Felipe Massa muss nach zwei Tagen nun an Fernando Alonso übergeben

Formel 1 2012

— 08.02.2012

Ferrari: Fehlstart oder nur angezogene Handbremse?

Felipe Massa räumt ein, dass Ferrari noch viel Arbeit vor sich hat, von einem Fehlstart ins neue Jahr will die Scuderia derzeit aber noch nichts wissen

Felipe Massa fuhr den Schnellsten auch am zweiten Tag der Testfahrten in Jerez de la Frontera hinterher. Mit dem neuen Ferrari F2012 belegte der Brasilianer den siebten Platz, zwar zwei Zehntelsekunden vor Jenson Button im McLaren, aber fast 1,3 Sekunden hinter Mark Webber im Red Bull, dem heute schnellsten 2012er-Fahrzeug.

Schon gestern gelangen Ferrari keine überzeugenden Rundenzeiten mit dem nach Meinung vieler Beobachter hässlichsten Modell der neuen Generation. Allerdings wird dem in der ersten Testwoche noch keine große Bedeutung beigemessen, schließlich kann der Unterschied zwischen neuen Reifen und wenig Benzin zu alten Reifen und vollem Tank mehr als fünf Sekunden pro Runde betragen. Viele Teams, so vermutet man, bluffen zu Beginn auch absichtlich.

Anderson zweifelt am Ferrari

Aber bei Ferrari sind sich da nicht alle hundertprozentig sicher: "Der Ferrari scheint sich dagegen zu wehren, eine schnelle Zeit zu setzen", analysiert der ehemalige Formel-1-Designer Gary Anderson für die 'BBC'. "Okay, sie müssen ihr Programm erledigen, aber es ist normalerweise schwierig, ein schnelles Auto zurückzuhalten. Wenn du wirklich brauchbare Daten sammeln willst, dann musst du dein Auto richtig aufladen."

Massa fuhr lange mit angezogener Handbremse, legte erst gegen Ende des Tages einen Zacken Aggressivität zu. "Die Stoppuhr ist bedeutungslos. Wir müssen so viele Daten wie möglich sammeln, um das Fahrverhalten besser zu verstehen. Erwartet also keine spektakulären Rundenzeiten von unserer Seite", beruhigt die Scuderia über ihren offiziellen Twitter-Account. "Wichtig ist, dass wir unsere Arbeit ordentlich erledigen."

Und die ist intensiver als in den vergangenen Jahren, weil das Design des neuen Ferrari besonders aggressiv ist und kaum etwas mit dem Vorgängermodell gemein hat. Das bedeutet, dass die Truppe um Technikchef Pat Fry und Chefdesigner Nikolas Tombazis mehr Zeit mit grundlegenden Systemchecks und Einstellungsfahrten verliert als etwa Red Bull, wo der RB8 vom Konzept her auf den weltmeisterlichen RB7 aufsetzt.

"Wir haben eine Menge Arbeit vor uns", seufzt Massa. "Es ist ein brandneues Auto, ganz anders als im Vorjahr. Das erfordert viel mehr Arbeit, auch weil wir mehr ausprobieren müssen. Heute fuhr ich so viele Runden und ich probierte viele verschiedene Dinge am Auto aus. Wir mussten uns auf die kleinen Dinge konzentrieren, denn die müssen wir verstehen, indem wir Daten sammeln. Morgen wird es sicher noch genauso weitergehen."

F2012 ein Massa-Ferrari?

"Ich denke, der F2012 könnte meinem Fahrstil besser liegen als das alte Auto, weil er viel weniger untersteuert", fügt er an. "Ich denke, dieses Auto hat großes Potenzial. Ist es der hässlichste Ferrari, den ich je gefahren bin? Weiß ich nicht, denn vom Cockpit aus sehe ich nur den Frontflügel und nicht die Stufe auf der Nase. Aber von außen betrachtet ist es sicher nicht das schönste Auto..."

Der 30-jährige fuhr lauter ähnlich schnelle Runs mit fünf bis sieben gezeiteten Runden, nur am Ende der Session absolvierte er zwei Longruns. Dabei ging er ganz offensichtlich auch aggressiver als davor zu Werke. Insgesamt knackte Massa heute nur viermal die 1:21er-Barriere, dreimal davon während seines zweiten Longruns am Nachmittag. Insgesamt spulte er 95 Runden ab. Zu gravierenden technischen Problemen kam es dabei nicht.

Dafür aber zu unliebsamen Überraschungen: "Die hast du mit einem neuen Auto immer", räumt er ein. "Manchmal ist das Ergebnis nicht das, was man sich wünscht. Aber das ist ja erst der Anfang unserer Arbeit, ein konstantes und konkurrenzfähiges Auto zu entwickeln." Fortfahren wird damit ab morgen Massas Teamkollege Fernando Alonso, der bisher noch nicht mit dem neuen Ferrari getestet und in Jerez als Spanier Heimvorteil hat.

Fotoquelle: Ferrari

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