SPD-Finanzminister Ingolf Deubel (Mitte) muss seinen Hut nehmen

Formel 1 2009

— 07.07.2009

Ungereimtheiten um Nürburgring-Finanzierung

In Bezug auf die Finanzierung der Erlebniswelt am Nürburgring sind Ungereimtheiten aufgetaucht - Finanzminister Ingolf Deubel nimmt seinen Hut

Am Donnerstag soll der modernisierte und mit einem eigenen Erlebnispark aufgepeppte Nürburgring 2009 eröffnet werden, doch im Vorfeld gibt es wieder einmal einen Skandal in der Eifel. Denn rechtzeitig zum Grand Prix tauchen gerade verschiedene Medienberichte über finanzielle Ungereimtheiten auf.

Dabei geht es um die angeblich private Finanzierung des über 250 Millionen Euro teuren Investments am Nürburgring, die laut Geschäftsführer Walter Kafitz "zu 100 Prozent" gesichert ist. Teilweise hätten die notwendigen Gelder von einem Schweizer namens Urs Barandun zusammengetragen werden sollen. Barandun werden jedoch vom 'SWR' und auch von Oppositionspolitikern zwielichte Geschäftspraktiken vorgeworfen.

CDU übt Kritik an der SPD

Das wurde dem rheinland-pfälzischen Finanzminister Ingolf Deubel zum Verhängnis, der im Zuge der Finanzierung des Projekts Nürburgring 2009 seinen Hut nehmen muss. "Deubel muss offenlegen, seit wann er von den Ermittlungen gegen den Geschäftspartner weiß. Parlament und Öffentlichkeit haben ein Recht darauf, zu erfahren, ob der erste Versuch, die Finanzierung über Herrn Barandun abzuwickeln, gegebenenfalls an dessen Inhaftierung gescheitert ist", so CDU-Politiker Christian Baldauf.

"Die Stunde der Wahrheit ist gekommen. Seit langem gibt es massive Zweifel an der Seriosität der Geschäftspartner der Landesregierung und am Finanzgebaren des Landes insgesamt", sagt Baldauf und schießt verbal in Richtung SPD: "Dafür trägt Ministerpräsident Kurt Beck die Verantwortung." Deubel galt stets als treuer Parteimitstreiter von Beck. Sein Rücktritt ist für die SPD auch unabhängig des Projekts Nürburgring 2009 ein herber Rückschlag.

95 Millionen Euro als Sicherheit

In die Finanzierung des Projekts sind verschiedene Privatinvestoren verwickelt, die Kritikern zufolge nicht hinreichend geprüft wurden. Außerdem betont die Opposition, dass die landeseigene Nürburgring GmbH 95 Millionen Euro als Sicherheit auf einem Bankkonto in der Schweiz deponieren musste. Auch in Zusammenhang mit diesem Depot gab es zuletzt Ungereimtheiten. Für die tatsächliche Finanzierung soll dieses Geld aber nicht verwendet werden.

Für die Nürburgring GmbH ist es äußerst bedauerlich, dass die Eröffnung der Erlebniswelt von den aktuellen Medienberichten überschattet wird. Denn die Modernisierung der traditionsreichen Strecke, die Kafitz als sein "Lebenswerk" bezeichnet, ist eines der ambitioniertesten Motorsportprojekte, die in Deutschland je umgesetzt wurden. Angeblich wurden dadurch 500 permanente Arbeitsplätze für die Zukunft geschaffen.

Fotoquelle: Nürburgring

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