An die unförmige Höcker-Nase werden sich die Fans 2012 gewöhnen müssen

Formel 1 2012

— 04.02.2012

Brundle: "Nicht unbedingt die hübschesten Autos"

Auch Martin Brundle kann der Optik der meisten Formel-1-Autos des Jahrgangs 2012 nur wenig abgewinnen - Schnelligkeit sei jedoch wichtiger als Schönheit

Nachdem Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo schon im Januar verraten hatte, dass der neue Formel-1-Ferrari hässlich aussehen werde, wurde der Präsentation der Fahrzeuge des Jahrgangs 2012 mit Spannung entgegengeblickt. Nachdem nun vier Teams ihre neuen Autos enthüllt haben, scheint bereits festzustehen: Einen Schönheitspreis werden die meisten Fahrzeuge des Jahrgangs 2012 nicht gewinnen.

"Das sind nicht unbedingt die hübschesten Autos", urteilt auch der ehemalige Formel-1-Fahrer und heutige TV-Experte Martin Brundle im Gespräch mit 'Sky Sports'. Einzige Ausnahme: "Der McLaren sieht wirklich gut aus, sie haben das gesamte Chassis niedriger gebaut. Da aber viele Chassis gleich hoch bleiben, muss man nach den Regeln die Nase etwas absenken." Diese Maßnahme erfolgte bekanntermaßen aus Gründen des Unfallschutzes. Im Fall einer Kollision zweier Autos soll die Nase so unterhalb der Cockpitöffnung bleiben.

Daher verfügen sowohl der Ferrari als auch der Force India und Caterham über einen charakteristischen Höcker auf der Nase. Brundle erinnert jedoch daran, dass die Formel 1 kein Schönheitswettbewerb ist: "Wie schon mein früherer Teamchef Ken Tyrell gesagt hat: 'Wenn sie als Erste über die Ziellinie fahren, sehen sie alle gut aus'." Während die Höcker-Nase in erster Linie ein optischer Makel ist, sei eine andere Regeländerung wesentlich entscheidender: "Die größte Veränderung fand hinten statt. Das Verbot des auspuffangeströmten Diffusors wird die Fahrer ziemlich einbremsen, während die Fans nur mit den hässlichen Nasen leben müssen", so Brundle.

Während die Mehrzahl der Teams ihre neuen Autos gleich beim ersten Test in der kommenden Woche in Jerez auf die Strecke bringen wird, geht Mercedes in diesem Jahr einen anderen Weg. Die Silberpfeile werden ihren neuen Boliden erst bei den zweiten Testfahrten in Barcelona einsetzen. Während einige Experten diesen Weg, der den Verlust von vier der zwölf Testtage vor Saisonbeginn bedeutet, kritisieren, sieht Brundle dies als eine von zwei möglichen Herangehensweisen an.

"Du kannst das Auto entweder später vorstellen und die Entwicklung zwei oder drei Wochen fortsetzen, oder du bringst es auf die Strecke und versuchst es dort zu optimieren. Dann kann man am grundsätzlich Design natürlich nichts mehr ändern", so der Brite. Hinzu kommt, dass die Teams in diesem Jahr unter besonderem Zeitdruck standen. Zwischen dem letzten Rennen der vergangenen Saison und dem ersten Test liegen nur 71 Tage.

Darüber hinaus müssen in diesem Jahr erstmals alle Crash-Tests bestanden sein, bevor das Auto auf der Strecke getestet werden darf. "Daher sagen viele Teams unmittelbar nach der Präsentation 'Hallo Medienvertreter, aus der Bahn. Wir müssen auf die Strecke gehen und unsere Arbeit machen'", so Brundle. Aus diesem Grund fand beispielsweise die Präsentation von Force India, trotz der winterlichen Temperaturen, gestern in der Boxengasse der Rennstrecke von Silverstone statt, wo im Anschluss der Rollout der VJM05 erfolgte. Andere Teams werden ihre Autos in der kommenden Woche in Jerez erstmals aus der Garage rollen.

Fotoquelle: Force India

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