Nico Rosberg sieht sich im Rennen nicht als Favorit auf den Sieg

Formel 1 2013

— 11.05.2013

Rosberg: "Wir müssen den Ball flach halten"

Nico Rosberg freut sich über die zweite Pole-Position in Folge, geht nach dem Fiasko von Bahrain aber mit gedämpften Erwartungen ins Rennen



Wie schon vor drei Wochen in Bahrain war auch beim Qualifying zum Großen Preis von Spanien in Barcelona Mercedes-Pilot Nico Rosberg der Schnellste. Gemeinsam mit Teamkollege Lewis Hamilton bildet Rosberg morgen eine silberne erste Startreihe. Bei der Pressekonferenz nach dem Qualifying analysiert der Wiesbadener seine Leistung und blickt voraus auf das Rennen. Nach dem ernüchternden Grand Prix in Bahrain, wo Rosberg von der Pole aus im Rennen auf Rang neun zurückfiel, will der 27-Jährige die Erwartungen für das Rennen aber nicht zu hoch schrauben und wäre schon mit einem Podium zufrieden.

Frage: "Nico zweite Pole-Position in Folge. Am Bildschirm sah es nach eine sehr sauberen Runde aus. Kannst du uns sagen, wo ihr heute den Speed gefunden habt?"
Nico Rosberg: "Es hat einfach am gesamten Wochenende alles gut funktioniert, wir haben alles optimiert. Nach Bahrain haben ich viel über das Rennen nachgedacht, daher war ich überrascht, dass wir heute so schnell waren. Es ist im Qualifying alles perfekt gelaufen, und ich hatte am Ende eine wirklich gute Runde. Ich freue mich sehr darüber. Das ist immer eine gute Motivation und gibt vor allem dem Team einen Schub - erste Startreihe, fantastisch! Natürlich müssen wir wegen dem, was in Bahrain geschehen ist, ein wenig vorsichtig sein. Es ist schön, aber wir müssen es mit Vorsicht genießen."

Frage: "Du warst vor allem im letzten Sektor sehr schnell, Mercedes scheint die Zeit interessanterweise vor allem in den langsamen Streckenteilen gefunden. Das könnte für Monaco vielleicht ein gutes Zeichen sein, aber wie sieht es hier auf dieser Strecke aus, die den Red Bull vielleicht bessert liegt, die in den ersten beiden Sektoren schneller sind?"
Rosberg: "Ich denke nicht, dass man daraus Schlüsse ziehen kann, wie es morgen im Rennen mit Blick auf den Reifenabbau und den Speed laufen wird. Natürlich ist es für Monaco nicht schlecht, dass wir im letzten Sektor mit seinen engen Kurven schnell sind."

"Wir hatten im Vorjahr in Monaco schon ein sehr schnelles Auto. Ich bin der Schnellste von allen und freue mich auf Monaco. Aber wir müssen den Ball flach halten. Es ist zwar großartig, am Samstag vorne zu stehen, aber wenn du am Sonntag nicht in der Lage bist zu gewinnen - was in der Vergangenheit unser Problem oder unsere Schwäche war - dann musst du sehr vorsichtig sein und es besser machen als im vorherigen Rennen. Dort wurde Lewis Fünfter, unser Ziel ist daher, besser zu sein."

Mit gebrauchten Reifen in Q3

Frage: "Glückwunsch zur Pole-Position. Hast du das schon bei den Vorsaisontests trainiert?"
Rosberg: "Ob ich die Pole-Position trainiert habe? Nein. Aber klar. Wir haben im Winter mit wenig Benzin trainiert und die Pole-Position simuliert. Nun, nicht die Pole-Position, sondern das Qualifying. Für uns Fahrer ist es gut, das ein wenig zu üben, daher war ich im Vorfeld recht zuversichtlich. Ich wusste, dass ich mich mit dem Auto auf dieser Strecke wohl fühle, und heute lief alles richtig gut."

Frage: "In der vergangenen Jahren wurden Lewis' Teamkollegen im Qualifying von ihm verblasen, und jetzt schlägst du ihn regelmäßig. Wie fühlt sich das an?"
Rosberg: "Ich freue mich natürlich sehr, dass ich vor Lewis stehe. Darüber bin ich sehr froh, denn ich weiß, dass sein fahrerisches Niveau sehr hoch ist. Er ist einer der Besten da draußen. Wenn ich vor ihm stehe, bin ich extrem glücklich."

Frage: "Du hast das Wort 'Zuversicht' bereits benutzt. Bist du im Q2 mit einem gebrauchten Reifensatz gefahren?"
Rosberg: "Ja, ich habe einen gebrauchten Satz verwendet."

Frage: "Und weil Lewis einen Satz in Q2 gebraucht hat, während du mit frischen Reifensätzen in Q3 kamst, warst du also sehr zuversichtlich?"
Rosberg: "Zuversichtlich grundsätzlich schon. Es ging aber mehr darum, dass Lewis seine Runde mit gebrauchten Reifen in Q2 nicht hinbekommen hat. Mir ist das gelungen, und das hat für Q3 gereicht. Das war der Unterschied."

Frage: "Lass und ein wenig über das Rennen sprechen. Du hast gesagt, das du nach Bahrain nicht zu zuversichtlich sein willst. Was ist hinter den Kulissen geschehen, damit sich so etwas wie in Bahrain nicht wiederholt?"
Rosberg: "Jeder in der Fabrik wirklich hart daran gearbeitet, unsere Probleme besser zu verstehen. Zu verstehen, wie man das Beste aus diesen Reifen herausholt, ist ein fortlaufender Prozess. Das ist wirklich sehr komplex - für uns Fahrer, für die Ingenieure, für jeden. Und im Moment liegen wir da etwas zurück."

"Ich bin aber sicher, dass wir aufgeholt haben. Aber dann kommst du hier her und wirst wieder mit neuen Problemen konfrontiert. Hier ist das Graining der Reifen das Hauptproblem. Daher müssen wir wieder einen Rückstand aufholen und das Beste aus dieser Situation machen. Ich denke, wir haben einige Dinge verbessern. Heute Vormittag sah es ein bisschen besser aus, daher bin ich für morgen etwas zuversichtlicher, aber das Rennen ist eine andere Angelegenheit. Mit diesen Reifen ist es eine große Herausforderung."

Podium im Rennen das Ziel

Frage: "Die Pole-Position war hier in der Vergangenheit entscheidend. Denkst du, dass das immer noch der Fall ist? Ich nehme an, du hoffst es?"
Rosberg: "Es ist ein Vorteil, als Erster zu starten. Ja, auf jeden Fall. Saubere Luft - hoffentlich - nach dem Start und ich starte auf der besseren Seite der Startaufstellung. Das ist alles toll, aber das Rennen ist sehr lang. Um zu gewinnen, reicht es nicht, von der Pole zu starten, du musst das schnellste Rennauto haben. Wir haben gesehen, dass es im Rennen wegen der Strategie und all dem große Geschwindigkeitsunterschiede geben kann. Wenn du kein sehr, sehr schnelles Auto hast, dann hast du keine Chance. Daher müssen wir abwarten."

Frage: "Das Team hat mehrfach betont, dass ihr das Auto unter Rennbedingungen verbessern müsst. Alle Verbesserungen, die ihr für dieses Rennen ausprobiert habt, gingen in diese Richtung - gestern im Freien Training und auch heute Morgen. Denkst du, dass das Auto unter Rennbedingungen besser ist als im vorherigen Rennen?"
Rosberg: "Besser auf jeden Fall. In Bahrain haben die Strecke, die Temperaturen und alles andere unsere kleine Schwäche auf extreme Weise offengelegt."

"Nun sind wir a) auf einer andere Strecke, wo es natürlich etwas besser läuft, und haben b) wirklich versucht zu verstehen, was in Bahrain falsch gelaufen ist. Wir verstehen nun besser, was passiert ist und haben einige Dinge verbessert. Aber ich werde mich nicht hinsetzen und sagen, dass ich sehr zuversichtlich bin, dass ich morgen gewinnen kann. Wir müssen unsere Ziele etwas niedriger ansetzen, vielleicht das Podium. Aber es gibt so viele Unbekannten, morgen könnte die Situation durch das Graining schon wieder völlig anders sein. Wir müssen einfach sehen, wie es läuft."

Frage: "Das Strafpunktesystem wird derzeit heiß diskutiert und könnte in Zukunft eingeführt werden. Wie ist deine Meinung dazu?"
Rosberg: "Ich weiß noch nicht genug darüber, daher möchte ich das nicht kommentieren."

Frage: "Welche Hilfe versprichst du dir von eurem neuen Entwicklungsfahrer Daniel Juncadella?"
Rosberg: "Nach allem was ich höre, leistet er im Simulator gute Arbeit. Dass er an diesem Wochenende hier ist, ist mehr eine Geste des DTM-Teams von Mercedes, damit er Rennerfahrung bekommt und sieht, wie es an der Spitze des Motorsports zugeht. Die DTM kann viele Dinge von uns in der Formel 1 lernen."

Fotoquelle: xpbimages.com

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