Keke Rosberg sieht in der Philosophie des Formel-1-Reglements ein Problem

Formel 1 2012

— 20.02.2012

Keke Rosberg bricht Lanze für die kleinen Teams

Keke Rosberg macht sich für den Erhalt der Nachzügler-Teams stark, kritisiert das aktuelle Reglement und traut Caterham einen Sprung nach vorn zu

Ex-Formel-1-Weltmeister Keke Rosberg hat der Grand-Prix-Szene zum Ende der Saison 1986 als aktiver Pilot den Rücken gekehrt. Die Geschehnisse in der Königsklasse verfolgt der Vater von Mercedes-Pilot Nico Rosberg und ehemalige Co-Kommentator von 'RTL' jedoch nach wie vor intensiv.

Vor der bevorstehenden Saison 2012 bricht der mittlerweile 63-jährige Finne eine Lanze für die kleinen Teams im Starterfeld. "Man muss irgendwo einen Anfang machen, schließlich kann man nicht einsteigen und glauben, man wäre Ferrari", sagt der Weltmeister von 1982 gegenüber dem finnischen TV-Sender 'MTV3' und fügt hinzu: "Die Formel 1 braucht die kleinen Teams, anderenfalls gäbe es nur McLaren, Ferrari und Red Bull."

Eine ausgewogene Mischung im Starterfeld zwischen Top-, Mittelfeld- und Nachzügler-Teams sei laut Rosberg unerlässlich. Der Finne sieht unter den entsprechenden Voraussetzungen durchaus die Chance für einen Aufstieg: "Erinnern wir uns an Stewart. Aus diesem Team wurde Jaguar und schließlich Red Bull."

Kritik an der Philosophie des Reglements

Von der Idee, wie sie Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo vorgeschlagen hat, dass die Topteams künftig drei Autos einsetzen sollten, hält Rosberg daher nichts. "Stellen wir uns vor, Ferrari wäre eine halbe Sekunde schneller als alle anderen." Die Zweiklassengesellschaft würde sich in diesem Fall noch extremer darstellen.

Rosberg hält es für die deutlich bessere Alternative, wenn die Topteams Vorjahreschassis zum Verkauf anbieten dürften. "Das würde die Anzahl der Fahrzeuge im Feld erhöhen und würde jungen Fahrern und Ingenieuren somit eine Chance bieten, sich zu beweisen", glaubt er.

Ein Problem sieht der Ex-Weltmeister in diesem Zusammenhang allerdings im Reglement. "Für diese Saison wurden beispielsweise die Vorschriften für die Nasen geändert", sagt Rosberg im Hinblick auf die Vorgabe, wonach der Bereich vor der Vorderachse ab sofort 750 Millimeter niedriger sein muss, als im Vorjahr. "Man kann also nicht einfach hergehen und ein Auto aus dem Vorjahr einsetzen."

Caterham kann Sprung nach vorn schaffen

Aus den Reihen der kleinen Teams Caterham, HRT und Marussia traut Rosberg derzeit am ehesten der Fernandes-Truppe einen Sprung nach vorn zu. "Dank KERS können sie den nächsten Schritt schaffen", glaubt er. Das Team von Tony Fernandes, das für seine dritte Saison in der Königsklasse neben Heikki Kovalainen den Ex-Renault-Piloten Witali Petrow verpflichtet hat, setzt beim diesjährigen Caterham CT01 erstmals auf das Energierückgewinnungssystem und damit auf die Zusatz-PS.

"Das sollte die Lücke zu Williams und Force India reduzieren", glaubt Rosberg in Bezug auf Caterham. Gleichzeitig befürchtet der Finne aber, dass der Umzug des Teams von Hingham nach Leafield "eine große Ablenkung" darstellen könnte.

"Es ist nicht damit getan, ein paar Geräte von A nach B zu bringen. Ein solcher Umzug betrifft hunderte von Leuten, von denen sicher nicht alle ihre Kinder in andere Schulen bringen wollen. Wir werden sehen, wie das Team damit fertig wird." In der Sommerpause im August will Caterham die ehemalige Arrows-Fabrik in Leafield vollständig bezogen haben. Chefingenieur Mike Gascoyne geht davon aus, dass der Umzug "die Performance kaum beeinträchtigen wird".

Fotoquelle: xpb.cc

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