Audi A6/BMW 5er/Mercedes E-Klasse: Vergleich — 04.11.2011
Die deutschen Wunder-Diesel
Drei Spaßkanonen mit Spatzendurst: Audi A6 2.0 TDI, BMW 520d Efficient Dynamics Edition und Mercedes E 220 CDI versprechen das Blaue vom Himmel. Welche Limousine löst den Zielkonflikt am besten?
Überblick: Alle News und Tests zum BMW 5er
In den bisherigen Vergleichen konnte sich stets der 520d an die Spitze setzen. Trotzdem ruht sich BMW nicht auf den Lorbeeren aus, sondern läutet eine neue Rekordrunde ein: Für 550 Euro extra gibt es ab sofort den 520d Efficient Dynamics Edition. Durch optimierte Motorsteuerung, frühere Hochschaltempfehlungen, spezielle Aeroräder und vor allem die längere Hinterachsübersetzung (1:3,077 statt 1:3,385) soll der Normverbrauch des 1,7 Tonnen schweren Viertürers auf 4,5 Liter sinken. Das entspricht 119 Gramm CO2 pro Kilometer, und so fährt der auf Effizienz getrimmte 520d bei der Steuer zum Sockelbetrag von 190 Euro pro Jahr. Für A6 und E 220 CDI dagegen wird eine Strafsteuer fällig, da sie über 120 Gramm CO2 pro Kilometer ausstoßen. Doch was sind die Papierwerte wirklich wert? Halten die drei Limousinen in der Praxis ihre Verbrauchsversprechen? AUTO BILD hat es überprüft, und das nicht nur auf der normalen Verbrauchsrunde, sondern zusätzlich auf einer speziellen Sparfahrt. Rausgekommen ist wahrlich Beachtliches. Alle drei sind Wunderdiesel und Verbrauchskünstler.Überblick: Alle News und Tests zur Mercedes E-Klasse
BMW hat nicht (viel) zu viel versprochen: 5,6 Liter schluckte der 520d bei Normalfahrt mit Vollgasanteil auf der Autobahn. Und bei bewusst sparsamer Fahrweise nur 4,8 Liter. Damit liegt er sehr nah an seinem Laborwert. Umgerechnet sind das rund 6,72 Euro reine Spritkosten pro 100 Kilometer beim aktuellen Dieselpreis. Sowohl Audi als auch Mercedes müssen sich dem Sparakrobaten aus München geschlagen geben. Beide verheizen mehr Diesel und verfehlen ihre Werksangaben stärker als der BMW. Trotzdem: Sparsamer als unsere Testkandidaten ist sonst kein schweres Prestigemodell. Billig sind die drei Business-Bomber aber nicht. Die gut ausgestatteten Testwagen kosten jeweils weit über 40.000 Euro. Am günstigsten ist der Einstieg in die Oberklasse noch beim BMW, der hier für 42.250 Euro vorfährt. Weil der Münchener auch bei Wiederverkauf und Wartung vorn liegt, sichert er sich ganz locker das Kostenkapitel. Mercedes-Käufer zahlen traditionell einen kräftigen Aufschlag. Dafür erhalten sie zwar ein großes, repräsentatives Auto, müssen aber mit Komfortschwächen leben.Bei der Qualität und den Alltagstugenden wie Platzangebot, Kofferraumvolumen sowie Zuladung herrscht quasi Gleichstand. Nur beim Trailerbetrieb hat der frontangetriebene Audi (Anhängelast 1600 Kilo) Nachteile gegenüber den beiden Hecktrieblern (2000/1900 Kilo). In konstruktiven Details zeigt der BMW die meiste Raffinesse. So öffnet der mit Komfortzugang (790 Euro) ausgerüstete Testwagen durch einen gezielten Tritt unters Heck den Kofferraum ohne jede Berührung – sehr praktisch, wenn der mit Tüten überladene Fahrer aus dem Supermarkt kommt. Außerdem nimmt die Sprachsteuerung im 520d Zielbefehle inklusive Hausnummer in einem Rutsch entgegen und arbeitet schneller als die im Audi oder Mercedes – es sind diese kleinen Nuancen, die den BMW technisch heller strahlen lassen als seine beiden Konkurrenten. Auch ein automatisiertes Notrufsystem ist bei Audi und Mercedes nicht vorhanden. Trotzdem sollte BMW bei der Sicherheitsausstattung (das System "Active Protection" kostet 310 Euro extra, kein Knieairbag) nachlegen. Wichtiger Mercedes -Vorteil: Die E-Klasse hat mit 11,30 Metern den kleinsten Wendekreis.
Überblick: Alle News und Tests zum Audi A6
Beim Abrollkomfort spricht alles für den 520d. Der mit aktiven Dämpfern bestückte Testwagen (1300 Euro) bietet ein breites Spektrum zwischen verschärftem Dynamikprogramm (Sport+) und souveränem Gleitergefühl (Comfort+). Dazu kommt der serienmäßige Eco-Pro-Modus, in dem sich die Sparfüchse austoben. Durch behutsame Fahrweise sammelt der BMWPilot künstliche Bonuskilometer. Blaue Ziffern im Display zeigen, wie sich die Reichweite gegenüber dem Normal-Modus verlängert – eine nette Spielerei mit Erziehungseffekt. Zur lahmen Ente wird der Spar-520d dadurch zum Glück nicht. Wegen seiner längeren Übersetzung steigt seine Spitzengeschwindigkeit gegenüber dem normalen 520d sogar um vier km/h auf Tempo 231. Die Kehrseite: Beim Durchzug – speziell im ewig langen sechsten Gang – muss sich der BMW dem A6 und der E-Klasse geschlagen geben. Der Audi tritt als Einziger mit Luftfederung (1950 Euro) zum Vergleich an, kann damit aber nicht überzeugen. Er wirkt zwar spritzig und handlicher als 520d und E-Klasse, Absätze und kleine Unebenheiten in der Straße kommen aber zu ungefiltert in den Innenraum durch.Weitere Details zu den drei sparsamen Oberklasse-Limousinen mit Diesel gibt es in der Bildergalerie. Den kompletten Vergleich mit allen technischen Daten und Tabellen gibt's als Download im Heftarchiv.
Hintergrund: So testet AUTO BILD
| Verbräuche im Vergleich | ||||
|---|---|---|---|---|
| Modell | ECE-Verbrauch | Normalfahrt | Sparfahrt | Abweichung ECE/Normalfahrt |
| Audi A6 2.0 TDI | 4,9 Liter | 6,6 Liter | 5,2 Liter | +1,7 Liter/+35 % |
| BMW 520d | 4,5 Liter | 5,6 Liter | 4,8 Liter | +1,1 Liter/+24 % |
| Mercedes 220 CDI | 5,0 Liter | 6,2 Liter | 5,1 Liter | +1,2 Liter/+24 % |
| Fahrzeugdaten | Audi | BMW | Mercedes |
|---|---|---|---|
| Motor | Vierzylinder, Turbo, vorn längs | Vierzylinder, Turbo, vorn längs | Vierzylinder, Biturbo, vorn längs |
| Ventile/Nockenwellen | 4 pro Zylinder/2 | 4 pro Zylinder/2 | 4 pro Zylinder/2 |
| Nockenwellenantrieb | Zahnriemen | Kette | Kette |
| Hubraum | 1968 cm³ | 1995 cm³ | 2143 cm³ |
| kW (PS) bei 1/min | 130 (177)/4200 | 135 (184)/4000 | 125 (170)/3000 |
| Nm bei 1/min | 380/1750 | 380/1750 | 400/1400 |
| Vmax | 228 km/h | 231 km/h | 228 km/h |
| Getriebe | Sechsgang manuell | Sechsgang manuell | Sechsgang manuell |
| Antrieb | Vorderradantrieb | Hinterradantrieb | Hinterradantrieb |
| Bremsen vorn/hinten | Scheiben/Scheiben | Scheiben/Scheiben | Scheiben/Scheiben |
| Testwagenbereifung | 225/55 R 17 Y | 225/55 R 17 Y | 245/45 R 17 W |
| Radgröße | 8 x 17" | 8 x 17" | 8 x 17" |
| Abgas CO2 | 129 g/km | 119 g/km | 130 g/km |
| Verbrauch* | 6,0/4,4/4,9 l | 5,6/3,9/4,5 l | 6,2/4,2/5,0 l |
| Tankinhalt | 65 l/Diesel | 70 l/Diesel | 59 l/Diesel |
| Vorbeifahrgeräusch | 70 dB (A) | 72 dB (A) | 74 dB (A) |
| Anhängelast gebr./ungebr. | 1600/750 kg | 2000/750 kg | 1900/750 kg |
| Kofferraumvolumen | 530 l | 520 l | 540 l |
| Preis (wird bewertet) | 43.520 Euro** | 42.250 Euro*** | 44.952 Euro**** |
| *innerorts/außerorts/gesamt auf 100 km; **inklusive Adaptive Air Suspension 1950 Euro, Xenon Plus 1180 Euro, Akustikglas 1190 Euro und 17-Zoll-Bereifung 700 Euro; ***inklusive Dynamische Dämpfer Control 1300 Euro; **** inklusive Ausstattung "Avantgarde" 2261 Euro | |||
| Messwerte | Audi | BMW | Mercedes |
|---|---|---|---|
| Beschleunigung | |||
| 0–50 km/h | 3,2 s | 2,9 s | 3,0 s |
| 0–100 km/h | 8,9 s | 8,8 s | 8,9 s |
| 0–130 km/h | 14,8 s | 14,8 s | 14,5 s |
| Elastizität | |||
| 60–100 km/h | 6,3 s (4. Gang) | 7,7 s (4. Gang) | 7,0 s (4. Gang) |
| 80–120 km/h | 12,1 s (6. Gang) | 16,4 s (6. Gang) | 12,4 s (6. Gang) |
| Leergewicht/Zuladung | 1674/481 kg | 1706/524 kg | 1760/510 kg |
| Gewichtsverteilung v./h. | 56/44 % | 50/50 % | 55/45 % |
| Wendekreis links/rechts | 12,2/12,1 m | 12,1/12,1 m | 11,3/11,3 m |
| Bremsweg | |||
| aus 100 km/h kalt | 36,9 m | 36,0 m | 36,3 m |
| aus 100 km/h warm | 36,0 m | 35,5 m | 35,5 m |
| Innengeräusch | |||
| bei 50 km/h | 58 dB (A) | 57 dB (A) | 56 dB (A) |
| bei 100 km/h | 63 dB (A) | 65 dB (A) | 64 dB (A) |
| bei 130 km/h | 68 dB (A) | 68 dB (A) | 68 dB (A) |
| Testverbrauch – CO2 | 6,6 l D – 174 g/km | 5,6 l D – 149 g/km | 6,2 l D – 164 g/km |
| Reichweite | 980 km | 1250 km | 950 km |
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Kommentare zum Artikel (511)
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naja, was verkaufen sie... billigware aus taiwan... dann würde ich auch audi fahren!
Wir statten unsere Flotte zukünftig mit Audi aus. Die BMW-Knebelverträge kamen uns teuer zu stehen. Das passiert und nicht noch mal. Es war schon eine Schande mit Bangle-Modelle bei den Kunden vorzufahren. Jetzt, mit Audi, wird man sehr für seinen guten Geschmack geschätzt und muss sich nicht mit Vorurteile auseinandersetzen. Es geht aufwärts! :)
Finde ich auch, insbesondere mit den LED Scheinwerfern... Jedoch muss ich auch zugeben das der schon 2 Jahre 5er mehr Technische Leckerbissen zu bieten hat und einige sogar schon serienmäßig... Wie gut das ich als Benz-Fahrer dem angegifte hier aus dem weg gehe :-)
Der A6 sieht meiner Meinung nach moderner als der 5er aus.
An alle Blindgänger die behauten das BMW keinen Wert auf Sicherheit legt.
1er 5 Sterne, 5er 5 Sterne, X1 5 Sterne, X3 5 Sterne
Dazu wurde BMW wiedermal Ausgezeichnet: Cars with BMW Assist Advanced eCell
Frage welcher einziger deutscher Hersteller bietet als einziger jetzt schon eCell an?
Antwort:BMW, weil es in Europa nur drei Hersteller anbieten.
www.euroncap.com