Mika Häkkinen ist der erfolgreichste finnische Formel-1-Fahrer

Formel 1 2012

— 20.05.2012

Häkkinen: "Nico muss mit den Füßen auf dem Boden bleiben"

Mika Häkkinen zeigt sich von Nico Rosbergs Leistung in diesem Jahr beeindruckt, hat allerdings auch einen guten Rat für seinen Freund



Mika Häkkinen und Nico Rosberg sind alte Bekannte. Rosbergs Vater Keke, der sich 1982 als erster Finne den Titel in der Formel 1 sicherte, war über lange Jahre Häkkinens Manager. Zudem wuchs Nico, in Wiesbaden geboren, im Fürstentum Monaco auf, wo bekanntlich auch Häkkinen während seiner aktiven Rennfahrerkarriere einen festen Wohnsitz besaß.

Rosberg junior und Häkkinen verbindet jedoch weitaus mehr als nur ihr Wohnsitz: Beide Fahrer stehen im Dienste der Marke Mercedes. Rosberg gewann in dieser Saison in China bekanntlich zum ersten Mal seit 1955 wieder für ein Mercedes-Werksteam einen Grand Prix. Häkkinen sicherte den Stuttgartern, die zu jener Zeit das McLaren-Team mit Aggregaten ausstatteten, 1998 und 1999 die Fahrer-Weltmeisterschaft. Zudem trat er für die "Silberpfeile" zwischen 2005 und 2007 in der DTM und ist heute noch gerngesehener Repräsentant der deutschen Traditionsmarke.

Mittlerweile lebt der zweifache Familienvater in der Schweiz, besuchte vor dem anstehenden Großen Preis von Monaco aber noch einmal seine zweite Heimat und traf dabei Nico Rosberg zu einem gemeinsamen Interview. Ob Rosberg in Monte-Carlo seinen ersten "Heim-Grand-Prix" gewinnen kann, ist aufgrund des aktuell unvorhersehbaren Kräfteverhältnisses in der Formel 1 schwer abzusehen. Außerdem könnten die Wetterbedingungen Mercedes einen Strich durch die Rechnung machen. Denn es kann davon ausgegangen werden, dass die Temperaturen an der Cote d’Azur auch in diesem Jahr hoch sein werden, was den "Silberpfeilen" in diesem Jahr oftmals alles andere als entgegenkam.

Mika Häkkinen musste nach seinem Formel-1-Debüt im Jahr 1991 sechs Jahre auf seinen ersten Sieg warten. Vor allem in der Saison 1997 fiel der Finne oftmals wegen technischer Defekte in Führung liegend aus. "Es beginnt dich zu zerfressen", kommentierte Häkkinen gegenüber der 'Bild am Sonntag' die lange Wartezeit auf den ersten Sieg. "Es war total schwierig für mich. Ich musste mich immer bremsen, nicht die Schuld auf andere schieben, an mir arbeiten, meine Ungeduld unterdrücken. Du musst bereit sein für Siege, bevor das Auto so weit ist. So wirst du Weltmeister."

Beim Saisonfinale in Jerez 1997 war es dann für Häkkinen allerdings soweit. Durch Mithilfe des späteren Weltmeisters Jacques Villeneuve, der Häkkinen in den letzten Runden passieren ließ, da ihm ein dritter Rang zum Titelgewinn ausreichte, fuhr der Publikumsliebling als Erster über die Ziellinie. Der Knoten war geplatzt. In den beiden Folgejahren setzte sich Häkkinen gegen seine Titelkontrahenten Michael Schumacher und Eddie Irvine durch.

Rosberg will noch nicht vom Titelgewinn sprechen

Nico Rosberg musste ähnlich lang auf seinen ersten Sieg warten. 2006 gab der Deutsche, der trotz seines finnischen Vaters Keke praktisch kein Wort Finnisch spricht, für Williams sein Debüt, wechselte 2010 zum neuen Mercedes-Team und feierte dieses Jahr wie erwähnt seinen ersten Formel-1-Sieg. Nach dem Triumph in China kann aufgrund der anschließend eher ernüchternden Ergebnisse in Bahrain und zuletzt in Spanien allerdings noch keine Rede sein.

Deshalb könne man laut Rosberg auch noch nicht von höheren Zielen, der Meisterschaft, sprechen. "Davon zu reden wäre absolut verfrüht", stellt Rosberg gegenüber der 'Bild am Sonntag' klar. "Ich bin happy, dass ich nur 20 Punkte von der WM-Spitze entfernt bin. Wir müssen jetzt Gas geben und uns steigern, um dranzubleiben. Das ist das Wichtigste."

Häkkinens gut gemeinter Rat an Rosberg

Häkkinens früheren Konkurrenten Michael Schumacher hat Rosberg im teaminternen Duell bei Mercedes bislang im Griff, wenngleich der Kerpener aufgrund technischer Defekte und unverschuldeter Kollisionen oft das Pech gepachtet zu haben schien. Von der Tatsache, dass es Nico Rosberg war, der nach 57 Jahren wieder einen Sieg für ein Mercedes-Werksteam erzielte und nicht der erfahrenere Schumacher, zeigt sich Häkkinen tief beeindruckt, hat jedoch einen gut gemeinten Rat an seinen 26-jährigen Freund.

"Nico, du hast deshalb Unglaubliches geleistet, weil du Michael geschlagen hast", spricht der mittlerweile 43-Jährige seine tiefe Bewunderung im gemeinsamen Interview aus. "Jetzt musst du nur noch die Füße auf dem Boden lassen. Auch ein Sieg ändert erst mal nichts, wenn du danach in der WM auf Rang 7 landest. Ob du Michael Schumacher schlägst oder nicht, ist nur ein kurzsichtiger Gedanke."

Fotoquelle: Daimler

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