Michael Schumacher (hier im W02) absolvierte 50 Kilometer im neuen Auto

Formel 1 2012

— 17.02.2012

Spannung: Welcher Clou steckt im neuen Mercedes?

Nachdem die ersten Bilder des neuen Mercedes W03 zu sehen sind, beginnt die Konkurrenz mit der Analyse - Adrian Newey rätselt: Welche Besonderheiten?

Kaum hatte der neue Mercedes W03 für die Formel-1-Saison 2012 am gestrigen Donnerstag die ersten Meter auf der Kurzanbindung in Silverstone absolviert, schon tauchten im Internet erste Videosequenzen von dem Rollout auf. Nicht nur viele Fans schauten ganz genau auf die recht undeutlichen Filmaufnahmen, sondern auch die Techniker der konkurrierenden Teams. Im Formel-1-Fahrerlager stellen sich viele die Frage: Warum kommt Mercedes erst jetzt auf die Strecke?

Gerüchten zufolge soll das Fahrzeug schon vor einer Woche einsatzbereit gewesen sein. Man hätte angeblich schon beim Test in Jerez antreten können, wählte dort jedoch noch einmal das Vorjahresmodell. Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug deutete am Donnerstagabend ebenfalls an, dass der W03 nicht erst jetzt fertig wurde. Man habe den Wagen frühzeitig auf dem Prüfstand gehabt und sich die Zeit genommen, um die Entwicklung noch weiter voranzutreiben.

"Ich habe keine Ahnung, warum sie so gehandelt haben. Ein mögicher Hintergrund könnte sein, dass sie etwas am Auto haben, das einen erheblichen Vorteil bringt und leicht zu kopieren ist", sagt Red-Bull-Designer Adrian Newey der Agentur 'Reuters'. Nach Ansicht des britischen Ingenieurs könnte Mercedes den ersten Test mit dem alten Wagen bestritten haben, weil man einen Clou am neuen Wagen hat, den die Gegner möglichst spät entdecken sollen.

Sobald die Konkurrenz eine gewinnbringende Innovation am Fahrzeug eines anderen Teams entdeckt hat, beginnt ein Prozess unter Hochdruck. Die Wirkungsweise der entsprechenden Bauteile wird analysiert, um die Funktionsweise verstehen zu können. Anschließend wird eine solche Idee für das eigene Auto optimiert und gebaut. Laut Newey dauert ein solcher Prozess bei einem Topteam mit großen Ressourcen im Normalfall rund sechs Wochen.

"Wenn man es einfach nur kopiert und anbaut, ohne es vorher vernünftig zu evaluieren, dann kann man diesen Prozess noch etwas verkürzen", erklärt der Designer von Red Bull. "Im vergangenen Jahr hatten wir beim ersten Test unser Auspuffsystem dabei. McLaren hat es nach eigener Aussage bis zum ersten Rennen geschafft, ein solches System zu adaptieren. Rückblickend muss ich also sagen, dass wir damals vielleicht noch etwas hätten warten sollen", meint Newey.

Am kommenden Dienstag fallen die letzten Hüllen. Dann wird Mercedes den neuen W03 in der Boxengasse von Barcelona offiziell vorstellen und sofort die Testarbeit auf der katalonischen Strecke aufnehmen. "Wenn sie dann sofort drei Sekunden schneller sind als alle anderen, dann schauen wir ganz genau hin", so Newey. "Wenn nicht, dann messen wir dem nicht viel Bedeutung bei. In dieser Phase ist es wichtiger, sein eigenes Auto zu verstehen, als sich um die Wagen der anderen Teams zu kümmern."

Fotoquelle: xpb.cc

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