Drei Sportwagen im Vergleich
S-Attacke

Porsche tätowiert dem 911 Carrera das S-Label schon länger auf den Rücken. Nun tragen auch Jaguar XKR und Maserati Gran Turismo das aufpreispflichtige Abzeichen. Echter Sport oder nur Show?
- Stefan Helmreich
Klick, klack. Zündung, Anlasser, Detonation. Mit einem markerschütternden Startsalut strafft der Maserati Gran Turismo S das Trommelfell. Schon bei Achtelgas brabbelt bronchial röhrendes Tremolo, ein Zug am Runterschaltpaddel, und das Achtzylinderensemble steigert sich zum Zwischengasfurioso. Dann grollen 4,7 Liter Hubraum und 440 PS rassigen Italobass. So rauchig und sexy, als hätten sich Gianna Nannini und Zucchero nach einer durchzechten Nacht zum Guten-Morgen-A-capella vereint. Die Soundtracks der nicht gerade als Volksmusiker verrufenen Jaguar XKR-S und Porsche Carrera S klingen dagegen wie das Erntedanklied stimmbrüchiger Chorknaben. Ach so, Sie sind eher der Kuschelrocker? Sportmodus deaktivieren, dann hält die Maserati-Auspuffanlage ihre Akustikklappe und murmelt fast etwas zu beschämt vor sich hin.
Der Porsche 911 Carrera S wirkt wie der Schiedsrichter des Vergleichs

Bild: Lena Barthelmeß
In der S-Version legt der Gran Turismo sämtliche Behäbigkeit ab

Bild: Lena Barthelmeß
Cambiocorsa? Da klingelt manch leidgeprüftem Maserati-Routinier das innere Glöckchen: Smart-ähnliche Zugkraftpausen und schleppende Befehlsverwaltung verbannt die grundrenovierte, sequenzielle Maserati-Corse-Box jedoch ebenso in die Annalen wie mehrsekündiges Suchen nach dem Rückwärtsgang. Im Auto-Programm noch unauffällig, mit minimalem Wiegeschritt beim Gangtausch, scheint das Transaxle-Getriebe nach Aktivierung des manuellen Sportmodus die Ritzel zu wetzen. Oberhalb der 5500er-Marke überlagert MC-Shift Kuppel- und Schaltvorgang, minimiert so den Kraftinterruptus und ballert die Gänge in 100 Millisekunden durch. Hart, aber herrlich. Und dabei deutlich schneller als ein Lamborghini Gallardo LP 560-4. Auch Porsche liefert Schaltmuffeln nun auf Wunsch den Schnellspanner PDK. Im Testwagen werden die Gänge jedoch noch per Hand gepflückt. Ein Manko? Nicht wirklich: Glückliche, die im Carrera S einmal eine kurvige Straße verschlingen durften und den Sechsganghebel unter Zwischengassalven durch die Gassen navigiert haben, wollen ohnehin nicht mehr aussteigen. Da spielt es keine Rolle, dass das Doppelkupplungsgetriebe die Gänge schneller durchreicht.
Dem XKR-S gelingt der Spagat zwischen Dynamik und Komfort

Bild: Lena Barthelmeß
Wie sich Porsche Carrera S, Maserati Gran Turismo S und Jaguar XKR-S auf dem Sachsenring geschlagen haben, erfahren Sie in der Bildergalerie. Den kompletten Artikel mit allen Tabellen gibt es im Heftarchiv als pdf.
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