Der W03 bereitete dem Team beim ersten Test weniger Sorgen als sein Vorgänger

Formel 1 2012

— 25.02.2012

Mercedes: Bessere Ausgangslage als 2011

Ross Brawn und Nico Rosberg bilanzieren die erste Testwoche und freuen sich über eine gute Zuverlässigkeit und erklären Siege zum Saisonziel

Das Mercedes-Team zieht nach der ersten Testwoche in Barcelona ein positives Fazit. Teamchef Ross Brawn verfällt noch nicht in Optimismus, wirkt aber deutlich entspannter als noch vor einem Jahr. "Wir haben keine großen Probleme. Es funktioniert bisher alles gut", bilanziert er. "Wir befinden uns sicher in einer besseren Position als im vergangenen Jahr."

Einen klaren Fortschritt hat Mercedes bei der Zuverlässigkeit gemacht. Hatte man vor einem Jahr große Probleme, die Testprogramme mit dem W02 ohne Unterbrechungen abzuspulen, so fiel das Datensammeln mit dem W03 deutlich einfacher. "Wir haben bisher über 2.000 Kilometer abgespult", berichtet Brawn stolz. "Vergangenes Jahr haben wir meines Erachtens noch nicht einmal die Hälfte davon geschafft. Darüber sind wir sehr froh."

Gut gelaunter Rosberg

Auch Nico Rosberg macht einen glücklicheren Eindruck. Nach dem Freitagstest, an dem er mit 139 Runden der zweitfleißigste Fahrer war, scherzte er: "In meinem Vertrag steht, dass ich nach Kilometern bezahlt werde. Deshalb habe ich mir heute besonders viel Mühe gegeben." Auch wenn er den vierten Testtag als Vorletzter beendete, zog auch er ein positives Fait: "Es war ein super Tag."

"Das Auto ist sehr standfest. Das ist für das Team sehr gut. Wir haben viele verschiedene Sachen gemacht, um das Auto zu verstehen. Es ist schon recht anders mit den Reifen und der Aerodynamik", stellt der Wiesbadener fest. "Es sind schon sehr viele Dinge, die anders sind. Da muss man sich erst einmal herantasten, um sie zu verstehen."

Da Mercedes beim Jerez-Test noch mit einem modifizierten Vorjahresauto testete, war der Barcelona-Test die erste offizielle Vorstellung des 2012er-Autos. "Es war ein guter Start für uns. Man merkt, dass das Team stärker geworden ist und wir Fortschritte gemacht haben", schildert Rosberg zufrieden. "Die Basis ist im Vergleich zum vergangenen Jahr ein riesiger Schritt nach vorn. Es hat alles Hand und Fuß und passt zusammen. Es gab keine größeren Probleme und fühlt sich gut an."

Die Zuverlässigkeit stimmt

Auf Grund der zufriedenstellenden Zuverlässigkeit kam Mercedes gut durch die vorbereiteten Programme und arbeitet, auch wenn die Rundenzeiten das noch nicht wiedergeben, bereits an der Performance des W03. "Wir konzentrieren uns momentan zu 100 Prozent auf die Performance des Autos", bemerkt Rosberg und zieht einen Vergleich zu 2011: "Vergangenes Jahr haben wir 70 Prozent benötigt, um das Auto standfest zu bekommen."

"Am ersten Tag hatten wir ein Hydraulikproblem und später noch ein Leck am Getriebe, welches auch beim Ersatzgetriebe auftrat", bilanziert Teamchef Brawn nüchtern. Rosberg freut sich hingegen, dass bereits an den Feinheiten des W03 gearbeitet werden konnte: "Wir haben viel Setup- und Detailarbeit gemacht. Es gab aber auch einige Dinge, die nicht besser waren. Wir haben mechanische Änderungen gemacht, um die Reifen über die Distanz zu bringen. Die Vorderreifen gehen sehr schnell kaputt. Das wollten wir verbessern, aber es hat sich nicht verändert."

"Beim kommenden Test können wir weiter an der Performance des Autos arbeiten." Wo sich Mercedes 2012 sieht, möchte weder Brawn noch Rosberg prognostizieren. Dazu war die Aussagekraft des ersten Aufeinandertreffens zu gering: "Es ist sehr schwer, Vergleiche zu ziehen", stellt Brawn fest und blickt in Richtung Red Bull: "Webber ist gestern eine Rennsimulation gefahren. Im Vergleich zu ihm waren wir ein bisschen langsamer."

"Wir sind aber noch am Anfang und versuchen, das Auto zu verstehen. Es ist bisher ganz okay. Einen Vergleich zu ziehen, fällt aber noch sehr schwer." Auch wenn man noch nicht sagen kann, welchen Wert die Rundenzeiten haben, so bestätigt das gute Gefühl aber, dass es offensichtlich nach vorn geht. "Heute habe ich schon das Gefühl gehabt, dass es nach nun nach Melbourne gehen könnte", erklärt Rosberg freudig.

Gelingt der Anschluss an die Spitze?

"Für uns ist es wichtig, dass wir Fortschritte machen. Es wird nicht einfach, die Spitzenteams zu knacken", fügt der noch immer sieglose Mercedes-Pilot hinzu, der ein klares Ziel hat: "Wir wollen gewinnen." Rosbergs Teamchef zweifelt nach wie vor nicht an den Fähigkeiten seiner Piloten: "Ich denke, dass beide Fahrer in der Lage sind, Rennen zu gewinnen. Bisher hatten wir aber kein Auto, das Siege ermöglichte."

Für Rennsiege benötigt Mercedes weitere Verbesserungen am W03. 2011 hatte das Team große Probleme mit dem Reifenverschleiß an der Hinterachse. Für die anstehende Saison möchte man das umgehen. "Wir haben versucht, eine Balance zwischen Performance und Reifenverschleiß zu erhalten", erklärt Brawn. "Bisher sieht es nicht schlecht aus. Barcelona ist keine gewöhnliche Strecke. Es gibt viele schnelle Rechtskurven. Da fehlt dann der Grip."

Neue Teile wird es vermutlich erst zwischen dem Test kommende Woche und dem ersten Rennen in Melbourne geben. "Wir haben für Melbourne ein paar Veränderungen parat. Ich würde aber nicht sagen, dass es ein großes Paket ist", berichtet Brawn. Neue Teile bringt Konkurrent Ferrari derzeit im Akkord an die Strecke. Einen Blick zu seinem alten Arbeitgeber kann sich der Brite nicht verkneifen: "Ferrari hat ein paar Schwierigkeiten. Sie sind aber ein sehr starkes Team und bekommen das sicher in den Griff."

Fotoquelle: Mercedes

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