Auch mit Fernando Alonso im Cockpit läuft es bei Ferrari nicht rund

Formel 1 2012

— 09.02.2012

Ferrari: Alonso nur Siebter, Fry gibt Probleme zu

Auch an Fernando Alonsos erstem Testtag mit dem F2012 hat Ferrari sein neues Auto noch nicht verstanden, zudem sorgte ein Hydraulikproblem für eine Zwangspause

Bisher gab sich Ferrari bei den Tests in jeder Hinsicht zurückhaltend. Die Zeiten waren bescheiden, doch das muss bei einem neuen Auto noch nichts bedeuten. Die Aussagen der Teammitglieder klangen einstudiert und nach Zweck-Optimismus. Und via 'Twitter' versuchte man auch bei den emotionellen Ferraristi für Beruhigung zu sorgen, indem man präventiv ankündigte, dass man nicht auf schnelle Zeiten losgehe, sondern das Auto erst verstehen müsse.

In Summe gibt dies aber kein besonders positives Bild ab. In diese Serie reiht sich auch der dritte Testtag in Jerez ein, an dem Superstar Fernando Alonso seine Premiere im neuen F2012 erlebte. Diese begann mit einer Panne: Bereits am Vormittag wurde der Spanier zu einer Zwangspause gezwungen, die erst nach 90 Minuten beendet war. Ein Hydraulik-Problem hatte seinen Boliden lahmgelegt. Als Alonso gegen Mittag wieder auf den Kurs in Jerez de la Frontera ging, brandete auf der Haupttribüne Jubel auf - die spanischen Fans sind bescheiden geworden.

Alonso nur auf Platz sieben

Bescheidenheit ist auch beim Anblick des Tagesresultats angebracht. Alonso schaffte es mit einer persönlichen Bestzeit von 1:20,412 Minuten gerade mal auf den siebten Rang, nur Bruno Senna im Williams und Giedo van der Garde im Caterham waren langsamer.

Auf die Tages-Bestzeit von Nico Rosberg verlor Alonso 2,799 Sekunden, auf die Bestzeit eines 2012er-Autos waren es 1,993 Sekunden. Der Ferrari-Pilot fuhr seine schnellste Runde im dritten Umlauf eines 13-Runden-Runs, sein längster Run des Tages - in den meisten Runden bewegte er sich im Bereich von 1:22. In seinen insgesamt 67 Runden kam er heute nur drei Mal unter die Schallmauer von 1:21 Minuten.

Nach eigenen Angaben versucht Ferrari nach wie vor, das Verhalten des eigenen Autos zu verstehen. Inzwischen gibt man auch zu, dass man sich vom Auftakt mehr erhofft hatte. Technikchef Pat Fry stellt gegenüber 'Autosport' klar, dass er mit den bisherigen Fortschritten "nicht glücklich" sei.

Fry: Zugstreben-Vorderrad-Aufhängung nicht das Problem

"Die Zuverlässigkeit passt", sagt der Brite und meint, dass schon heute neue Teile eintreffen, um das Hydraulik-Problem zu lösen. "Ich würde aber nicht sagen, dass ich glücklich bin, solange wir die ganze Sache nicht zum Funktionieren gebracht haben." Ferrari ist das bisher einzige Team, das nicht nur hinten, sondern auch vorne auf eine Zugstreben-Aufhängung setzt. Diese sorgt für einen niedrigeren Schwerpunkt, gilt aber auch als weniger stabil. Dass es den Roten aus Maranello bis jetzt nicht gelungen ist, eine vernünftige Abstimmung für den F2012 zu finden, könnte mit dem Aufhängungs-Alleingang zusammenhängen.

Doch Fry dementiert dies: "Die Vorderrad-Aufhängung ist ehrlich gesagt keine große Sache. Es ist ein kleiner aerodynamischer Vorteil, ein kleiner Vorteil beim Schwerpunkt und ich weiß, dass es sich von dem, was die anderen in der Vergangenheit gemacht haben, unterscheidet. Es ist aber ehrlich gesagt kein großes Risiko. Das kriegt man schon in den Griff. Wir haben einfach versucht, das Letzte bei der Performance heraus zu kitzeln. Es war ein kleiner Vorteil und beim Gewicht mussten wir etwas investieren, aber wir sind leicht genug und es war die richtige Entscheidung."

Auf der Suche nach dem richtigen Setup

Auch die Basis des Autos ist laut Fry "in Ordnung. Wir sehen uns jetzt die unterschiedlichen Charakteristika an. Wir spielen uns derzeit mit dem Verhalten des Autos in der Kurve, daher probieren wir unterschiedliche Dinge am Kurveneingang, in der Mitte und am Ausgang - es geht wirklich darum, diese Faktoren richtig auszubalancieren. Es handelt sich um eine sehr große Matrix und wir probieren fast bei jedem Run eine andere Konfiguration."

Auch die Fabrik und der Simulator in Maranello sind in diesen Prozess einbezogen. Man arbeitet derzeit unter Hockdruck, denn dem Traditionsteam läuft allmählich die Zeit davon. "Da wir drei statt vier Tests haben, wird es zeitlich ein kleinwenig eng", erklärt Fry. "Wir haben noch viel Arbeit vor uns."

Dass man bisher kaum schnelle Runden gedreht, hängt auch mit dem Zeitdruck zusammen: "Wir konzentrieren uns derzeit nicht darauf, Sprit herauszunehmen und auf Rundenzeiten loszugehen. Mit nur zwölf Testtagen vor dem ersten Rennen müssen wir die Zeit, die uns zur Verfügung steht, optimal nutzen."

Fotoquelle: xpb.cc

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