Hübsch ist anders: Die Formel 1 im Jahr 2012

Formel 1 2012

— 08.02.2012

Hembery findet die neuen Autos "verdammt hässlich"

Auch Paul Hembery kann den Fahrzeugen des Jahrgangs 2012 wenig abgewinnen - Ziel des technischen Reglements sei jedoch nicht eine gute Optik

Selten herrschte im oft zerstrittenen Formel-1-Fahrerlager eine solche Einigkeit, doch was die Optik der neuen Fahrzeuge betrifft, sind bislang alle Beteiligten einer Meinung: Einen Schönheitspreis werden die Autos des Jahrgangs 2012 sicherlich nicht gewinnen. Die markante Höckernase, die fast alle neue Boliden verunziert, sorgt bei keinem der Beteiligten für Begeisterung. Auch Pirelli-Sportchef Paul Hembery stellt da keine Ausnahme dar: "Ich sehe das nicht anders als alle anderen - sie sind verdammt hässlich!"

Bei den meisten Formel-1-Fans kommen die Höckernasen anno 2012 ebenfalls nicht gut an, wie der Brite aus der eigenen Familie berichten kann: "Mein Sohn hat zu mir gesagt: 'Das sieht ja hässlich aus!' Das ist ein 16-Jähriger, der sich nicht viel aus Regeln macht und der sich diese Autos nur anschaut, weil er die Formel 1 und den Motorsport liebt. Diese Leute finden die Autos hässlich", sagt Hembery am Dienstag im Rahmen des Testauftakts in Jerez.

Der gewöhnungsbedürftige Anblick entstand durch eine Änderung im technischen Reglement. Aus Gründen des Unfallschutzes wurde die Höhe der Fahrzeugnase auf 550 mm beschränkt, während das Chassis weiterhin 625 mm hoch sein darf. Mit Ausnahme vom McLaren, deren Chassis schon in den letzten Jahren niedriger war, entschieden sich alle Designer für einen optisch wenig ansprechenden Übergang. "Aber den Ingenieuren ist das egal, solange die Autos schnell sind. Den Fans werden die Nasen vielleicht komisch vorkommen. Schön sind sie nicht - schade. Es wird sicher kein Jahr der schönen Formel-1-Autos", so Hembery.

Der Pirelli-Sportchef, der als eines von 26 Mitgliedern der Formel-1-Kommission an der Entstehung der neuen Reglen beteiligt war, stellt fest, dass die Formel 1 bei der Formulierung der Regeln die Interessen und Wünsche der Fans oftmals nicht im Blick habe: "Es klingt vielleicht dumm zu sagen das ist hässlich, aber so denken viele Menschen, die sich nicht so intensiv mit der Materie beschäftigen wie wir." Allerdings gibt er zu bedenken, dass der Spagat zwischen attraktiver Optik, Sicherheit und hoher Wettbewerbsfähigkeit nicht leicht zu bewältigen sei: "Wo zieht man die Grenze zwischen Regeln und gutem Aussehen? Wie stellt man das an? Eine schwierige Frage."

Hembery gab jedoch zu, dass die technischen Reglen von vielen Mitgliedern der Formel-1-Kommission lediglich durchgewunken werden. "Viele Mitglieder repräsentieren Sponsoren oder Veranstalter. Wir halten uns aus den Details des technischen Reglements raus, denn das ist nicht unser Gebiet." Zwar sei die aktuelle Lösung in Sachen Optik und Show alles andere als ideal: "Aber wird es die Leute davon abhalten, die Rennen zu schauen? Nein, denn solange die Rennen spannend sind, werden sie immer schauen, ganz egal wie die Autos aussehen", lautet die Einschätzung des Briten.

Hembery kann den hässlichen Autos sogar etwas Positives abgewinnen, denn so bleibe die Formel 1 zumindest in den Schlagzeilen: "Die Leute reden zumindest darüber." Dennoch lautet sein Fazit: "Es sind merkwürdig aussehende Autos, das steht fest."

Fotoquelle: xpb.cc

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