"EcoTest" 2017: NOx-Ranking der Schmutzigen und Sauberen

ADAC EcoTest 2017: Diesel im NOx-Ranking

— 22.08.2017

Renault toppt Liste der schmutzigen Diesel

Laut ADAC-"EcoTest" stammen die schmutzigsten Diesel von Importeuren. Hier kommen die saubersten und schmutzigsten Modelle und Marken im NOx-Ranking!

Zeigt im "EcoTest" die geringste NOx-Emission: Mercedes E 220d 9G-Tronic.

Die schmutzigsten Euro-6-Diesel kommen aus Frankreich. Das ist das Ergebnis der aktuellen Testreihe zu Stickoxid-Emissionen des ADAC, der die jüngsten Messergebnisse aus seinem "EcoTest" bekannt gegeben hat. Demnach wurden sieben der zehn größten NOx-Sünder unter den bislang getesteten Autos von Renault oder der Renault-Tochter Dacia gebaut. Ganz oben steht ein Renault Trafic Grand Combi, der in der ADAC-Messung 1024 Milligramm Stickoxid pro Kilometer herausbläst – gesetzlich erlaubt sind (auf dem Prüfstand) 80 Milligramm. Dahinter folgen Renault Talisman (932 mg/km), Dacia Duster (921 mg/km) und Renault Grand Scenic (896 mg/km). Sortiert nach Herstellern landen Renault/Dacia bei 14 vom ADAC getesteten Modellen mit einem durchschnittlichen NOx-Ausstoß von 684 Milligramm pro Kilometer mit Abstand auf dem Platz der schmutzigsten Flotte. Zum Vergleich: Die 36 getesteten Modelle von BMW/Mini stießen im Schnitt 141 Milligramm pro Kilometer aus.

Die deutschen Marken sind am saubersten

Beim Marken-NOx-Ranking des ADAC kommen die ausländischen Autobauer nicht gut weg.

Nun zeigt der Marken-Vergleich eine statistische Unschärfe: Die Anzahl der getesteten Modelle ist unterschiedlich, und die Autos in Bezug auf Motorisierung und Gewicht nicht unbedingt vergleichbar. Eine Tendenz lässt sich dennoch herauslesen, und da kommen ausländische Hersteller nicht gut weg. Hinter Renault/Dacia folgen im ADAC-NOx-Ranking Fiat/Alfa Romeo/Jeep (vier getestete Modelle, 561 mg/km im Schnitt), Ford (zehn getestete Modelle, 488 mg/km) und Hyundai/Kia (13 getestete Modelle, 421 mg/km). Die drei deutschen Autobauer BMW/Mini, der Volkswagen Konzern und Mercedes dagegen schnitten im NOx-Vergleich mit Durchschnittswerten unter 150 mg/km "am besten" ab, gefolgt von Opel (elf getestete Fahrzeuge, 236 mg/km), liegen aber dennoch weit über den gesetzlich erlaubten 80 Milligramm. Das sauberste Auto bislang kommt aus Schwaben: Der Mercedes E 220d pustete dank AdBlue-Technik nur 24 mg/km Stickoxid in die Luft. Toyota findet sich nicht im Test, weil die Anzahl der Dieselautos aus dem Konzern in Deutschland vergleichsweise gering ist. Aus diesem Grund fehlen auch Fahrzeuge von Nissan und Subaru. Hier kommt das "EcoTest"-Ranking der zehn saubersten und zehn schmutzigsten Diesel

NOx-Ranking der Schmutzigen und Sauberen

"EcoTest"-Ergebnisse mit Verbrauch und Partikel-Emission

Im März 2017 hatte der ADAC die Ergebnisse des "EcoTest" veröffentlicht, bei dem nicht nur der NOx-Ausstoß, sondern auch Verbrauch und Partikel-Emission eine Rolle spielten. Bei dieser Auswertung unter Benzinern ging der Smart fortwo mit einem hohen Testwert als Spitzenreiter beim Partikelausstoß hervor. Schlusslicht im ADAC-Gesamtranking war der Pick-up Nissan NP300 Navara.
ADAC EcoTest 2017: So wird gemessen
Die Messungen auf dem Abgasprüfstand werden durch reale Straßenmessungen (RDE, Real Driving Emissions) ergänzt. Auf dem Prüfstand werden realitätsnähere Testzyklen gefahren, der veraltete "Neue Europäische Fahrzyklus" (NEFZ) wird durch den künftigen Weltzyklus WLTC (in der Version 5.3) ersetzt. Zusätzlich wurden die Schadstoffgrenzwerte verschärft, für eine sehr gute Bewertung muss ein Auto nicht nur die Grenzwerte erfüllen, sondern spürbar unterschreiten. Die klassenabhängige CO2-Bewertung wurde abgeschafft, um alle Fahrzeuge im Test uneingeschränkt vergleichbar zu machen. Zusätzlich werden nun auch die durchschnittlichen Schadstoffemissionswerte angegeben.
Quelle: ADAC

Keine Empfehlung für Plug-in-Hybride

Sauber, Ignis! Der kleine Suzuki ist auf Platz 8 des Gesamtrankings der bislang sauberste Benziner.

Die vorderen Plätze beim ADAC EcoTest vom März 2017 belegten Elektro- und Hybridfahrzeuge (BMW i3, Toyota Prius 1.8 Hybrid Executive, Nissan Leaf Acenta). Auch das Brennstoffzellenauto Toyota Mirai erhielt die Höchstnote. Fünf Benziner erreichten im Gesamtranking vier Sterne und sind damit laut ADAC in Sachen Umweltverträglichkeit ebenfalls empfehlenswert: Suzuki Ingnis 1.2, Mitsubishi Space Star 1.2, Citroen C3 Pure Tech 100, VW Up 1.0 TSI und das Mercedes C 200 Cabriolet. Von den drei untersuchten Plug-in-Hybriden erhielt dagegen kein Fahrzeug eine Empfehlung.

Wegen Heckmotor-Konstruktion: Smart verpestet Luft

Die Ursache für den enorm hohen Partikelausstoß des Benziner-Smarts sieht der ADAC in der Heckmotor-Bauweise.

Überraschend dagegen fiel das Messergebnis beim Smart fortwo aus: Der kleine Stadtflitzer, baugleich mit dem Renault Twingo, blies nach ADAC-Messung pro Kilometer an die 8x1012 (acht Billionen) Partikel in die Luft. Ursache für diesen schlechten Wert ist laut ADAC die Bauweise mit Heckmotor: "Infolge der erhöhten thermischen Belastung aufgrund schlechterer Kühlung steigt der Ausstoß an Feinstaub beim Smart extrem an und liegt mehr als doppelt so hoch als bei den bisher schlechtesten Benzin-Direkteinspritzern", hieß es in der Erläuterung.

Test: Partikelausstoß bei Benzinern

Auch einige der seit September 2015 überprüften Benziner lagen laut ADAC-Testergebnis mit ihrem Partikelausstoß zum Teil deutlich über dem Grenzwert, der von September 2017 an gilt. Davon sind nicht nur stark motorisierte Benziner wie beispielsweise der Ford Focus RS betroffen, sondern auch Volumenmodelle wie der VW Tiguan 1.4 TSI oder der Opel Corsa 1.0 Turbo ecoFlex Edition. Bei letzterem wurden zudem erstmals erhöhte Stickoxid-Emissionen festgestellt, was bisher bei Benzinern kein Thema war.  Im Gesamtranking der saubersten Autos landet nur ein einziger der 38 getesteten Diesel unter den Top Ten: der Mercedes E220 d 9G-Tronic (Platz 9), der BMW 118d Urban Line Steptronic landete auf Platz 11. Sauberster Benziner war der Suzuki Ignis 1.2 SHVS auf Platz 8. Das laut ADAC sauberste Auto war der BMW-Stromer i3, der sowohl beim Schadstoffausstoß als auch bei der CO2-Emission die volle Punktzahl erhielt. Das ist auch für ein reines Elektroauto keine Selbstverständlichkeit, wie das Abschneiden des ebenfalls geprüften Tesla zeigt: Der Tesla Model S P90D landete auf Platz sechs, mit Abzügen in der CO2-Wertung – also wegen seines vergleichsweise höheren Energiebedarfs.

NOx-Ranking der Schmutzigen und Sauberen

Autor: Maike Schade

Stichworte:

ADAC Abgasskandal Diesel

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