Formel 1 2013

— 03.01.2013

Hill: "Mein Sohn hat das Potenzial zum WM-Titel"

Damon Hill ist davon überzeugt, dass sein Sohn Josh Hill Weltmeister in dritter Generation werden kann - Dabei wollte er ihn eigentlich vom Motorsport fernhalten





Der Traum der Hill-Familie lebt weiter: Nach dem legendären Graham Hill, der 1962 und 1968 Formel-1-Champion wurde und vor allem mit seinen fünf Triumphen beim Klassiker in Monaco für Furore sorgte, gelang seinem Sohn 1996 ebenfalls das Kunststück, Weltmeister zu werden. Nun scharrt Damon Hills Sohn Josh in den Startlöchern, um es ebenfalls in die "Königsklasse" des Motorsports zu schaffen.

Und er geht einen ähnlichen Weg wie sein Vater: Josh Hill wird am 9. Januar 22 Jahre alt und hat erst drei komplette Motorsportjahre hinter sich. Zur Erinnerung: Damon Hill fuhr mit 21 Jahren seine ersten Motorradrennen, sein Formel-1-Debüt gab er 1992. Weil er zu diesem Zeitpunkt schon 31 war, machte er sich sogar um zwei Jahre jünger, um von den Topteams ernst genommen zu werden. Mit Erfolg, denn im Jahr darauf wurde er von Williams verpflichtet, wo er schließlich als großer Rivale von Michael Schumacher seine größten Erfolge feierte.

Heute ist er sicher, dass es ihm sein Sohn nachmachen kann. "Ich bin wirklich überzeugt, dass Josh das Potenzial hat, ganz nach oben zu kommen", hält er gegenüber dem 'London Evening Standard' große Stücke auf seinen Sohn. "Und ich würde das nicht sagen, wenn ich es nicht glauben würde." 2012 hat der Brite, der wie seine Vorfahren das Logo des Londoner Ruderklubs am Helm trägt, im Formel-Renault Nordeuropa-Cup tatsächlich aufgezeigt.

Wie der Vater, so der Sohn: Hill ohne Karterfahrung

Fünf Saisonsiege hat er nach 21 Rennen zu Buche stehen. Damit triumphierte er zwar öfter als seine Titelrivalen, aufgrund mangelnder Konstanz musste er sich im Gesamtklassement aber hinter seinen Landsleuten Jake Dennis und Jordan King mit Platz drei begnügen. Auch im Rennen um den prestigeträchtigen McLaren-Autosport-Award, für den Hill nominier war, machte der 17-jährige Dennis das Rennen - er darf nun den Formel-1-Boliden testen.

Im Gegensatz zu den meisten seiner heutigen Rivalen kann Hill nicht auf Erfahrungswerte aus dem Kartsport bauen - umso beachtlicher sind seine Leistungen. "Als Rennfahrer hat man es drauf, oder eben nicht", glaubt Damon Hill nicht, dass die Kartjahre seinem Sohn langfristig fehlen werden. "Es macht wirklich Spaß, ihm zuzusehen. Er muss natürlich noch viel lernen, aber es ist ein ziemlich beachtlicher Fahrer."

Wenn der Name zur Belastung wird

Vater Hill sieht bei seinem Sohn ein Talent, mit dem er selbst nach eigenen Angaben nicht gesegnet war: wahre Klasse im Zweikampf. "Er hat die Fähigkeit, Situationen sehr gut einzuschätzen, vor allem beim Überholen", betonte der ehemalige Williams-Piloten gegenüber 'The Flying Lap'. "Er scheint recht gut darin zu sein, die Leute vor ihm verrückt zu machen, einen Weg vorbei zu finden und ein gutes Manöver zu machen. Ich hatte zwar auch meine Momente, aber ich muss zugeben, dass Josh mich diesbezüglich übertrumpft hat."

Die Vergleiche mit seinem Vater werden Josh Hill vermutlich sein ganzes Leben lang begleiten, was nicht immer angenehm ist. "Es ist natürlich ziemlich cool, wenn man zu einer Veranstaltung kommt und die Leute sagen: 'Ich erinnere mich an deinen Vater und an deinen Großvater.' Gleichzeitig will man aber sagen: 'Ich bin auch ein Rennfahrer'", erzählt er dem 'London Evening Standard'. "Zudem gab es Widerstand von Fahrern, die mich anschauen und sich denken: 'Du bist doch nur hier wegen deines Vaters'."

Vater Hill zunächst von Rennambitionen nicht begeistert

Dabei hatte sich Josh Hill gar nicht für den Motorsport interessiert, als sein Vater mit dem Grand-Prix-Zirkus um die Welt reiste. Eine seiner ersten Erinnerungen an die Formel 1: als der britische Fußballstar Ryan Giggs im Fahrerlager für ihn ein T-Shirt signierte. Als er dann mit 15 doch am Motorsport Gefallen fand und seinen Vater fragte, ob er einmal einen Rennwagen testen dürfe, reagiere dieser mit gemischten Gefühlen. "Ich bin nicht auf und ab gesprungen, als Josh sagte, dass er das tun will", bestätigt er, schließlich wurde er bereits als Kind Zeuge vieler Todesfälle in der Formel 1. Und auch, als mit Ayrton Senna 1994 der bisher letzte Formel-1-Pilot tödlich verunglückte, war Hill als Teamkollege unmittelbar betroffen.

Schließlich willigte er aber ein. "Die Realität ist, dass Motorsport gefährlich ist", erklärt er seine Entscheidung. "Ich will aber keinem meiner Kinder die Möglichkeit verwehren, Risiken zu entdecken oder über sie zu lernen. Das Leben ist ein Risiko, und man muss lernen, über die Risiken Bescheid zu wissen. Wenn man auf die Risiken nicht vorbereitet ist, dann ist das gefährlicher."

Drei Generationen Formel-1-Weltmeister?

Josh Hill ist seinem Vater dafür dankbar, seine Leidenschaft ausleben zu dürfen. Wohin ihn der Weg führen wird, ist aus aktueller Sicht noch nicht abzusehen. "Ich habe das Gefühl, dass ich mich mit meinen Ergebnissen in der vergangenen Saison bewiesen habe", ist er stolz auf sein Jahr 2012. "Und es ist schön, einen Vater zu haben, der mir über die Schulter schaut ... meistens", schmunzelt er.

Vater Damon Hill weiß, dass seine Präsenz das Leben seines Sohnes nicht immer leichter macht: "Ich bin nicht sicher, ob ihm der Name Hill hilft, oder ob er ihn dabei behindert, akzeptiert zu werden. Ich denke, dass es dadurch schwieriger werden kann, akzeptiert zu werden." Dennoch glaubt er, dass sein Sohn Geschichte schreiben kann: "Josh hat das Potenzial, ein Weltmeister in dritter Generation zu werden."

Fotoquelle: Renault



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