Test Audi A4 1.8 TFSI
Schöner fahren im A4?

Starke Töne aus Ingolstadt: Der neue A4 will sportlicher sein als alle Konkurrenten. Und das trotz Vorderradantrieb. Eine sehr selbstbewusste Ansage. AUTO BILD hat es geprüft – am Steuer des derzeitigen Basis-Benziners mit 1,8-Liter-TFSI-Motor.
- Joachim Staat
Audi will ganz nach oben, da können die Ziele nicht forsch genug formuliert sein. "Profitabelste Nobelmarke" wollen die Ingolstädter werden, der Sportwagen R8 soll gar eine Ikone wie den Porsche 911 jagen. Und dann dieser Satz: "Der neue A4 ist die sportlichste Limousine der Mittelklasse", so der Pressetext. Langsam, langsam, auf diesem Thron sitzt – Bangle hin, iDrive her – doch wohl der 3er von BMW. Ist den Audi-Leuten etwa ihr (berechtigtes) Selbstbewusstsein zu Kopf gestiegen? Unsere erste Fahrt im A4 fällt mitten ins Tief "Felisa". Es nieselt. So ein italienischer Landregen raubt selbst der sportlichsten Limousine der Mittelklasse einiges an Glanz. Zudem gibt uns Audi fürs Anschmecken keinen glamourösen V6, keinen quattro, sondern zuerst das neue Basismodell mit 1,8-Liter-Turbo-Benziner. Und mit Vorderradantrieb! Willkommen Felisa, danke für die nassen Teststrecken.
Mit neuer Größe gegen die Konkurrenz

Bild: Toni Bader
Der Vierzylinder entpuppt sich als Leisetreter

Bild: Toni Bader
Ergebnis: Der A4 schiebt die erlebbaren Grenzen des Vorderradantriebs wieder ein Stück weiter hinaus. Aber: Er ist und bleibt ein Fronttriebler, wie unser Tief Felisa schon bald entlarvt. Da konnte Audi die Vorderachse so weit nach vorn, den Motor nach unten rücken - wenn es bergauf schnell durch Serpentinen geht, wenn der Asphalt feucht wird, dann scharrt der kurveninnere Reifen wieder nach Halt. Dann drängt der A4 über die Vorderräder zum Kurvenrand und verrät das Manko des langen Radstands: Einen leichtfüßigen Tänzer hat Audi da nicht großgezogen. Sportlichste Limousine? Wohl eher Marketing-Poesie - zumindest beim Basismodell. Gut, das können die stärkeren, sportlicheren und teureren A4 später vielleicht korrigieren. An der Auswahl wird es nicht mangeln: Der A4 kommt im November zunächst mit fünf Motoren von 143 bis 265 PS, mit einem neuen, heckbetonten quattro-Antrieb, der 60 Prozent der Kraft (früher: 50) an die Hinterräder schickt, und mit einer Armada von elektronischen Gimmicks.
Drive Select macht den A4 dynamischer

Bild: Toni Bader
Fazit von AUTO BILD-Redakteur Joachim Staat
Der neue A4 hat deutlich an Fahrdynamik zugelegt. Das ist der beste Vorderradantrieb, den Audi je gebaut hat: Er kommt den Qualitäten eines 3er-BMW sehr nah. Bei Platzangebot und Preis setzt der A4 sogar Maßstäbe: In der deutschen Nobelliga wird es jetzt noch enger.
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