Family-Business: Marino #AND# Dario Franchitti und Cousin Paul di Resta in Jerez

Formel 1 2012

— 14.02.2012

Franchitti: "Paul hat das Potenzial zum Titel"

Dario Franchitti besuchte Cousin Paul di Resta in Jerez: Worauf sich die Konkurrenz beschränkt, warum er der Formel 1 nicht nachweint und wie sich das Verhältnis verändert hat

Paul di Resta stammt aus einer Motorsport-Familie. Sein Vater Louis fuhr bereits Formel-Ford-Rennen, doch viel prominenter sind seine zwei Cousins Dario und Marino Franchitti. Dario Franchitti ist inzwischen 38 Jahre alt und einer der größten Stars der US-amerikanischen Indycar-Serie, Marino Franchitti ist 33 und seit Jahren bei Langstrecken-Rennen am Start. Große Fußstapfen also, in die der 25-jährige di Resta tritt.

Derzeit nützen die Franchitti-Brüder und di Resta die seltene Gelegenheit, Zeit miteinander zu verbringen: Der Force-India-Pilot lud die beiden zu den Tests in Jerez ein. Den Formel-1-Piloten und das Indycar-Ass verbindet eine enge Beziehung - di Resta sprach einmal von einem Verhältnis "wie zu einem älteren Bruder". Doch das Leben auf unterschiedlichen Kontinenten bietet nicht viele Gelegenheiten, einander zu sehen.

"Wir verbringen nicht viel Zeit miteinander, weil wir beide einen vollen Terminplan haben", bestätigt di Resta gegenüber 'Sky Sports'. "Dario ist in den USA beschäftigt und ich reise um die Welt. Aber Weihnachten und der Winter sind immer eine gute Zeit. Es ist schön, ihn dabei zu haben, denn der Februar ist immer eine relativ ruhige Zeit für ihn."

Konkurrenz im Fitnessraum

Das gilt zwar nicht für den Formel-1-Piloten, für den die Saison durch die Tests in Spanien im Grunde bereits im Fabruar beginnt. "Ich bin sehr beschäftigt, aber wir können gemeinsam trainieren", freut sich di Resta über einen ungewohnten Trainingspartner. Zudem erweitere es "immer den Horizont", wenn man bei einer anderen Rennserie zu Gast ist, zumal "die Formel 1 die Königsklasse des Motorsports ist. Wenn ich zu seinen Rennen fahre, nehme ich auch immer etwas mit."

Obwohl die beiden ein hervorragendes Verhältnis pflegen, kann es laut Franchitti durchaus vorkommen, dass man sich beim gemeinsamen Training aneinander misst, gibt der Schotte gegenüber 'Sky Sports' zu. "Da geben wir unser Bestes und pushen einander."

Franchitti trauert Formel-1-Karriere nicht nach

Die Konkurrenz beschränke sich aber ausschließlich auf den Fitnessraum. Franchitti spürt auch keinen Neid, weil sein Cousin im Gegensatz zu ihm den Sprung in die Formel 1 geschafft hat. "Natürlich könnte man in seinem Leben immer sagen, ich wünschte, ich hätte dies getan, ich wünschte, ich hätte das getan", sagt Franchitti.

Der Schotte kam über einen Test beim Jaguar-Formel-1-Team nicht hinaus, trauert dem verpassten Einstieg in die Königsklasse des Motorsports aber nicht nach. "Zu einem gewissen Zeitpunkt wäre es toll gewesen, in der Formel 1 zu sein", erklärt er. "Aber als es die Möglichkeit gab, da ergriff ich sie nicht. Ich hatte nicht das Gefühl, dass diese Möglichkeit besser ist als die Angebote aus den USA. Ich traf also meine Entscheidung und bin heute froh, dass ich vier Titel und zwei Mal das Indy 500 gewonnen habe. Ich würde das gegen nichts in der Welt eintauschen wollen."

Obwohl di Resta im Gegensatz zu Franchitti der Sprung in die Formel 1 gelang, blickt er nach wie vor zum älteren Cousin auf: "Ich habe großen Respekt vor dem, was er getan hat, und vor seinen Errungenschaften in den USA. Ich hoffe, dass ich einmal so erfolgreich sein werde wie er."

Tage der Ratsachläge sind vorüber

Seit di Resta Formel 1 fährt, halten sich auch die Ratschläge durch Franchitti in Grenzen. "Wenn man sich der Spitze annähert, gibt es viele Dinge, über die man sprechen kann, aber die Formel 1 ist ein ganz anderer Weg als der von Dario", erklärt di Resta den Grund. Franchitt sieht es ähnlich: "Als Paul jünger war, da konnte ich ihm Ratschläge geben, aber in seinem aktuellen Karrierestadium merke ich, dass es dafür keine Notwendigkeit mehr gibt. Er macht sein eigenes Ding und ich habe keine Erfahrung mit der Formel 1. Ich unterstütze ihn soweit es geht, aber die Tage der Ratschläge sind schon lange vorüber, was das Fahren angeht."

In den Anfangstagen war es aber ein klarer Vorteil, in einer Motorsport-Familie aufzuwachsen, stellt der Force-India-Fahrer klar. "Dario hat mich in meiner Kart- und Rennsport-Karriere immer unterstützt - das war schon toll. Wir haben alle eine gute Beziehung. Mein Vater hat Dario geholfen, als er anfing, er half dann mir."

Franchitti wünscht di Resta den WM-Titel

Jetzt darf man gespannt sein, ob di Resta Force India als Sprungbrett nutzen kann, um sich für ein Topteam zu empfehlen. Genau das wünscht ihm sein stolzer Cousin von ganzem Herzen. Denn: "Jeder weiß, dass man in der Formel 1 nur so gut wie sein Auto sein kann. Jenson und Lewis waren natürlich sehr erfolgreich, vor allem seit Jenson bei McLaren ist, aber Paul hat ein unglaubliches Potenzial. Ich bin gespannt, was er erreichen wird. Im richtigen Auto kann er Weltmeister werden."

Angesichts der italienischen Wurzeln der Familie wäre ein Ferrari-Boliden freilich prädestiniert dafür. Doch Franchitti ist diesbezüglich im Interview mit 'Sky Sports' wenig wählerisch: "Solange er in einem Auto sitzt, das titelfähig ist, bin ich glücklich."

Fotoquelle: xpb.cc

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