Kamui Kobayashi glänzte in Barcelona mit der absoluten Bestzeit

Formel 1 2012

— 29.02.2012

Sauber: Rückstand auf die Spitze halbiert

Sauber-Chefdesigner Matt Morris rechnet damit, dass das Feld 2012 eng zusammenrückt und glaubt, dass man mit einem Update zur Spitze vordringen kann

Das Sauber-Team sorgte in Barcelona für eine große Überraschung. Kamui Kobayashi brannte am vierten Tag die bislang beste Testzeit der 2012er-Boliden in den spanischen Asphalt. Noch sollte man daraus aber keine zu großen Schlüsse ziehen, denn die Top-Rennställe haben ihre Karten noch nicht aufgedeckt und waren noch nicht mit wenig Sprit und den Supersoft-Reifen auf der Strecke, um auf absolute Spitzenzeiten loszugehen.

Auch Saubers Chefdesigner Matt Morris gibt gegenüber 'Autosport' offen zu, dass er seinen Rennstall nicht an der Spitze einordnet: "Vielleicht sind McLaren und Red Bull schneller als alle anderen. Ich bin auch sicher, dass Ferrari in Melbourne dabei sein wird."

Sauber "riecht" die Topteams

Doch er ist davon überzeugt, dass sich das Feld insgesamt zusammenschieben wird und Sauber auf die Spitze aufgeholt hat. "Die üblichen Mittelfeld-Verdächtigen liegen eng beisammen und es ist schwer zu sagen, wer dieses Feld anführt", tappt Morris im Dunkeln. "Die Gruppe liegt enger beisammen und auch der Abstand zur Spitze ist geringer. Das ist großartig, denn wir können sie riechen. Anstatt zwei Sekunden hinten zu liegen, sind sie wahrscheinlich weniger als eine Sekunde vor uns. Wenn man so will, sind sie also in Update-Distanz."

Der Chefdesigner rechnet damit, dass sich die Lage bis zum Saisonstart sogar noch zuspitzen wird. "Der Unterschied zwischen dem Zehnten und dem 17. könnte ein oder zwei Zehntel betragen", sagt er. Er hält es durchaus für möglich, dass der Abstand vom Leader bis zum Letzten weniger als zwei Sekunden umfasst.

Vom Reifenschoner zum Reifenfresser?

Man wird sehen, wo sich Sauber einreiht. Ex-Formel-1-Pilot Alex Wurz meinte nach dem Barcelona-Test gegenüber der 'SportWoche', dass der C31 noch Probleme mit den Hinterreifen hat und sich daher im hinteren Mittelfeld befindet. Doch Morris dementiert dies: "Derzeit sind wir ziemlich glücklich mit dem Reifenabbau."

Der C30 aus dem Vorjahr war ein Auto, das so sorgsam wie kein anderes mit den Reifen umging. Dies erlaubte es Kobayashi und Sergio Perez einige Male, mit weniger Boxenstopps über die Distanz zu kommen als die Konkurrenz. Doch im Qualifying wirkte sich diese Charakteristik negativ aus: Die Piloten hatten große Mühe, die Reifen rasch auf Temperatur zu bringen und mussten sich daher oft mit den hinteren Rängen zufrieden geben. Diese Probleme scheinen allerdings beseitigt. "In Barcelona waren die Streckentemperaturen relativ niedrig", erklärt Morris. "Wir hatten keine Probleme, die Reifen aufzuwärmen. In diesem Punkt sind wir glücklich."

Dadurch sollte der Sauber-Bolide dieses Jahr in beiden Disziplinen konkurrenzfähig sein, meint er: "Das war unser Ziel und ich denke, dass wir jetzt ausgeglichener sein sollten. Es ist natürlich etwas schwer zu sagen, bis wir beim ersten Rennen sind, aber die Bedingungen in Barcelona waren fantastisch, denn normalerweise ist es eiskalt und man bekommt die Reifen nicht zum Arbeiten, aber dieses Jahr war es ähnlich wie bei den Europa-Rennen."

Zuverlässigkeit im Griff

Obwohl Sauber einige Male Probleme mit der Zuverlässigkeit hatte, dürfte man auch hier die Situation im Griff haben - bei den Tests sorgten die Hydraulik und der Getriebeöl-Filter für Sorgenfalten. "Das waren Kleinigkeiten, nichts wirklich Großes", winkt der Chefdesigner ab. "Wir machen uns über die Zuverlässigkeit keine Sorgen und sind mit der Basis des Autos sehr zufrieden."

Das Wichtigste: Das Auto reagiert auf Änderungen so, wie man es sich in der Fabrik erhofft hatte. "Das Auto macht in Bezug auf die aerodynamische Performance und das mechanische Setup, was wir wollen - die Korrelation mit den Simulationsdaten, dem Windkanal und den Fahrdynamikleuten passt. Das ist wirklich ein Vorteil."

Neue Teile beim nächsten Test

Zudem erwartet man sich beim letzten Barcelona-Test einen weiteren Sprung nach vorne. "Da gibt es sehr viele neue Teile, die das Melbourne-Paket darstellen werden - ungefähr 75 Prozent von ihnen", gibt er Einblicke. "Wir sollten mit ihnen also zurecht kommen."

In welche Richtung man mit dem C31 gehen wird, legte man aber schon nach dem Test in Jerez fest. "Das gilt vor allem für das Heck des Autos - diese Richtung werden wir auch bei den ersten Rennen verfolgen", sagt Morris. "Ein paar Kleinigkeiten müssen wir noch besprechen, aber im Großen und Ganzen sind wir froh, dass wir die Performance von Jerez nach Barcelona mitnahmen, denn es handelt sich um eine ganz andere Strecke."

Fotoquelle: xpb.cc

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