Jubel in Monza 20011: Ferrari-Fahnen überall, aber keine italienische Flagge

Formel 1 2012

— 28.02.2012

Patrese: "Ferrari sollte Italienern eine Chance geben"

Riccardo Patrese fordert Ferrari zum Umdenken in der Nachwuchsförderung auf: 2012 kein Italiener in der Königsklasse - Michael Schumacher: "Nicht ungewöhnlich"

Wenn die Italiener Ferrari nicht hätten! Nach dem kurzfristigen Abschied von Jarno Trulli bei Caterham haben die Tifosi keinen Nationalhelden am Start der Formel 1. Erstmals seit 1970 ist die südeuropäische Nation mit keinem einzigen Fahrer in der Königsklasse vertreten. "Es gibt immer wieder solche Phasen. Es gab Zeiten, da waren 14 oder 15 Italiener in der Formel 1, jetzt haben wir keinen", sieht Michael Schumacher die Entwicklung gelassen.

"Früher gab es jahrelang keinen Deutschen in der Formel 1, jetzt fahren recht viele. So ändert sich das, da ist nicht allzu ungewöhnlich", erklärt der Rekordweltmeister, der 1993 bei Benetton an der Seite eines Italieners fuhr: Riccardo Patrese. Der Vizechampion von 1992 sieht die Entwicklung in Italien nicht ganz so gelassen wie Schumacher. "Keine Ahnung, warum das jetzt passiert", so Patrese. "Jarno Trulli hatte seine Zeit in Spitzenteams, später fuhr er hinterher. Vielleicht ist es besser für ihn, wenn er zu Hause bleibt."

"Ich würde allerdings in Zukunft gern mal wieder einige junge Italiener in der Formel 1 sehen", meint der 57-Jährige aus Padua. Seine Landsleute bräuchten Identifikationsfiguren im Rennsport. "Aber wir alle wissen auch, wie wichtig Ferrari ist. Ich erinnere mich an Imola 1983. Damals haben die Fans applaudiert, weil ich abgeflogen bin. Dadurch gewann dann ein Ferrari-Pilot (Patrick Tambay; Anm. d. Red.) und kein Italiener." Durch diese Worte bringt Patrese die italienische Realität auf den Punkt: Ferrari steht über allem anderen.

"Die besten drei Piloten sind aktuell Alonso, Vettel und Hamilton. Vielleicht könnte Ferrari einen Italiener als zweiten Mann ins Team holen. Vor allem jetzt, wo Felipe Massa zuletzt nicht besonders gut aussah", erklärt der 256-malige Grand-Prix-Teilnehmer. "Sie könnten das Risiko eingehen und einen jungen Italiener nehmen. Das ist seit Michele Alboreto nicht mehr passiert. Ferrari hat zwar die Nachwuchsakademie, wo die besten Fahrer aus der Italienischen Formel 3 einen Formel-1-Test bekommen, aber danach passiert nichts mehr. Die Talente aus Italien müssen eine Chance bekommen, ihre Fähigkeiten zu zeigen."

Fotoquelle: Red Bull/Getty

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