Nico Rosberg und Mika Häkkinen kennen sich schon seit vielen Jahren

Formel 1 2012

— 21.05.2012

Eine Monaco-Story: Nico trifft Mika

Zwei Formel-1-Generationen treffen aufeinander: Mika Häkkinen und Nico Rosberg sprechen über ihren Weg zum Erfolg und die Herausforderung Monaco



Mika Häkkinen war der erste Mercedes-Weltmeister in der modernen Ära - er gewann 1998 und 1999 mit McLaren den WM-Titel. Nico Rosberg ist in der dritten Saison seit der Rückkehr der Silberpfeile der erste Fahrer, der seit dem großen Juan Manuel Fangio einen Grand Prix am Steuer eines Silberpfeils gewonnen hat. Im Vorfeld ihres Heimrennens trafen sich die beiden Rennfahrer, um über ihre Erlebnisse bei einer der weltweit spektakulärsten Sport-Veranstaltungen zu berichten.

Die Geschichten von Häkkinen und Rosberg sind seit mehr als zwanzig Jahren miteinander verflochten. Damals war Rosberg noch ein kleiner Junge und Häkkinen arbeitete mit Keke Rosberg zusammen, der sein Management-Team leitete. "Ich erinnere mich nicht daran, wann wir uns das erste Mal getroffen haben - vielleicht weiß es Mika!", sagt Rosberg lachend, als die Frage nach der ersten Begegnung aufkommt.

"Ich begann meine Zusammenarbeit mit Keke Ende 1987", erinnert sich Häkkinen. "Wir dürften uns Anfang der 90er Jahre hier in Monaco das erste Mal begegnet sein. Ich besuchte Keke und du hast in deinem Zimmer gespielt! Es ist möglich, dass ich dein erster Sponsor im Kartsport gewesen bin - erinnerst du dich daran?" "Sicher", sagt Rosberg lachend. "Das war 1997. Ich war elf Jahre alt und fuhr in der französischen Go-Kart Meisterschaft. In meinem Zimmer hing an der Wand ein Poster mit all meinen Sponsoren und einer davon warst du!"

"Mein Sohn ist jetzt elf Jahre alt", nimmt der Finne das Thema auf. "Ich bin überzeugt, dass ich damals einen Vertrag mit Keke geschlossen habe, der besagte: Sollte Nico jemals Rennen gewinnen und Weltmeister werden, muss er meinen Sohn Hugo unterstützen!"

Der lange Weg zum ersten Sieg

Häkkinen ist heute selbst Partner von Didier Coton bei Aces Management und betreut dort unter anderem den jungen Finnen Valtteri Bottas. Seit Häkkinen Rosberg in der Anfangsphase seiner Laufbahn unterstützt hat, sind die Parallelen zwischen den beiden Fahrern im Laufe der Zeit noch deutlicher geworden. Beide kletterten jeweils in ihrer siebten Formel 1-Saison zum ersten Mal auf die oberste Stufe des Podiums - Häkkinen nach 96 Rennen beim Großen Preis von Europa 1997 in Jerez, Rosberg bei seinem 111. Start beim diesjährigen China-Grand-Prix. Bei beiden war es die dritte Saison in einem Fahrzeug mit Mercedes-Benz-Motor.

"Es fühlt sich stets wie eine Ewigkeit an, bis du deinen ersten Sieg in der Formel 1 erzielst", erklärt Häkkinen. "Das war ganz besonders bei mir der Fall - aber sobald du es geschafft hast, ist das Gefühl einfach unglaublich. Schwierigkeiten sind Teil des Lebens, und egal ob du gewinnst oder verlierst, sie verschwinden dadurch nicht. Du musst die Ursachen für die Enttäuschungen verstehen lernen und wissen, wie du dich mit dem Team steigern kannst. Es macht keinen Sinn, dich für eine Woche zu verstecken."

"Es ist besser, ans Telefon zu gehen, zu reisen, Leute zu treffen, mit ihnen zu sprechen und dich selbst zu organisieren. Dann weißt du, dass du beim nächsten Rennen stärker sein wirst - selbst wenn es das Auto nicht ist, wirst du es auf jeden Fall sein. Du kannst dich immer steigern. Denn wenn du eines Tages ein siegfähiges Auto hast, musst du bereit sein. Sollte das nicht der Fall sein, ist es zu spät. Ich wusste, dass ich eines Tages gewinnen würde, es hat eben nur eine Weile gedauert", so der Formel-1-Weltmeister von 1998 und 1999.

Einzigartige Herausforderung Monaco

"Ich hatte exakt das gleiche Gefühl - Ross und die Jungs sagten mir, dass der erste Sieg kommen würde. Ich müsste nur Geduld beweisen und meine Chance nutzen", stimmt Rosberg zu. "Natürlich bist du enttäuscht, wenn es nicht perfekt läuft, aber das vergeht mit der Zeit und du machst weiter, verfolgst die Entwicklung und sprichst laufend mit dem Team."

"Nico zeigte in China ein perfektes Wochenende und verdient den Sieg voll und ganz", betont Häkkinen. "Er war nicht auf die Umstände oder Glück angewiesen, es war einfach nur seine harte Arbeit. Als Mercedes-Botschafter war es großartig, seinen Erfolg mit zu verfolgen und Mercedes wieder auf der obersten Podiumsstufe zu sehen."

Im Laufe des Gesprächs kommen die beiden Rennfahrer zwangsläufig auf die einzigartige Herausforderung zu sprechen, in den monegassischen Straßen Rennen zu fahren, in denen sie seit mehr als 20 Jahren zu Hause sind. Der Tunnel gehörte einst zu Rosbergs Schulweg, entweder auf dem Beifahrersitz im Auto seiner Mutter oder im Schulbus. Dieses "heimische" Gefühl begleitet ihn durch das gesamte Wochenende, meint Häkkinen.

"Ich habe in meiner Karriere einige großartige Siege erzielt, aber Monaco war etwas Besonderes", erinnert sich der Finne. "Ich lebe hier seit 20 Jahren und irgendwann verstehst du, dass die Menschen, die an der Rennstrecke arbeiten ebenfalls hier wohnen und arbeiten - die Polizisten, die Feuerwehrleute. Im Alltag triffst du sie auf der Straße und grüßt sie im Vorbeigehen. In Monaco zu gewinnen, ist wie ein Sieg in deinen Heimatstraßen - du siehst das gesamte Wochenende über bekannte Gesichter."

Heimspiel für die Wahl-Monegassen

"Selbstverständlich ist es auch meine Heimat", nimmt Rosberg den Faden auf. "Ich bin hier aufgewachsen, alle meine Freunde und meine Familie sind hier, ich kenne jeden und es ist ein ganz besonderes Gefühl, hier ein Rennen zu fahren. Das Wochenende ist mental recht anstrengend. Es gibt viel zu tun, jede Menge PR-Events und Termine. Auch auf der Strecke ist es etwas anstrengender, wenn auch nicht viel mehr als sonst. Du musst auf jeder Strecke höchstkonzentriert sein."

"Das stimmt. Allerdings war es bei mir so, dass Monaco aus irgendeinem Grund für mich viel wichtiger wurde, sobald ich ein siegfähiges Auto hatte. Wenn du in Monaco auf die Jagd nach der Pole-Position gehst, verändert sich deine Psyche - du setzt selbst noch mehr Energie frei, obwohl du stets denkst, dass du das bereits machst", erinnert sich Häkkinen.

"Wenn du um die Positionen elf oder zwölf kämpfst, bist du immer überzeugt, dein Bestes zu geben. Aber als ich begann, um die Pole mitzufahren, habe ich automatisch noch härter gearbeitet, um mein Ziel zu erreichen - und zwar komplett unterbewusst. Klar, wir haben auch das Auto verändert: den Lenkeinschlag und die Sitzposition, um höher im Auto zu sitzen - damals war die Aerodynamik noch nicht so entscheidend und wir wollten die Leitplanken richtig sehen."

"Das ist interessant, denn wir nehmen ebenfalls Veränderungen vor", sagt Rosberg. "Aber ich glaube nicht, dass das üblich ist - selbst heutzutage." Mit diesen Worten verabschieden sich die beiden Männer zu einer Spritztour mit dem Mercedes SLS Roadster auf die Strecke.

Fotoquelle: Daimler

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