Felipe Massa hatte am ersten Testtag keine technischen Probleme

Formel 1 2012

— 07.02.2012

Zurückhaltender Beginn: Intensives Programm bei Ferrari

Nicht schnell, aber defektfrei: Felipe Massa absolvierte am ersten Testtag viele Experimente - Chefdesigner Nikolas Tombazis mit Auftakt zufrieden

Den Preis für das schönste Auto der Formel-1-Saison 2012 wird der neue Ferrari sicher nicht gewinnen, aber das erklärte Ziel ist ja auch der Gewinn der Weltmeisterschaft. Beim heutigen Testauftakt in Jerez de la Frontera ging es für Felipe Massa und das Team primär darum, erste Erfahrungswerte mit dem F2012 zu sammeln.

Die Rundenzeiten, die dabei herauskamen, waren zunächst nicht berauschend: Massa schaffte es in 69 Runden nur ein einziges Mal, unter 1:23 Minuten zu bleiben (1:22.815 Minuten), und selbst die 1:24er-Barriere durchbrach er nur 14 Mal. Zum Vergleich: Der erstplatzierte Kimi Räikkönen (Lotus) fuhr gleich 23 Mal schneller als 1:23 Minuten. Das bedeutete zum Auftakt Platz neun für die Scuderia aus Maranello.

Revolution statt Evolution

Doch während Lotus und Sauber schon gestern kurz Gelegenheit hatten, ihre Shakedowns durchzuführen, und andere Teams zum Teil viele Komponenten aus dem Vorjahr übernommen haben, beginnt Ferrari wegen des revolutionären Designs quasi bei null. "Das ist ganz anders, denn es gibt Unmengen von Dingen, die wir überprüfen müssen", erklärt Chefdesigner Nikolas Tombazis die besondere Herausforderung eines solchen Neubeginns.

"Den ersten Tag haben wir damit verbracht, uns diese Parameter anzuschauen. Es stimmt, im Vergleich zu einer reinen Evolution haben wir diesmal viel mehr Arbeit vor uns", nickt er. "Wir haben die meiste Zeit dafür verwendet, Messungen durchzuführen und einige technische Lösungen miteinander zu vergleichen, um uns ein Bild davon machen zu können, wie die tatsächlichen Streckenerfahrungen mit den Daten korrelieren, die uns schon vorliegen, und welche technischen Lösungen am vielversprechendsten sind."

Tombazis spricht damit die unterschiedlichen Erkenntnisse aus Windkanal- und Streckentests an, die die Ferrari-Entwicklung zu Beginn der vergangenen Saison monatelang lähmten. Nur wenn der Windkanal richtig kalibriert ist, ist die Entwicklungsarbeit in der Fabrik sinnvoll - also testet man diese Korrelation dieses Jahr frühzeitig, um nicht wieder eine böse Überraschung zu erleben. Gerade der Auspuffbereich ist (trotz der Regeländerungen) eine aerodynamische Wissenschaft.

Analyse, Analyse, Analyse

"Wir sind bereits auf erste Antworten gestoßen, aber die Phänomene, mit denen wir es zu tun haben, sind ziemlich komplex, daher ist die Analyse des ersten Tages noch nicht abgeschlossen", gibt Tombazis zu Protokoll. "Das Ziel ist, nach dem ersten Test ein klareres Bild in all diesen Bereichen zu haben, damit wir uns für den zweiten und dritten Test einen guten Plan zurechtlegen können."

"Wir konnten heute erste Eindrücke hinsichtlich der Basiskonfiguration sammeln und wir haben einige Experimente durchgeführt. Einige haben funktioniert, andere nicht", gesteht der Grieche, der Ferraris Position im Kräfteverhältnis derzeit nicht einzuordnen wagt: "Jeder Winter bedeutet immens harte Arbeit. Jetzt zu sagen, dass wir für Australien gut gerüstet sind, wäre arrogant. Wir müssen hart arbeiten, aber wir glauben, dass wir für den ersten Tag ganz gut dastehen."

Interessante Beobachtung am Rande: Gegen Mittag stand Massa kurz an der Box, um ein Teil der Auspuff-Verkleidung entfernen zu lassen. Das muss nichts bedeuten, könnte aber signalisieren, dass Ferrari im Heckbereich mit zu hohen Temperaturen zu kämpfen hat...

Fotoquelle: xpb.cc

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