Audi Urban Concept (2011): Erlkönig

— 08.08.2011

Mit der Elektro-Seifenkiste in die Zukunft

BMW hat mit den neuen i-Modellen bereits gezeigt, wie es elektrisch in die Zukunft geht, jetzt zieht Audi nach. Auf der IAA debütiert der e-tron Urban Concept – ein schlanker 1+1-Sitzer fürs Stadtvolk.

Audi gegen BMW. Es ist das immergleiche innerbayerische Duell im Premium-Segment. In diesem Fall geht es allerdings nicht um hubraumstarke Limousinen oder schicke Firmenwagen. Inzwischen geht es um die Zukunft. Um die Elektroauto-Zukunft, um genau zu sein. BMW hat vorgelegt. Mit den Studien i3 und i8, mit einer eigenen Kohlefaser-Fabrik und mit einem Datum. 2013 will man mit einem alltagstauglichen Elektro-Kleinwagen fertig sein. Da muss Audi noch passen. Statt dessen lassen sich die Ingolstädter mit recht skurrilen Elektro-Erlkönigen bei Dreharbeiten am Potsdamer Platz in Berlin erwischen. Dieser Elektro-Knubbel geistert aktuell als "Audi Neo" durchs Internet und wird auf der IAA 2011 im September seine Weltpremiere erleben.

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Allerdings nicht unter dem Namen "Neo", sondern als Audi e-tron Urban Concept. Kurz: eine Elektro-Seifenkiste fürs Stadtvolk. Sicher würde man bei Audi viel lieber Vergleiche mit Kampfflugzeugen, vielbeinigen Spinnentieren oder dem legendären Messerschmitt Kabinenroller hören. Könnte man machen. Immerhin schiebt sich die "Tür" des Urban Concept wie bei einem Düsenjäger nach hinten auf und macht den Weg frei für Fahrer (vorne) und Passagier (hinten). Spannend ist vor allem der Blick unters noch wenig alltagstaugliche Design. Denn wer Elektroauto sagt, muss auch das Thema Leichtbau im Griff haben. Audi setzt beim e-tron Urban Concept auf ein ultraleichtes Kohlefaser-Monocoque – genau wie BMW, die solche tragenden Teile künftig sogar in Serie bauen wollen.

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Bildergalerie

Fotos: Vorschau BMW i3 Fotos: Vorschau BMW i3 Fotos: Vorschau BMW i3
Außer der Information, dass zwei e-tron-Elektromotoren den Antrieb übernehmen und die Energie aus Lithium-Ionen-Akkus stammt, sind aktuell noch keine weiteren Informationen zum bayerischen Elektro-Knubbel zu bekommen. Reichweite, Leistung, Ladezeiten? Fehlanzeige. Statt dessen spricht man bei Audi viel lieber über die "pure Essenz der sportlichen Bewegung" und die "sinnliche Faszination" des radikalen Leichtbaus. A propos handfest: Verbürgt ist zumindest die Anordnung der Insasses. Die sitzen hintereinander. Eine Konfiguration die ziemlich eindeutig enthüllt, wessen geistiges Kind Kind der Audi e-tron urban concept ist. Folgt er doch der Idee eines extrem stromlinienförmigen Sparfahrzeuges, das mit dem Einliter-Auto von VW seinen Anfang nahm, auf der IAA 2009 im VW L1 seine Fortsetzung fand und 2011 auf der Qatar Motor Show im VW XL1 gipfelte. 2013 will VW das erste Superspar-Auto als Serienmodell auf die Straße schicken. Eine Perspektive, die der Audi wohl kaum haben wird.
Fotos: Stefan Baldauf

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