Brennstoffzellen-Technik

— 01.02.2013

Reif, aber noch zu teuer

Sie gilt als ein vielversprechender Antrieb der Zukunft: die Brennstoffzellen-Technik. Viele Autohersteller schließen sich zusammen, um bei der Entwicklung Kosten zu sparen. Wir erklären, wie das Prinzip funktioniert.



Daimler verschiebt den Serienstart der B-Klasse mit Brennstoffzelle von 2014 auf 2017. Bis dahin soll in einer Kooperation mit Nissan und Ford ein bezahlbares Brennstoffzellenauto auf die Räder gestellt werden. Zurzeit wäre ein solcher Wagen wegen seines extrem hohen Preises nicht wettbewerbsfähig. Über höhere Stückzahlen sollen die Herstellungskosten sinken.

So funktioniert die Brennstoffzelle

Wasserstoff- (H2; kommt aus den Tanks unter der Rückbank) und Sauerstoffmoleküle (02; Zufuhr aus der Luft) ziehen einander wie Magneten an, wollen sich permanent zu Wasser (H20) verbinden.

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Die Technik beherrschen die Hersteller bereits: In zwei Minuten lässt sich ein Brennstoffzellenfahrzeug volltanken, die Wasserstofffüllung reicht für 400 Kilometer. Dabei entstehen weder Abgase noch Motorenlärm. Der Strom für den Elektromotor kommt nicht aus einer Batterie, sondern wird im Auto in der Brennstoffzelle produziert. Dieses Minikraftwerk lässt Wasserstoff und Sauerstoff kontrolliert zu Wasser reagieren, wobei elektrische Energie zum Fahren frei wird. Der eigentliche Treibstoff (oder präziser: Energieträger) ist der Wasserstoff, der zurzeit an etwa 20 Tankstellen in Deutschland in die Druckgastanks des Autos gepresst wird.

SUV aus der Zukunft: Nissan Terra Concept in Paris

Der Toyota FCV-R könnte 2015 ins Rennen um umweltbewusste Kunden gehen. Premiere für die Studie war 2013 in Detroit.

Wie beim Hybridantrieb hat die asiatische Autoindustrie die Nase vorn. Toyota startet 2015 mit "einigen 10.000 Stück pro Jahr", wahrscheinlich in einem Modell der Luxusmarke Lexus. BMW arbeitet mit den Japanern zusammen. 2015 will auch Hyundai in Korea richtig loslegen, wo bereits eine Kleinserie des ix35 FCEV vom Band läuft. Honda, GM/Opel und Ford sind ebenfalls dabei. Was noch fehlt, sind genug Wasserstoff-Zapfsäulen: Mehr als eine Milliarde Euro sind dafür in Deutschland fällig – im Energiesektor gilt das als kleine Summe.

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Professor Wolfgang Arlt von der Universität Erlangen entdeckte den Wasserstoff-Speicher Carbazol.

Schon im Sommer 2011 berichtete AUTO BILD über Carbazol. Die dieselähnliche Flüssigkeit kann doppelt so viel Wasserstoff chemisch speichern wie ein 700-Bar-Tank. Wolfgang Arlt von der Uni Erlangen entdeckte diese verblüffende Eigenschaft. E-Autos könnten Carbazol tanken und den darin enthaltenen Wasserstoff in Brennstoffzellen nutzen. Arlt ist nach wie vor von Carbazol überzeugt, allerdings sind bis zu einer Serien-Nutzung noch zahlreiche Probleme zu lösen.

Carbazol: Das elektrische Benzin



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