Robert Fernley hofft, dass Force India bald über mehr Budget verfügt

Formel 1 2012

— 27.02.2012

Force India: Ohne Moos nix los...

Vijay Mallya war bei Force India jahrelang finanzieller Alleinunterhalter, doch Robert Fernley weiß, dass sich das ändern muss, wenn man nach vorne kommen will

Seit Force India im Jahr 2008 erstmals an der Formel-1-Weltmeisterschaft teilgenommen hat, ging es mit dem Team stetig bergauf: WM-Zehnter 2008 mit null Punkten, WM-Neunter 2009 mit 13 Punkten, WM-Siebter 2010 mit 68 Punkten und zuletzt WM-Sechster 2011 mit 69 Punkten, nur vier Zähler hinter dem ehemaligen Weltmeister-Team Renault.

"Ich bin sehr zufrieden damit, wie weit Force India gekommen ist, seit wir hier angefangen haben", erklärt der stellvertretende Teamchef Robert Fernley im Interview mit 'Motorsport-Total.com'. "Ich glaube, wir holen am meisten aus dem Geld raus, das uns zur Verfügung steht, auch im Vergleich zu allen anderen Teams. Wir sind entspannt, sind zufrieden mit den Fortschritten des neuen Autos. Auch die Fahrerpaarung macht einen starken Eindruck."

Deutlich weniger Budget als die Großen

Das Jahresbudget von Force India wird von Insiderquellen auf 80 Millionen Euro geschätzt. Zum Vergleich: Das ehemalige Renault-Team Lotus verfügt über das Doppelte, wie man hört, Ferrari sogar mindestens über das Dreifache. "Der Großteil unseres Budgets kommt von unseren Anteilseignern und ihren Firmen. Das war schon immer so und wird auch so bleiben", sagt Fernley. Von externen Sponsoren kommt nur ein minimaler Anteil.

Noch dazu fallen 2012 mit Medion und Capri-Sonne (zusammengerechnet fünf bis sieben Millionen Euro schwer) zwei Sponsoren weg, die wegen Adrian Sutil an Bord gekommen waren. Aber Fernley stellt klar: "Adrian war da, weil er sich den Platz verdient hatte, nicht wegen Medion. Es war schön, Medion als Bonus zu haben, aber das war nicht der Grund, warum wir ihn als Fahrer hatten. Vijay hätte auch ohne Medion problemlos arbeiten können."

Vijay Mallya hält nach wie vor 42,5 Prozent der Teamanteile, genau wie der neue Teilhaber Subrata Roy mit seiner Firma Sahara (seit Oktober 2011). Die restlichen 15 Prozent liegen bei der niederländischen Mol-Familie. "Die Mols haben nie etwas beigetragen, abgesehen davon, dass sie sich eingekauft haben", sagt Fernley. "Aber das Team wurde vier Jahre lang ausschließlich von Vijay finanziert. Ab 2012 teilen sich Sahara und Vijay das 50:50 auf."

In den vergangenen Monaten war Mallya für das Budget noch alleinverantwortlich. Durch Sahara wird der indische Geschäftsmann entlastet, aber nicht alle Sorgen los, denn: "Sahara ist eine sehr konservative indische Firma und sie überlegen sich ganz genau, was sie machen. Ich vermute, sie werden sich ein Jahr lang anschauen, wie das hier läuft, und dann werden sie sich stärker in unser Programm einbringen", so Fernley.

Externe Geldgeber gesucht

Auf Dauer kann es ohnehin keine zielführende Strategie sein, das Budget nur durch Mallya und Roy zu finanzieren. Daher sieht man sich inzwischen nach anderen Quellen um: "Der Plan war immer, externe Sponsoren zu finden. Daher haben wir im Vorjahr eine kommerzielle Abteilung ins Leben gerufen", sagt Fernley. "Das wächst langsam. Noch ist nichts Großes dabei rumgekommen, aber ein paar kleinere Deals schon. Kleine Schritte führen zu größeren Dingen."

Solange Force India keine externen Geldgeber hat, wird es schwierig, mit Teams wie Mercedes oder Renault zu konkurrieren - oder sogar die "großen Drei" zu ärgern. Daher müssen sich Mallya und Roy eine Frage stellen: "Wollt ihr 'Best of the Rest' bleiben oder ein Podiumskandidat werden? Diese Entscheidung müssen sie treffen, denn das hat finanziell enorme Auswirkungen", gibt Fernley gegenüber 'Autosport' zu Protokoll.

Für 2012 hofft er, einen weiteren Platz in der Konstrukteurs-WM gutzumachen. Dass das gar nicht einfach wird, ist ihm bewusst: "Solange wir nicht zurückfallen und in den nächsten ein, zwei Jahren diese Position halten, haben wir unser Ziel für unseren derzeitigen Status erreicht", sagt der Force-India-Manager. Er hoffe aber natürlich, dass sich die Teamführung dazu durchringen kann, die nächste Budgetstufe zu zünden.

Fotoquelle: xpb.cc

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