Mark Webber konnte erst nach drei Stunden ins Geschehen eingreifen

Formel 1 2012

— 07.02.2012

Webber nimmt verspäteten Testbeginn gelassen

Artikel-Update: Red Bull erwischte am ersten Testtag des RB8 nicht den schnellsten Auftakt, dennoch ist "Jungfern-Fahrer" Mark Webber rundum zufrieden

Fast drei Stunden musste Mark Webber heute in Jerez de la Frontera zuwarten, ehe er erstmals mit dem neuen Red-Bull-Renault RB8 auf die Strecke gehen konnte. Die neueste Version des Heckflügels war zu spät in Jerez angekommen, sodass ausgerechnet das Weltmeister-Team als Letzter sein Programm aufnehmen konnte.

"Einige Teile kamen zu spät an", bestätigt Webber. "Am Flughafen war der Nebel heute Morgen ziemlich dicht, aber letztendlich haben wir uns ganz gut davon erholt: Fast 55 Runden und das Auto lief am Nachmittag ganz gut. Morgen werden wir einen besseren Tag haben." Sein Gesamteindruck ist positiv: "Ich fühlte mich relativ schnell ziemlich wohl im Auto. Es ist noch sehr, sehr, sehr früh, aber so weit, so gut."

Kein Vorwurf ans Team

"Man hat natürlich nicht vor, drei Stunden zu opfern. Wir sind ein unglaublich gut organisiertes Team, sehr gut vorbereitet. So etwas ist für uns sehr ungewöhnlich, aber Mutter Natur kann man nicht kontrollieren", nimmt er die Verspätung relativ gelassen zur Kenntnis und macht dem Team keinen Vorwurf. "Wir waren mit dem Zeitplan etwas knapp dran und wurden dafür bestraft, aber das kann manchmal passieren."

"Durch die Verspätung kamen wir erst mittags zum Fahren", bedauert der leitende Renningenieur Ian Morgan. "Das ist einerseits frustrierend, aber andererseits war das der am wenigsten problematische Aufbau eines neuen Autos, den wir je hatten. Zum Glück tat die Verspätung nicht besonders weh, denn wegen des kühlen Wetters waren die ersten eineinhalb Stunden sowieso nicht sonderlich produktiv. Tatsächlich haben wir vielleicht eine Stunde verloren."

"Als Mark dann einmal unterwegs war, lief alles rund und es traten keine unvorhergesehenen Überraschungen auf", fährt Morgan fort. "Wir erledigten eine Menge Simulationsarbeit und wir konnten viele Erwartungen bestätigen. Es ist schön, wenn sich diese auf der Strecke erfüllen, und wir sind daher zufrieden. Morgen werden wir Reifen evaluieren. Der Testplan ist eng gesteckt und es ist schon Marks letzter Tag im Auto, bevor Sebastian übernimmt. Wir haben also eine Menge vor."

Aus dem Stand heraus schnell

Webber absolvierte insgesamt 53 Runden, war am Ende um 0,826 Sekunden langsamer als Kimi Räikkönen im Lotus - Platz vier. Ein positives Indiz ist, dass schon seine dritte gezeitete Runde schneller war als die Tagesbestzeiten von Jenson Button (McLaren) und Felipe Massa (Ferrari). "Wir sind mit dem ersten Tag ziemlich zufrieden", sagt Webber und ergänzt: "Mein Feedback ist wichtig, damit die Ingenieure darauf Rücksicht nehmen können."

Denn: "Es gibt im Vergleich zum Vorjahr viele Änderungen. Aerodynamisch ist das Konzept wegen des Reglements ein bisschen anders. Bremsen und Lenkrad funktionieren - sehr schön. Das Fahren ist aber sicherlich anders. So, wie der angeströmte Diffusor im vergangenen Jahr funktioniert hat, hat er sich stark auf die Balance des Autos ausgewirkt. Wir wussten, dass sich die Regeln dahingehend ändern würden, also haben wir versucht, darauf beim neuen Aeropaket Rücksicht zu nehmen."

"Das Siegerauto von Brasilien ist ein anderes Auto, gar keine Frage", blickt der Red-Bull-Pilot zurück. "Wir kommen aber immer mit den neuen Autos nach Jerez, während wir hier nie mit den Autos fahren, mit denen wir die Saison beenden. Daher fühlt es sich hier immer anders an, denn das sind ja noch Babys, was die Entwicklung angeht. Es wäre interessant, eines Tages mit ausgereiften Autos nach Jerez zu kommen."

Pirelli-Reifen kaum verändert

Die im Vergleich zu 2011 weicher gewordenen und enger zusammengerückten Pirelli-Reifen sind seinen Eindrücken nach "dezent anders, aber nicht enorm", was man von den Nasen nicht gerade behaupten kann. Immerhin dürfte Webber bei bis zu 18 Grad Lufttemperatur in Andalusien nicht heiß geworden sein, denn der auffällige Schlitz im Red-Bull-Nasenhöcker dient laut Designer Adrian Newey lediglich der Kühlung der Fahrer.

"Ich bin kein großer Fan der diesjährigen Nasen, aber so sind sie nun mal", gibt Webber achselzuckend zu Protokoll. "Viele Teams haben diese Route eingeschlagen. Formel-1-Autos sollten schön sein und sind es normalerweise auch. Ich finde, unser Auto sieht immer noch ganz passabel aus. Adrian baut immer schöne Autos, aber die krumme Nase ist für die Optik nicht gerade wünschenswert. So ist es halt."

Ob er mit dem RB8 näher an seinen Weltmeister-Teamkollegen Sebastian Vettel heranrücken kann als 2011, wagt der Australier indes noch nicht einzuschätzen: "Wir müssen die nächsten Tests und die ersten Rennen abwarten", winkt er ab, fügt aber an: "Bisher fühle ich mich im Auto wohl. Unterm Strich werden Kleinigkeiten den Unterschied ausmachen. Ich bin optimistisch, dass ich eine gute Saison hinlegen kann."

Fotoquelle: xpb.cc

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