Paddy Lowe (links) glaubt nicht, dass McLaren etwas übersehen hat

Formel 1 2012

— 09.02.2012

McLaren vertraut der schönsten Nase

McLaren hat die schönste Nase im aktuellen Formel-1-Feld, aber auch die beste? Paddy Lowe ist sicher, keinen Trick übersehen zu haben...

Kollisionen wie zwischen Michael Schumacher und Vitantonio Liuzzi in Abu Dhabi 2010 haben die FIA dieses Jahr zu einer Regeländerung veranlasst. Denn damit sich ein Auto nicht mit der hohen Nase verkeilen und über das andere Auto hinwegrasieren kann, wurde beschlossen, die Höhe der Formel-1-Nasen aus Sicherheitsgründen zu reduzieren.

Konkret sieht das so aus, dass das Chassis ab jenem Punkt, an dem das Monocoque endet, zum Frontflügel hin nicht mehr 62,5, sondern nur noch 55 Zentimeter hoch sein darf. Allerdings ist eine möglichst hohe Nase aerodynamisch vorteilhaft, um möglichst viel Luft in Richtung Unterboden zu leiten, was dazu führte, dass sich die Designer extrem spitze Nasen ausgedacht haben - mit einem 7,5 Zentimeter hohen Höcker vor dem Cockpit.

7,5 Zentimeter Höhe fehlen

Nur ein Team lässt sich nicht auf die neue "Hässlich-Regel" ein, wie Paddy Lowe sagt, nämlich McLaren. Technikchef Lowe und seine Kollegen setzen schon seit Jahren auf die Philosophie einer von Haus aus sehr niedrigen Frontpartie, die auch hinter dem neuralgischen Punkt nicht höher ist als 55 Zentimeter. Das macht einen hässlichen Knick überflüssig. Daher glaubt man in Woking auch nicht, eine Innovation verpasst zu haben.

"Es ist nicht so, dass wir da einen Trick übersehen haben", stellt Lowe gegenüber 'Autosport' klar. "Es ist kein Trick oder Schlupfloch, das uns nicht aufgefallen wäre. Wir haben immer gewusst, dass man das Chassis dort anheben kann, aber wir haben uns derzeit dagegen entschieden. Wir haben das auch davor nicht gemacht, als es die Einschränkungen, die es jetzt gibt, noch nicht gab. Das ist einfach die Philosophie, für die wir uns entschieden haben."

Offensichtlich ist, dass McLaren einen potenziellen aerodynamischen Vorteil opfert, um in anderen Bereichen zu punkten, etwa beim Schwerpunkt. "Wir werden nie wissen, ob das richtig oder falsch ist", gibt Lowe zu. "Einige Autos haben auch einen längeren Radstand, andere einen kürzeren. Bei diesen Dingen gibt es selten nur eine richtige Antwort, denn es kommt darauf an, welche Philosophie man verfolgt, worauf man Wert legt."

Konkurrenz schaut auf Red Bull

Die Teams, die dem Trend von Red Bull gefolgt sind und schon immer eine extrem hohe Nase hatten, "haben sich entschieden, an dieser Richtung festzuhalten. Und weil der Red Bull das schnellste Auto war, wundert es mich nicht, dass das jetzt Mode ist. Viele haben diesen Weg eingeschlagen, auch wenn es vergangenes Jahr noch nicht der Fall war", argumentiert Lowe, bleibt aber selbstbewusst genug, an das derzeit einzigartige McLaren-Design zu glauben.

Das heißt jedoch keineswegs, dass McLaren nicht auch andere Varianten evaluiert: "Einige Leute haben interessante Ideen, was diese Stufe angeht, und die schauen wir uns natürlich interessiert an", so der Technische Direktor in Woking. Möglicherweise spielt er auf den Luftschlitz an, den Red-Bull-Designer Adrian Newey in die Stufe geschnitzt hat und der angeblich nur dazu dient, kühlende Luft in die Überlebenszelle zu leiten.

Momentan muss sich McLaren aber noch damit zufrieden geben, das schönste Auto zu haben, denn das schnellste war der MP4-27 bisher nicht - Jenson Button fuhr bei den Testfahrten in Jerez de la Frontera zweimal auf Platz acht, mit jeweils rund zwei Sekunden Rückstand. Aber Lowe macht sich nichts draus: "So weit, so gut", sagt er. "Jenson ist zufrieden, hat gesagt: 'Das ist ein Auto, mit dem ich arbeiten kann.' Genau das brauchst du für eine Weltmeisterschaft."

Fotoquelle: McLaren

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