Kimi Räikkönens Bestzeit vom Vormittag wurde nicht mehr unterboten

Formel 1 2012

— 07.02.2012

Jerez: Räikkönen-Bestzeit beim Testauftakt

Comeback-Superstar Kimi Räikkönen (Lotus) fährt vor Paul di Resta (Force India) die erste Bestzeit des Jahres - Verspätung beim Red-Bull-Team

Weltmeister Sebastian Vettel (Red Bull) und die beiden Superstars Fernando Alonso (Ferrari) und Lewis Hamilton (McLaren) fehlten zwar noch, trotzdem herrschte beim heutigen Auftakt der Wintertests in Jerez de la Frontera (Spanien) Hochbetrieb - und am Ende hatte tatsächlich ein Champion die Nase vorne: Kimi Räikkönen.

Der Lotus-Neuzugang scheint nach zwei Jahren Pause nicht sonderlich eingerostet zu sein, sondern hatte von der ersten Runde an sichtlich Spaß im schwarz-goldenen E20. Letztendlich blieb seine Vormittags-Bestzeit von 1:19.670 Minuten bestehen. Wie diese einzuschätzen ist? "Unmöglich zu sagen", gibt sogar Lotus-Technikchef James Allison zu. "Die Teams verfolgen verschiedene Programme und niemand kann sagen, woran die anderen gerade arbeiten."

Dickes Lob für Räikkönen

"Erst in den nächsten Tagen und Wochen kann man etwas besser einschätzen, wie es aussieht", analysiert er. Eines sei aber jetzt schon klar: "Kimi ist klasse! Er steigt ins Auto und ist auf Anhieb schnell, braucht keine Anlaufzeit. Er ist sofort entschlossen und die Rundenzeiten zeigen das. Seine Fitness ist auch gut, was es ihm erlaubt, sehr konstant zu fahren, und er hatte keine großen Schrecksekunden auf der Strecke - er scheint alles unter Kontrolle zu haben."

Interessant auch: Trotz der Regeländerungen, die die Formel 1 eigentlich um einen Tick langsamer machen müssten, waren zwei Fahrer (neben Räikkönen auch Force-India-Pilot Paul di Resta) schon heute schneller als die beste Jerez-Zeit des gesamten Jahres 2011 (1:19.832 Minuten, aufgestellt am 13. Februar von Rubens Barrichello im Williams FW33). Allzu große Bedeutung sollte man aber auch diesem Vergleich nicht beimessen.

Zeiten bestenfalls für die Galerie

Denn bei allen Teams standen grundlegende Systemchecks und ein erstes Abtasten verschiedener Setups sowie der marginal veränderten Pirelli-Reifen im Vordergrund. Umso erstaunlicher, dass es fast sieben Stunden dauerte, bis es zur ersten Unterbrechung kam: Bei Toro-Rosso-Junior Daniel Ricciardo, als Fünfter mit einer Sekunde Rückstand recht flott unterwegs, fiel der Öldruck in den Keller, worauf sich sein Ferrari-Motor automatisch abschaltete.

Nicht ganz eine Stunde später ein zweites Mal rote Flaggen: Kamui Kobayashi, mit 105 Runden der "Kilometerfresser" des Tages, blieb vor der Dry-Sac-Kurve stehen - ohne Benzin im Tank. Das war jedoch nicht das Ergebnis einer Zeitenjagd, sondern die Sauber-Ingenieure wollten die Genauigkeit der Benzinanzeige überprüfen - in der ersten Testwoche ein ganz normaler Vorgang. Bereits am Vormittag hatte Kobayashi allerdings unplanmäßig einen Teil der Bremsbelüftung verloren.

Red Bull verpasst den Vormittag

Eine kleine Unplanmäßigkeit gab es aber sogar beim Weltmeister-Team Red Bull, das erst nach drei Stunden ins Geschehen eingreifen konnte. Ursache dafür war der starke Nebel: "Ein Heckflügel kam deswegen nicht rechtzeitig an der Strecke an", gibt Chefdesigner Adrian Newey zu. Am Nachmittag lief der RB8 mit Fahrerkühlungs-Schlitz in der krummen Nase aber ohne technische Probleme: Mark Webber drehte 53 Runden und wurde mit 0,826 Sekunden Rückstand Vierter.

Auch Ferrari berichtet von einem reibungslosen Debüt des neuen Autos, auch wenn Felipe Massa mit 3,145 Sekunden Rückstand nur Neunter wurde. In den Ergebnislisten deutlich weiter vorne klassiert sind die Mercedes-Piloten: Nico Rosberg (+0,549) auf dem dritten, Michael Schumacher (+1,124) auf dem sechsten Platz. Die beiden teilten sich ein mit einigen Entwicklungskomponenten ausgestattetes 2011er-Modell. Schumacher durfte ab 15:00 Uhr von Rosberg übernehmen.

Technische Probleme bei Caterham und Williams

Jenson Button (8./+1,860) verpasste dem McLaren mit der vielleicht schönsten aller Nasen die ersten 62 Testrunden, während der frühere McLaren-Pilot Heikki Kovalainen (10./+3,508) sein Programm frühzeitig beenden musste: Erst überhitzte die Elektronik des neuen Caterham, dann verhinderte eine defekte Anlasserwelle, dass die Ingenieure den Renault-Motor noch einmal starten konnten. Bei Williams kosteten indes Getriebeprobleme Zeit.

Die doch recht zahlreich erschienenen Fans freuten sich über milde Temperaturen von bis zu 18 Grad - und über Routinier Pedro de la Rosa, der mit dem spanischen Nationalteam HRT seine ersten Kilometer zurücklegte. Genau wie Mercedes setzt aber auch HRT noch das alte Chassis ein. Komplett abwesend ist diese Woche Marussia: Das Team um Timo Glock hat sich entschieden, den ersten Test noch auszulassen.

Fotoquelle: xpb.cc

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