Die wichtigsten Rückrufe 2014

Auto-Rückrufe 2014: Bilanz

— 11.02.2015

Rekordjahr der Rückrufe

2014 wurden so viele Autos zurückgerufen wie noch nie. Einige Hersteller mussten mehr Autos in die Werkstatt odern als sie verkauft haben.

2014 mussten mehr als 1,9 Millionen Autos mit sicherheitsrelevanten Mängeln in die Werkstatt gerufen werden.

2014 war das weltweite Rückruf-Rekordjahr. Allein die 20 wichtigsten Automarken in Deutschland, die der AUTO BILD-Qualitätsreport seit 2001 jährlich untersucht, riefen im laufenden Jahr rund 1,65 Millionen Fahrzeuge zurück. Das Center of Automotive Management (CAM) in Bergisch Gladbach analysierte für seine Jahresbilanz 127 Rückrufaktionen und kam sogar auf ein Volumen von mehr als 1,9 Millionen Fahrzeugen mit sicherheitsrelevanten Mängeln. Im Vorjahr waren laut CAM 1,09 Millionen Autos betroffen. Gemessen an den Neuzulassungen stieg die Rückrufquote auf 63 Prozent (im Vorjahr 37 Prozent) – seit der Einführung des Produktsicherheitsgesetzes im Jahr 1997 sei damit ein neuer Höchstwert erreicht worden.

Die wichtigsten Rückrufe 2014

Subaru: 6218 Neuzulassungen, rund 39.000 Rückrufe

Negativ-Spitzenreiter in der 2014er Bilanz ist Subaru mit einer Rückrufquote von 640 Prozent.

"Weit überdurchschnittlich betroffen mit Rückrufquoten zwischen 640 und 159 Prozent waren neben den japanischen Herstellern Subaru, Toyota und Honda auch die Premiummarken Jaguar-Land Rover und BMW", resümiert das CAM. Negativ-Spitzenreiter sei Subaru mit einer Rückrufquote von 640 Prozent. 2014 wurden bundesweit 6218 Subaru als Neuwagen zugelassen, und im selben Zeitraum rief die Marke laut CAM rund 39.800 Fahrzeuge (nach Subaru-Angaben 38.858 Autos)  zurück – fast ausschließlich ältere Forester, Impreza, Legacy und Outback mussten mit mangelhaftem Korrosionsschutz an den Bremsleitungen zur Nachbehandlung in die Werkstatt.

AUTO BILD-Qualitätsreport: Die Rangliste 2014

Umfrage

'Schaden Rückrufe dem Markenimage?'

Auf die zweithöchste Rückrufquote mit 261 Prozent kamen Jaguar und Land Rover, die in Deutschland insgesamt 49.301 Fahrzeuge zurückriefen. "Ein Großteil davon betraf die Modelle Jaguar XF sowie Land Rover Freelander sowie Range Rover Evoque wegen einer möglichen Kraftstoffleckage an den Rücklaufleitungen der Injektoren der Dieselmotoren", erinnern sich die Experten vom CAM.
So gut sind unsere Autos wirklich: Zum AUTO BILD-Qualitätsreport 2014

Toyota mit 240 Prozent Rückrufquote auf Rang drei

Fehlerhafte Airbags des Zulieferers Takata machten gleich mehreren Herstellern zu schaffen.

Der japanische Volumenhersteller Toyota kommt mit einer Rückrufquote von 240 Prozent (Vorjahr: 115 Prozent) auf Negativrang drei. Das Unternehmen musste auf dem deutschen Markt rund 62.000 ältere Fahrzeuge (unter anderem Avensis, Corolla, Yaris) wegen fehlerhafter Airbags des Zulieferers Takata zurückrufen. Außerdem war bei rund 78.000 Yaris und Urban Cruiser die hintere Befestigung der Lenksäule zu schwach ausgelegt.

Fehlerhafte Airbags machten auch Honda und BMW zu schaffen

Fehlerhafte Airbags machten auch Honda (186 Prozent Rückrufquote) und BMW (159 Prozent) zu schaffen. BMW rief deshalb über 460.000 Pkw in die Werkstätten. Überdurchschnittlich betroffen waren auch General Motors und Mitsubishi.

Peugeot und Citroën glänzten mit niedrigster Rückrufquote

Der PSA-Konzern (Peugeot/Citroën) glänzte mit einer Rückrufquote von nur einem Prozent.

Leicht unter dem hohen deutschen Rückruf-Mittelwert (63 Prozent) rangierten 2014 Daimler, Volkswagen (je 43 Prozent) gefolgt von Mazda, Ford, Suzuki und Hyundai. Als Marktführer in Deutschland musste der Volkswagen-Konzern mit über einer halben Million die meisten Fahrzeuge in die Werkstätten holen, während es bei GM/Opel 223.000 und bei Daimler 127.000 waren. Die französisch-japanische Allianz Renault-Nissan (32 Prozent), Fiat (22 Prozent) und Volvo (15 Prozent) kamen glimpflich davon, während PSA Peugeot-Citroen mit Rückrufen nur weniger Fahrzeuge (ein Prozent) glänzten.

"Damoklesschwert über den Autoherstellern"

"Sicherheitsrelevante Rückrufe sind nur die Spitze des Eisbergs": Stefan Bratzel vom Center of Automotive Management (CAM).

Durchschnittlich wurden 2014 pro Rückrufaktion mehr als 15.000 Fahrzeuge zurückgeordert. Im Jahr 2013 mussten bei 88 Rückrufaktionen im Mittel rund 12.400 Fahrzeuge in die Werkstätten. In den Vorjahren lag das Rückrufvolumen pro Aktion deutlich niedriger. Hohe Rückrufmengen aufgrund von Qualitätsproblemen – Studienleiter Stefan Bratzel spricht von einem "Damoklesschwert", das über den globalen Automobilherstellern hänge. Es könne zu "enormen Kosten- und Imagebelastungen" führen. Die an die Öffentlichkeit tretenden, meist sicherheitsrelevanten Rückrufe seien dabei nur die "Spitze des Eisbergs". Den Herstellern rät Bratzel, Qualitätsmängel schnell und unkompliziert zu beseitigen, um eine nachhaltige Verstimmung von Kunden zu vermeiden. Hier fehle es "teilweise an der Sensibilität der Automobilhersteller, aber auch an effizienten Eskalationsmechanismen". Grundsätzlich müssten vielerorts noch die Qualitätsmanagementsysteme der Hersteller den neuen globalen Produktentwicklungs- und Produktionsprozessen angepasst werden.

Die wichtigsten Rückrufe 2014

Autor: Michael Voß

Stichworte:

Verkehrssicherheit

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