Die umstrittenen Diffusoren wurden von der FIA heute endgültig für legal erklärt

Formel 1 2009

— 15.04.2009

FIA entscheidet: Diffusoren sind legal!

Es ist offiziell: Das Berufungsgericht der FIA hat Brawn, Toyota und Williams Recht gegeben - Toyota "zufrieden" mit dem Urteil des Weltverbandes

Am Grünen Tisch im FIA-Hauptquartier am Place de la Concorde in Paris fiel heute Vormittag eine Entscheidung, die den Ausgang der Formel-1-Weltmeisterschaft 2009 maßgeblich beeinflussen könnte: Das Internationale Berufungsgericht des Weltverbandes hat die umstrittenen Diffusoren von drei beschuldigten Formel-1-Teams in letzter Instanz für legal erklärt!

Das bedeutet, dass Brawn, Toyota und Williams in der gleichen Spezifikation wie bisher zu den Rennen antreten dürfen. Die drei Boliden hatten sich bei den ersten beiden Saisonrennen als die Autos herausgestellt, die es zu schlagen gilt - man denke an die zwei Siege von Jenson Button, an die neue Stärke von Toyota oder auch an die Serienbestzeiten von Nico Rosberg in den Trainings. Angeblich bringen die Diffusoren bis zu 0,5 Sekunden pro Runde.

Worum geht es eigentlich?

In Artikel 3.12.7 des Technischen Reglements der FIA ist festgelegt, dass kein Karosserieelement, das bis zu 350 Millimeter hinter der Hinterachslinie liegt, höher als 175 Millimeter sein darf. Doch Brawn, Toyota und Williams haben nach Ansicht der Konkurrenz mit einer zweistufigen Konstruktion einen Weg gefunden, diese Regel zu umgehen - oder besser gesagt geschickt zu interpretieren, wie man nach dem heutigen FIA-Urteil formulieren muss.

Ferrari, Renault und Red Bull haben nicht direkt gegen die Diffusoren protestiert, sondern gegen die Entscheidung der Rennkommissare beim Grand Prix von Australien. Dort waren die Diffusoren in erster Instanz für legal erklärt worden. Das BMW Sauber F1 Team reichte in Malaysia einen Protest ein, der ebenfalls abgewiesen wurde, ging dagegen aber nicht in Berufung. Auch McLaren-Mercedes war gestern und heute passiv in Paris vertreten.

"Aufgrund der gehörten Argumente und aufgrund der bereits zuvor vorliegenden Beweise hat das Gericht entschieden, dass die Kommissare die fraglichen Autos richtigerweise als regelkonform eingestuft haben", hieß es kurz vor Mittag in der ersten Aussendung der FIA. Die volle Urteilsbegründung soll zu einem späteren Zeitpunkt ebenfalls öffentlich zugänglich gemacht werden, ist aber derzeit noch nicht ausformuliert.

Freude bei Toyota

"Ich war zuversichtlich", sagte Toyota-Teamchef Tadashi Yamashina, "dass das Berufungsgericht zu diesem Urteil kommen würde. Ich bin damit zufrieden. Wir haben das Technische Reglement detailliert untersucht, die FIA in diesem Vorgang konsultiert und nie daran gezweifelt, dass unser Auto regelkonform ist. Dies war eine herausfordernde Periode für die Formel 1. Ich bin froh, dass diese ausgestanden ist und dass wir uns nun auf die Rennen konzentrieren können."

Für die anderen sieben Teams bedeutet das heutige Urteil, dass nun nachgerüstet werden muss, wenn sie konkurrenzfähig sein wollen. Laut Adrian Sutil kann Force India schon bis Bahrain einen Interimsdiffusor einsetzen, während der Rest wahrscheinlich beim Europaauftakt in Spanien nachziehen wird. Doch eines ist jetzt schon klar: Das Brawn-WM-Wunder ist heute zumindest nicht unwahrscheinlicher geworden...

Fotoquelle: MST

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