Niki Lauda würde Sebastian Vettel gerne verpflichten, sieht aber wenig Chancen

Formel 1 2013

— 08.05.2013

Lauda dementiert Vettel-Wechsel: "Hat Vertrag bis unendlich"

Niki Lauda rechnet nicht mit einem baldigen Vettel-Wechsel und ist zufrieden mit seiner derzeitigen Fahrerpaarung - Neue Mercedes-Farbgebung ab Barcelona



Was läuft nun zwischen Sebastian Vettel und Mercedes? Aufsichtsratsvorsitz Niki Lauda sorgte am Wochenende mit Aussagen wie "Ich möchte gerne weitertreiben, was Haug angefangen hat" für Aufsehen. Der ehemalige Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug soll nämlich mehrfach bei Red Bull wegen Vettel vorstellig geworden sein. Doch nun relativiert der 64-Jährige gegenüber der Zeitung 'Österreich' seine Aussagen.

"Vergessen Sie es", antwortet der Ex-Weltmeister zu den Vettel-Gerüchten. "Wir baggern ihn nicht an, der hat ja bei Red Bull einen Vertrag bis unendlich." Vielmehr sei der Österreicher mit seiner Fahrerpaarung Nico Rosberg/Lewis Hamilton sehr glücklich: "Mit Hamilton und Rosberg haben wir die beste Fahrerpaarung", ist er überzeugt. "Die beiden pushen sich gegenseitig positiv nach vorne. Unser Fahrerwechsel hat das ganze Team motiviert, alle neu inspiriert."

Und wie schwierig es ist, Vettel von Red Bull loszueisen dürfte auch Niki Lauda wissen. Der Deutsche wurde dreimal hintereinander Weltmeister und fühlt sich im Team sehr wohl. Zudem weiß er die großen Verantwortlichen im Team, Teamchef Christian Horner und Motorsportkonsulent Helmut Marko, auf seiner Seite - auch bei Vorfällen wie in Malaysia. Zudem wird der Deutsche schon seit vielen Jahren von Red Bull gefördert und hat alle seine 105 Grands Prix mit Red Bull oder Toro Rosso unter die Reifen genommen - außer seinen allerersten: 2007 in Indianapolis für BMW-Sauber.

Wird es für Rosberg eng?

Doch bei Red Bull ist man der Meinung, dass es nur legitim sei, wenn Mercedes versuchen würde, den Superstar abzuwerben: "Klar muss Niki versuchen, den Vettel zu holen", sagte Helmut Marko im Zuge der Gerüchte. Für Ex-Pilot und 'Sky'-Experte Marc Surer ist die Sache ebenfalls klar: "Wenn man ein Top-Team sein will, dann muss man versuchen, den Gegner zu schwächen. Das geht nur, wenn man der Konkurrenz den besten Fahrer wegnimmt", so der Schweizer. "Man schwächt damit den Rivalen und stärkt sich selbst. Ein völlig normaler Vorgang, dass Niki Lauda versucht, Vettel zu bekommen."

Trotz aller Lobeshymnen sieht Surer dabei besonders Nico Rosberg in der Schusslinie. Der Deutsche liegt mit 14 Punkten derzeit nur auf Rang neun der Fahrerwertung, auch weil ihn sein Dienstgefährt häufiger im Stich gelassen hat. "Es ist schon eine unangenehme Geschichte, wenn man als Fahrer weiß, dass das eigene Team schon nach Alternativen schaut, weil man selbst nicht gut genug ist", findet der Ex-Pilot harte Worte.

"Wenn man die Vertragssituation betrachtet, geht es dabei wohl eher um Rosberg. Denn Hamilton ist bestimmt nicht nur für ein Jahr geholt worden", so Surer, der den Deutschen aber in Schutz nimmt: "Rosberg sah zuletzt schlechter aus, als er ist. In Bahrain stand er immerhin auf der Pole-Position. Wenn er seine Pechsträhne überwunden hat, wird er das hoffentlich noch häufiger zeigen."

Neues Design: Mehr Silber, weniger Grau

Und damit die Vorstellung auf jeden Fall nicht so grau wie im Rennen von Bahrain sein wird, hat Mercedes für Barcelona zumindest optisch ein wenig aufgefrischt. Der F1 W04 soll nun mehr silbern statt grau erstrahlen. "Wir wollen, dass das Auto noch mehr nach Silberpfeil aussieht", bestätigt Lauda gegenüber 'Bild'. "Und wir glauben, dass das für die Mannschaft gut sein wird, weil ein neuer Auftritt auch eine neue Motivation mit sich bringt. Deshalb das neue Erscheinungsbild."

Doch natürlich wird Mercedes nicht nur optisch sondern auch technisch ein neues Update erfahren. So sollen ein neuer Frontflügel und ein neuer Heckflügel den Weg nach Barcelona finden. Doch das reicht dem österreichischen Aufsichtsratsvorsitzenden nicht: "Wir wollen uns während der Europa-Saison um ein bis zwei Zehntel pro Rennstrecke steigern. Unser Saisonauftakt war gut gelungen. Jetzt ist entscheidend, das Auto schneller als die Konkurrenz weiterzuentwickeln."

Besonders die neu überarbeiteten Pirelli-Reifen stehen im Vordergrund. Die angepasste harte Mischung soll Mercedes aber nicht gerade in die Karten spielen. Doch Lauda will keine voreiligen Schlüsse ziehen: "Pirelli bringt neue Reifen mit und kein Team weiß bislang, wie sie funktionieren. Pirelli hat da mit Informationen bislang sehr gespart", so der dreifache Weltmeister. Antworten dürfte es an diesem Wochenende geben - mit einem glänzend aufgelegten Silberpfeil. Zumindest schon einmal optisch.

Fotoquelle: xpbimages.com

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