspalette des EV3 um eine Allradversion. Sie erhält einen zusätzlichen Motor an der Hinterachse. Die Systemleistung steigt damit auf 265 PS (195 kW) und 385 Nm.
Kia positioniert diese Variante sowohl als eher sportliches Langstreckenmodell – dank des 81-kWh-Akkus sind bis zu 572 Kilometer Reichweite nach WLTP drin – als auch als praktischen Begleiter für alle, die kleinere Anhänger ziehen. Denn an den AWD kann man bis zu 1,5 Tonnen kuppeln.
Topmodell ist der EV3 GT
Stärker ist nur der EV3 GT. Die sportlichste Ausführung hat Kia Anfang 2026 vorgestellt. 292 PS (215 kW) Systemleistung stehen auf dem Datenblatt. Auch der GT kommt mit Allrad.
Ergänzt wird das Set-up durch einen speziellen GT-Fahrmodus, der Kraftverteilung, Lenkansprache und Fahrwerksabstimmung schärft und so ein deutlich sportlicheres Fahrerlebnis ermöglichen soll. Zudem gibt es virtuelle Gangwechsel, bekannt aus dem EV6 GT und dem Hyundai Ioniq 5 N.
Optisch ist der EV3 GT vor allem an den modifizierten Front- und Heckschürzen sowie der neuen Bremse zu erkennen.
Bild: Kia Motors
Mehr Leistung bringt auch bessere Fahrleistungen: Den Sprint von 0 auf 100 km/h absolviert der EV3 GT in 5,7 Sekunden. Angaben zur Höchstgeschwindigkeit oder zur Reichweite der 81,4-kWh-Batterie macht Kia bislang nicht.
Basis mit 204 PS
Der dritte Antrieb im Bunde ist das Basismodell mit 204 PS (150 kW) und 283 Nm. Bei dem kann man zwischen zwei Batteriegrößen wählen. Mit dem großen Akku, der auch in den beiden stärkeren Modellen zum Einsatz kommt, sind hier bis zu 605 Kilometer Reichweite nach WLTP drin. Der kleinere Akku fasst 58,3 kWh. Damit schafft der EV3 bis zu 436 WLTP-Kilometer.
Keine 800-Volt-Technik im EV3
Anders als EV6 und EV9 steht der EV3 nicht auf einer 800-Volt-Architektur – er muss mit 400 Volt auskommen. An der Ladesäule kann Gleichstrom E-Auto "getankt" werden. Die Ladeleistung unterscheidet sich je nach Akku. Der kleinere schafft maximal 101 kW, der größere bis zu 128 kW. In beiden Fällen braucht es unter Idealbedingungen eine halbe Stunde, um den Ladestand von zehn auf 80 Prozent zu bringen.
Für die heimische Wallbox bietet Kia serienmäßig bis zu 11 kW Ladeleistung an. Seit Frühjahr 2026 kann schnellere 22 kW als Option bestellen. Besonderheit: Genauso wie EV6 und EV9 bietet Kia beim EV3 auch bidirektionales Laden an, das Auto kann also auch als Stromquelle für die eigenen vier Wände genutzt werden.
Klar ist, dass der Koreaner ohne eine dritte Sitzreihe auskommen muss und nur als Fünfsitzer vorfährt. Aber: Eng ist es im EV3 bei Weitem nicht, auch für Großgewachsene bleibt genug Platz für Kopf und Beine.
Der geräumige Innenraum bietet zahlreiche Ablagemöglichkeiten für kleines Gepäck.
Bild: Kia Corporation
Darüber hinaus bietet der Kia auch ordentlich Stauraum fürs Gepäck, zwischen 430 und 1250 Liter passen in den Kofferraum. Die breite Heckklappe dürfte auch das Beladen sperrigerer Gegenstände erleichtern. Unter der Fronthaube, im Frunk, gibt es zusätzlichen Stauraum: Die 25 Liter reichen locker aus, um das Ladekabel unterzubringen.
Praktisch ist auch der ausziehbare Tisch in der Mittelkonsole, der während Ladepausen für die Arbeit oder zum Essen genutzt werden kann.
Viele Recycling-Materialien im EV3
In puncto Infotainment begrüßt uns im EV3 die große Display-Landschaft, die schon aus dem EV9 bekannt ist. Heißt: zwei große 12,3-Zoll-Bildschirme in einem großen Rahmen vor dem Fahrer, zwischen denen sich noch ein zusätzliches 5,3-Zoll-Display geschmuggelt hat. Das kleine Display dient ausschließlich der Klimasteuerung, während das Infotainment für die restlichen Funktionen zuständig ist.
Aufgeräumtes Cockpit mit zwei großen 12,3-Zoll-Monitoren, dazu gibt's einen kleinen 5,3-Zoll-Bildschirm für die Klimabedienung.
Bild: Kia Motors
Dazu bietet das System Over-the-air-Updates und später auch noch In-Car-Gaming, um die Ladepausen unterhaltsamer zu gestalten. Vervollständigt wird das digitale Erlebnis mit der von ChatGPT unterstützten Sprachsteuerung.
Neben dem guten Sitzkomfort und der Digitalisierung ist den Koreanern vor allem das Thema Nachhaltigkeit wichtig. So kommen beim EV3 viele recycelte Materialien zum Einsatz. In Summe sind davon am gesamten Fahrzeug 28,5 Kilogramm verbaut – beachtlich.
Ausstattung: erster Kia mit Netflix
Mit einem Update Ende 2025 war der EV3 das erste europäische Modell der Marke, für das es verschiedene Entertainment-Apps gibt – darunter der Streamingdienst Netflix. Die Apps sind in drei Pakete gebündelt, die in Kias eigenem Appstore gebucht werden können:
"Entertainment Standard" mit den Apps von Musikstreamingdiensten und YouTube
"Entertainment+" bietet zusätzlich die Apps von Videostreamingdiensten wie Netflix und Disney +
"Entertainment+ (WiFi)" bringt darüber hinaus einen WLAN-Hotspot ins Auto.
Das Software-Update funktioniert ab sofort Over-the-Air oder per Download im entsprechenden Portal. Alternativ kann es von einem Kia-Händler installiert werden.
Bild: Kia Motors
Selbstverständlich kann man diese Apps nicht während der Fahrt nutzen, sondern nur im stehenden Auto. Sie sind wohl vor allem dazu gedacht, sich die Zeit während eines Ladestopps zu vertreiben.
ChatGPT und neue Stummschaltung
Darüber hinaus gab es mit dem Software-Update weitere Anpassungen beim Infotainmentsystem. So zieht nun auf Wunsch die Sprachsteuerung mit ChatGPT in den EV3 ein. Das erste Jahr ist kostenlos, danach kostet die Option Geld.
Damit dürften aber die in unserem Test bemängelten, eingeschränkten Sprachkommandos behoben sein. Dazu wird ein Shortcut aufgespielt, mit dem sich die Warntöne des Geschwindigkeitsassistenten ausschalten lassen. Nach dem Update genügt ein längerer Druck auf die "Mute"-Taste am Lenkrad, um die Töne stumm zu schalten.
Fahren: Familien-E-Auto ohne sportliche Ambitionen
Die 204 PS des EV3, 7,9 Sekunden für Tempo 100 und maximal 170 km/h möglich sind keine rekordverdächtigen Werte, gehen aber im Rahmen der Nutzbarkeit des EV3 absolut in Ordnung. Auch das Fahrwerk ist nicht für die Rennstrecke ausgelegt.
Je nach Akkugröße ziehen zwischen den Achsen 375 respektive 470 Kilogramm in Richtung Asphalt. Im normalen Fahrbetrieb macht sich das nicht bemerkbar, erst bei dynamischen Kurvenfahrten wird das Gewicht spürbar. Bei Wechselkurven neigt das E-SUV sogar dazu, sich etwas aufzuschaukeln. Das ist nicht weiter schlimm und wohl auch der komfortablen Abstimmung geschuldet. Fiese Unebenheiten auf der Straße filtert der EV3 hervorragend weg und lässt im Zusammenspiel mit dem üppigen Raumangebot die Mittelklasse fast vergessen. Dazu tragen auch die bequemen Sitze und die außergewöhnlich gemütlichen, ja fast schon kuscheligen Kopfstützen bei.
Kia EV3: erste Fahrt
Angriff auf den ID.3: So gut ist der neue Kia EV3
Bild: Kia
Etwas seifige Bremsen
Wer den EV3 dennoch mal sportlich bewegt – weil eines der fünf Fahrprogramme es namentlich verspricht – wird feststellen, dass die Lenkung auch im Sportmodus zu synthetisch ist, die Beschleunigung nur unten heraus einen Boost bekommt (mit höherer Geschwindigkeit aber schnell wieder abnimmt) und die Bremsen bei forcierter Entschleunigung des Wagens etwas seifig wirken.
Hier würde man sich auch mit Blick auf den normalen Straßenverkehr mehr Biss und eine bessere Dosierbarkeit wünschen. Daran ändert für den Moment auch die GT-Line nichts. In der nahezu voll ausgestatteten Variante geht es lediglich um Optik, nicht aber um Fahrdynamik.
Fazit von Holger Preiss: Der Kia EV3 erfreut mit guter Verarbeitung, viel Platz, ordentlicher Reichweite und akzeptablen Ladezeiten. Auch der Preis ist angesichts des Gebotenen fair. Ob das reicht, die E-Mobilitäts-Zweifler zu überzeugen, bleibt abzuwarten.
Test: EV3 geht in die richtige Richtung
Im AUTO BILD-Test konnte der Kia EV3 nicht vollends überzeugen. In dem Elektro-SUV steckt wirklich eine Menge: ein gutes Auto, ein bezahlbares E-Mobil, ein hochmoderner Begleiter, ein sicherer Familientransporter. Wie immer bei Elektrotypen gilt aber auch: Ganz so weit wie versprochen läuft's dann doch nicht.
Die Reise zur Präsentation wurde unterstützt von Kia. Unsere Standards zu Transparenz und journalistischer Unabhängigkeit finden Sie unter go2.as/unabhaengigkeit.
Kia EV3
1/10
Kia ist als etablierter Akteur auf dem Elektromarkt mittlerweile nicht mehr wegzudenken. Nach dem EV6 und dem XXL-SUV EV9 folgt jetzt der Dritte im Bunde, ein kompaktes E-SUV namens EV3. Auf den ersten ...
Bild: Kia Motors
2/10
... Blick hat der EV3 mehr mit dem gewaltigen EV9 zu tun als mit dem Crossover EV6. Der bullige Auftritt des großen Konzern-Bruders fällt hier jedoch deutlich dezenter aus. Design-Elemente wie die großen Scheinwerfer, deren Tagfahrlicht-Signatur an ein Sternenbild erinnern soll, lehnen sich stark ...
Bild: Kia Motors
3/10
... am großen EV9 an. Die Fronthaube ist etwas tiefer heruntergezogen. In der Seitenlinie setzt sich der kastige Auftritt fort, wird unterstrichen von sehr eckigen und farblich abgesetzten Radhausverkleidungen und Zierblenden im Schwellerbereich. Am Heck wird dann die Optik der Front wieder aufgegriffen, die Rückleuchten ...
Bild: Kia Motors
4/10
... bekommen das gleiche "Star Map"-Signet wie die vordere Tagfahrleuchte. Bemerkenswert ist die Aerodynamik des EV3: Trotz seiner recht großen Stirnfläche und den 19-Zoll-Rädern kommt das SUV auf einen cw-Wert von 0,267 und fährt damit gleichauf mit dem VW ID.3. Möglich machen das unter anderem eine 3D-Unterbodenabdeckung und aktive Luftklappen. Mit den kleineren ...
Bild: Kia Motors
5/10
... Abmessungen des EV3 geht es natürlich auch im Innenraum etwas weniger geräumig zu als im EV9, jedoch fühlt man sich in keinem Moment eingeengt. Darüber hinaus bietet der Kia auch ordentlich Stauraum für Gepäck, zwischen 430 und 1250 Liter gehen in den Kofferraum. Vorne im Frunk ...
Bild: Kia Motors
6/10
... gibt es weitere 25 Liter, genug für ein Ladekabel. Dazu kommen weitere Ablagemöglichkeiten und ein ausziehbarer Tisch in der Mittelkonsole, ziemlich praktisch. In puncto Infotainment begrüßt uns im EV3 die große Display-Landschaft, die schon aus dem ...
Bild: Kia Motors
7/10
... EV9 bekannt ist. Heißt: zwei große 12,3-Zoll-Bildschirme in einem großen Rahmen vor dem Fahrer, zwischen die sich noch ein zusätzliches 5,3-Zoll-Display geschmuggelt hat. Das kleine Display dient ausschließlich der Klimasteuerung. Over-the-air-Updates, eine KI-gestützte Sprachsteuerung und In-Car-Gaming komplettieren den Innenraum. Neben dem ...
Bild: Kia Motors
8/10
... guten Sitzkomfort und der Digitalisierung ist den Koreanern vor allem das Thema Nachhaltigkeit wichtig. So kommen beim EV3 viele recycelte Materialien zum Einsatz – in Summe sind am gesamten Fahrzeug 28,5 Kilogramm davon verbaut. Der wohl größte und wichtigste Unterschied ...
Bild: Kia Motors
9/10
... dürfte in der Technik des Kia liegen. Anders als die anderen beiden Baureihen steht der EV3 nicht auf einer 800-Volt-Architektur – stattdessen muss er mit 400 Volt auskommen. Zwei Akkugrößen (58,3 und 81,4 kWh) sollen zusammen mit einer E-Maschine vorne für Reichweiten von ...
Bild: Kia Motors
10/10
... von bis zu 600 Kilometern sorgen. Geladen werden kann am DC-Charger mit bis zu 128 Kilowatt. Besonderheit: Genauso wie EV6 und EV9 bietet Kia für den EV3 bidirektionales Laden an. Das Auto kann also auch als Stromquelle für die eigenen vier Wände genutzt werden.