Gefragter Mann: Hülkenberg ließ 2012 aufhorchen und rückte in den Fokus

Formel 1 2013

— 09.05.2013

Hülkenberg erwartet "keinen Unterschied wie Tag und Nacht"

Der Sauber-Neuzugang ist zurückhaltend, was die Fortschritte seiner Truppe in Barcelona betrifft: "Über Nacht löst man unsere Probleme nicht einfach so"



Wenn Stillstand Rückschritt ist, dann muss sich Nico Hülkenberg fragen lassen, was er mit seinem Wechsel von Force India zu Sauber angestellt hat. Bei den Schweizern läuft es 2013 alles andere als rund, ihr Neuzugang blieb gezwungenermaßen hinter den Erwartungen zurück. Für den Spanien-Grand-Prix am Wochenende hat die Truppe um Monisha Kaltenborn ein großes Paket an neuen Teilen mitgebracht, die dem auch im übertragenen Sinne mausgrauen Boliden Leben einhauchen sollen.

Hülkenberg tut sich schwer damit, die Wirksamkeit des Updates einzuschätzen. "Wir sind zuversichtlich, das Paket verbessert zu haben. Die Frage ist aber, wie stark." Das Problem ist allen voran, dass insbesondere zum Europaauftakt nur Verbesserungen nicht ausreichen. Die gesamte Konkurrenz hat Neuerungen im Gepäck. Funktionieren die auch nur ähnlich gut, tritt Sauber auf der Stelle. "Dann ist die Lücke die gleiche", weiß Hülkenberg, der bis Freitagabend abwarten will, ehe er ein Urteil fällt.

Die Ingenieure hätten schnell herausgefunden, ob das Paket ein Placebo oder eine Wunderwaffe sei, meint der Emmericher. "Die Teams bringen beinahe jedes Wochenende neue Teile", spielt er die Bedeutung der Neuerungen am C32 herunter und glaubt, dass seine neuen Kollegen richtig auf die kleine Krise zu Jahresbeginn reagiert hätten. "Das ist nicht so leicht", meint Hülkenberg. "Als Fahrer ist man ungeduldig, aber die Dinge brauchen Zeit. Es ist nichts, was man über Nacht einfach so löst."

Wie sich der leicht überarbeitete harte Rennreifen verhält, vermag Hülkenberg nicht einzuschätzen. "Wir müssen ihn aufstecken und schauen, wie er funktioniert. Ich denke nicht, dass es ein Unterschied wie Tag und Nacht ist", erklärt er und sieht in der derzeitigen Formel 1, zu deren Schlüsselelementen das Schonen des Materials zählt, keinen zerstörten Jugendtraum vom Vollgas-Motorsport. "Als Nachwuchspilot stellt man sich diese Frage nicht. Für manche Fahrer gibt es ihn, für manche nicht."

Dennoch glaubt Hülkenberg, dass ihm und seinen Konkurrenten Runden ohne Rücksicht auf Verluste im Blut liegen. "Als Rennfahrer will man immer so viel Druck machen wie es geht, Qualifying-Runden fahren", erklärt er. "Aber am Ende will man Erfolge feiern und aus dem Wochenende alles herausholen. Dann muss man sehen, wie man das erreicht. Wenn man dafür nachgeben muss und so zu einem besseren Wochenende gelangt, sollte man das tun. Manchmal ist es frustrierend, manchmal nicht."

Fotoquelle: xpbimages.com

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