Vinod Kumar und Bernie Ecclestone im Mandarin-Oriental-Hotel in London

Formel 1 2012

— 23.02.2012

Neuer Deal: Formel 1 erwacht aus dem Dornröschenschlaf

Die FOM startet endlich doch noch ins 21. Jahrhundert und holt sich dafür den indischen Serviceprovider Tata Communications an Bord

Jahrelang hat die Formel 1 die Erschließung neuer Technologien zur Verbreitung des Sports auf der ganzen Welt verschlafen, doch heute wurde in London ein richtungsweisender Deal bekannt gegeben. Denn Bernie Ecclestones Formula One Management (FOM) und die indische Firma Tata Communications haben sich auf eine mehrjährige Zusammenarbeit geeinigt.

Grundsätzlicher Gegenstand des Deals ist, dass das komplette IT-Netzwerk der Formel 1 an jenes von Tata angebunden wird. Dies beinhaltet unter anderem das Hosting der Server der offiziellen Internetseite der Formel 1, die Einspeisung aller 20 Grand-Prix-Schauplätze in ein globales Netzwerk (an welches auch das FOM-Hauptquartier in London angeschlossen ist) und verschärfte Sicherheitsvorkehrungen, um beispielsweise Serverausfällen vorzubeugen.

Ecclestone gesteht nachträglich Fehler ein

"Wir haben diese Art von Kommunikation lange Zeit ein bisschen verschlafen", gibt Ecclestone zu, "aber jetzt haben wir entschieden, dass wir aufwachen sollten. Wir haben uns am Markt umgesehen, wer uns die Dienstleistungen anbieten kann, die wir brauchen, und so sind wir auf Tata Communications gestoßen. Von all den Anbietern, mit denen wir gesprochen haben, bieten sie uns am besten das, was wir wollen."

Der Deal habe aber "nichts mit Sponsoring" zu tun und spült demnach kein Geld in den großen Einnahmentopf der Formel 1, von dem auch die Teams 50 Prozent erhalten - zumindest nicht direkt. Denn indirekt könnten durch die Erschließung digitaler Medien natürlich zusätzliche Einkünfte generiert werden. Tata wird damit jedenfalls kein Geld verdienen, sondern im Gegenteil eher draufzahlen.

Dafür verspricht man sich eine verbesserte Position auf dem Weltmarkt: "Markenbewusstsein ist für jemanden wie uns eine Herausforderung", erklärt Geschäftsführer Vinod Kumar. "Es gibt für unsere Zwecke keine bessere Marke als die Formel 1, mit der wir uns zusammentun könnten. Wenn wir es für die Formel 1 machen können, dann auch für jeden anderen." Zuvor habe man auch Engagements im Golf- und Tennissport untersucht, sich jedoch für die Formel 1 entschieden.

Vervielfachung der derzeitigen Bandbreite

"Für die Formel 1 ist das der bedeutendste Moment, seit wir die Satellitenübertragungen entdeckt haben", sagt Eddie Baker, seit Jahren Ecclestones Beauftragter für das weltweite TV- und Datensignal der Königsklasse. Tata verfügt über das weltweit größte Netzwerk an Unterwasserkabeln, sodass alle FOM-Netzwerke ab sofort die zehnfache Bandbreite nutzen können. Mittelfristig ist sogar eine Verhundertfachung anvisiert, was ganz neue Möglichkeiten öffnet.

Größter Vorteil dieser neuen Art der Datenübertragung ist einerseits, dass eine bidirektionale Kommunikation möglich ist (also nicht nur vom Broadcaster zum Endkunden, sondern auch vom Endkunden zum Broadcaster). "Die Formel 1 will die Art und Weise verändern, wie die Rennen übertragen werden, und wir spielen dabei eine große Rolle", zeigt sich Kumar stolz. Außerdem kann dank des Tata-Deals künftig viel TV-Equipment eingespart werden.

Inwiefern diese Nachricht unmittelbare Auswirkungen auf die Art und Weise, wie sich die Formel 1 der Öffentlichkeit präsentiert, haben wird, bleibt vorläufig unklar. Fest steht aber, dass Ecclestone endlich erkannt hat, dass im digitalen Bereich ganz neue Möglichkeiten liegen. So wurden sogar Social-Media-Kanäle wie Facebook und Twitter bisher nur von den Teams, aber nicht von der FOM selbst aktiv genutzt.

Fotoquelle: Tata

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