Der Ferrari F2012 verfügt auch an der Front über Zugstreben

Formel 1 2012

— 18.02.2012

Ferrari: Reifensorgen dank Zugstreben ade?

Der ehemalige Teammanager Joan Villadelprat erkennt beim Ferrari F2012 Ansätze, die einen Sprung nach vorn ermöglichen sollten

Um die Leistungsfähigkeit des neuen Ferrari F2012 ranken sich genau wie bei allen anderen Boliden für die bevorstehende Formel-1-Saison noch diverse Fragezeichen. Während man in Maranello selbst von einem "komplexen Auto" spricht, "das Teile in sich trägt, die für das Team neu sind und zunächst sorgfältig analysiert werden müssen", traut der ehemalige Teammanager Joan Villadelprat dem Braten der Italiener nicht.

"Wir dürfen nicht vergessen, dass die Ingenieure weder den Motor anrühren durften, noch das Getriebe revolutionieren konnten", schreibt der einstige Teammanger von Benetton in seiner Kolumne für 'El Pais' und spricht damit auf die geringen Freiheiten im technischen Reglement an.

Nicht nur in mechanischer Hinsicht, auch in Bezug auf die Aerodynamik lässt das aktuelle Reglement der Königsklasse kreativen Köpfen wenig Spielraum. "Bisher ist lediglich McLaren aus dem bewährten Schema ausgebrochen und hat auf die Stufe in der Nase verzichtet", hält Villadelprat fest. Red Bull setzt beim neuen RB8 zwar auch auf die unschöne Stufe, hat diese aber als einziges Team mit einem ominösen Schlitz versehen, der den Experten Rätsel aufgibt.

Während der F2012 von Ferrari hinsichtlich der Nase dem weitläufigen Trend im Formel-1-Feld 2012 entspricht, gingen die Italiener im Bereich der Radaufhängung tatsächlich einen eigenen Weg. Sowohl im Heck als auch an der Front verfügt der neueste Bolide der Scuderia über Zugstreben (Pullrods). "Diese Änderung ist signifikant, denn sie sorgt in den betroffenen Bereichen für wesentlich mehr Platz", erklärt Villadelprat. Die Konkurrenz von Ferrari vertraut an der Front auf die bewährten Schubstangen (Pushrods).

Zudem verlagert sich der Schwerpunkt des Autos durch die allumfassende Lösung mit Zugstreben geringfügig nach unten, was im Sinne einer besseren Bodenhaftung naturgemäß angestrebt wird. "Zweifelsfrei scheint dieses System dabei geholfen zu haben, dass der F2012 die Reifen schneller auf Temperatur bringt als sein Vorgänger", mutmaßt der Spanier mit Blick auf diesbezügliche Aussagen von Ferrari-Pilot Fernando Alonso.

Der Ferrari 150° Italia aus der Saison 2011 hatte bekanntlich massive Probleme, speziell die Hard-Reifen von Pirelli auf Betriebstemperatur zu bringen. Neue Erkenntnisse über die potenzielle Wettbewerbsfähigkeit des F2012 wird der am Dienstag beginnende Barcelona-Test liefern.

Fotoquelle: Ferrari

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