Fernando Alonso erfüllte sich den Traum vom Heimsieg in Barcelona im Ferrari

Formel 1 2013

— 12.05.2013

Fiesta für Fernando: Alonso siegt beim Heimrennen

Ferrari-Pilot Fernando Alonso hat zum zweiten Mal nach 2006 sein Heimrennen in Barcelona gewonnen - Weltmeister Sebastian Vettel auf Rang vier



Fiesta für Fernando und ein Jubel in Rot: Ferrari-Pilot Fernando Alonso hat zum zweiten Mal nach 2006 sein Heimrennen in Barcelona gewonnen. Der spanische Rennfahrer setzte sich in einem von der Reifentaktik geprägten Grand Prix souverän gegen Kimi Räikkönen (Lotus) und Felipe Massa (Ferrari) durch und sicherte sich seinen 32. Formel-1-Erfolg und Ferrari bereits den 220. Rennsieg.

Weltmeister Sebastian Vettel (Red Bull) sah die Zielflagge als Vierter und behauptete damit die WM-Führung. Hinter Mark Webber (Red Bull) kam Pole-Sitter Nico Rosberg (Mercedes) nach 66 Runden auf Position sechs über die Linie und verwies Paul di Resta (Force India) knapp auf Rang sieben. Die weiteren Punkteplätze gingen an Jenson Button (McLaren), Sergio Perez (McLaren) und Daniel Ricciardo (Toro Rosso).

Die weiteren Deutschen im Feld, Adrian Sutil (Force India/13.) und Nico Hülkenberg (Sauber/15.), gingen nach problembehafteten Rennen leer aus. Genau wie Lewis Hamilton (Mercedes/12.), der zwar aus Startreihe eins losgefahren war, aber rasch nach hinten durchgereicht wurde. Die sehr gute Form aus der Qualifikation konnten die Silberpfeile also erneut nicht im Grand Prix bestätigen.

Alonso siegt vor den eigenen Fans

Und so jubelte am Ende die Konkurrenz in Rot: "Es war ein fantastisches Rennen", sagt Alonso auf dem Treppchen des Circuit de Catalunya. "Das Publikum hat natürlich sehr geholfen. Und das Team hat hart gearbeitet. Wir sind sehr zufrieden. Doch dabei wollen wir es nicht belassen. Wir geben uns nicht zufrieden. Wir haben ein schnelles Auto, aber es sind gerade einmal fünf Rennen gefahren."

Fünf Rennen, in denen sich Lotus-Pilot Räikkönen als WM-Kandidat erwiesen hat. Der zweite Platz hinter Alonso schmeckt dem aktuellen WM-Zweiten aber nur bedingt: "Es ist natürlich immer etwas enttäuschend, Zweiter zu werden. Aber gut. Ich bin zufrieden damit", meint der "Iceman" - wie immer ohne große Emotionen. Sichtlich gerührt war dagegen Massa, als er seinen Pokal entgegennahm.

"Ich war nach dem Qualifying enttäuscht, weil ich um drei Plätze zurückversetzt wurde. Doch das Rennen war sehr gut für uns", sagt der zweite Ferrari-Pilot. "Unser Auto war fantastisch. Ich habe Position um Position gewonnen. Nach der ersten Runde war ich schon Sechster, habe dann weiter überholt, obwohl ich schon mit den Reifen kämpfen musste, damit sie die Stints überleben."

Rosberg gewinnt den Start, Hamilton verliert Plätze

Und damit spricht Massa das große Thema des fünften Saisonrennens an: die Pirelli-Reifen. In Barcelona absolvierten die meisten Piloten nämlich vier Boxenstopps, von den Toppiloten kam lediglich Räikkönen mit drei Reifenwechseln aus. Speziell die linken Vorderreifen wiesen massive Gebrauchsspuren auf, was die Fahrer immer wieder dazu zwang, ihr Tempo deutlich zu reduzieren.

Doch der Reihe nach: Beim Start, den die Piloten aus den Top 10 geschlossen auf der weicheren der beiden Pirelli-Mischungen vornahmen, verteidigte Rosberg zunächst seine Führung und bog als Erster in die erste Kurve ein. Dahinter ging es gleich richtig rund: Vettel ging noch auf den ersten Metern an Hamilton vorbei, auch Alonso schnappte sich den zweiten Mercedes - Hamilton war nur noch Vierter.

Und das war nur der Anfang der Mercedes-Talfahrt, die Hamilton alsbald aus den Top 10 hinauswarf. Rosberg hielt sich indes wacker an der Spitze, obwohl er in den ersten Runden massiv unter Druck stand. Vettel und Alonso tauchten formatfüllend in seinen Rückspiegeln auf. Bis zur ersten Runde der Boxenstopps änderte sich an dieser Reihenfolge aber nichts. Erst danach tat sich etwas - und wie!

Der frühe Stopp macht sich bezahlt

Alonso bog bereits in Runde zehn zum Reifenwechsel ab, Rosberg und Vettel eine Runde später. Und der frühere Stopp erwies sich als Goldgriff für Ferrari: Alonso fegte nämlich gleich am Ende der langen Zielgerade an Vettel vorbei, als dieser aus der Box kam. Und wieder richteten sich alle Augen auf Rosberg, der Position eins zunächst verteidigt hatte. In Runde 13 kam es dann ganz dick für Mercedes.

Mit einem mutigen Manöver erleichterte Alonso Rosberg um die Spitzenposition, wenige Meter später ging Vettel vorbei, kurz darauf auch Massa. Drei Ränge binnen weniger Kurven - auf einmal war Rosberg nicht mehr im Rennen um die Podestplätze. "Es ging so was von nach hinten los", meint er. Warum, weiß er aber nicht zu sagen: "Es ist unerklärlich. Ich musste so langsam fahren." Die Reifen...

Damit hatten zwar auch die anderen Piloten zu kämpfen, aber offenbar niemand so sehr wie die Mercedes-Piloten, die sukzessive weitere Positionen verloren. Anders Alonso: Einmal in Führung, setzte sich der Spanier gleich von seinen Konkurrenten ab. Und das "Reifenschach" begann. Bei der zweiten Boxenstopp-Serie tauchte dann plötzlich auch Räikkönen vorn auf. Er stoppte einmal weniger.

Räikkönen mit weniger Reifen zu Platz zwei

Auf diese Weise wurde er zu einer echten Gefahr für die Ferrari-Piloten. Zur Halbzeit des Rennens hatte er sich bereits auf Position zwei hinter Alonso festgesetzt und hatte dazu noch den Bonus, mit einem Stopp weniger auszukommen. Gegen den absolut souverän fahrenden Alonso hatte Räikkönen aber taktisch keine Chance, geriet jedoch auch von hinten, durch Massa, nicht ernsthaft in Gefahr.

Die letzten Boxenstopps brachten daher nur die endgültige Entscheidung, auf den vorderen Plätzen aber keine Positionswechsel mehr, sodass Alonso nach 66 Runden als sicherer Sieger abgewinkt wurde. Er winkte seinen Fans sogar schon eine Kurve vor Schluss - bei einem Vorsprung von fast zehn Sekunden auf Räikkönen konnte er sich das leisten. Der Jubel der Fans kannte keine Grenzen.

Im Abstand von jeweils rund zehn Sekunden kamen Räikkönen, Massa und Vettel über die Linie, dann Webber. Der zweite Red-Bull-Pilot hatte einen schlechten Start erwischt und musste sich erst wieder mühevoll nach vorn kämpfen, erwischte dabei aber ein genau gegenteiliges Rennen wie Rosberg, der den Grand von Startplatz eins begonnen hatte, abschließend aber nur Sechster wurde.

Boxenstopp-Pannen bei Sutil und Hülkenberg

Und das auch nur, weil di Resta trotz des verstellbaren Heckflügels keinen Weg vorbei am Mercedes fand und sich mit Rang sieben begnügen musste. Vor dem McLaren-Duo Button und Perez, das in den Schlussrunden einen versteckten Nichtangriffs-Pakt aussprach: Reifen schonen. Und so kam es in Spanien nicht zu einer Neuauflage des Teamduells aus Bahrain, sondern zu einer Kolonnenfahrt.

So statisch, wie das erste Rennen der Europa-Saison auf den vorderen Positionen teilweise war, so turbulent ging es teilweise im Mittelfeld zu. Dramatisch entwickelte sich beispielsweise der Grand Prix aus Sicht von Sutil und Hülkenberg: Ein verkorkster Boxenstopp warf Sutil frühzeitig an das Ende des Feldes zurück. Der deutsche Force-India-Pilot kämpfte sich aber wieder zurück bis auf Position 13.

Bei Hülkenberg leistete sich das Sauber-Team einen Fehler: Sie ließen den Deutschen beim Stopp zu früh wieder losfahren, sodass er mit einem Toro Rosso kollidierte. Die Konsequenz: ein Stopp zur Reparatur des Frontflügels und eine der inzwischen selten angewendeten Stop-and-Go-Strafen, die Hülkenberg massiv an Boden kostete. Und so verloren beide Deutschen ihre Chance auf WM-Punkte.

Apropos verlieren: Giedo van der Garde (Caterham) funkte direkt nach seinem Boxenstopp, dass er glaube, seine Räder seien nicht festgezogen. Er dachte richtig. Kurz darauf verlor er den Reifen hinten links und humpelte auf drei Rädern zurück an die Box, wie es ihn sein Team - übrigens entgegen des Reglements - angewiesen hatte. Doch da war mehr kaputt: Van der Garde stellte sein Fahrzeug ab.

Ebenfalls nicht über die Distanz kamen Romain Grosjean (Lotus) und Jean-Eric Vergne (Toro Rosso), die beide Probleme mit der Hinterachse hatten. Für Grosjean war mit verbogener Aufhängung hinten rechts schon nach acht Runden vorzeitig Schluss, Vergne trug sein Auto 52 Runden um den Kurs. Er überstand zwar einen Reifenschaden, das Team zog das Fahrzeug aber sicherheitshalber zurück.

Und noch eine weitere Rechnung ging beim Großen Preis von Spanien nicht auf: Zum ersten Mal seit 1996 siegte nicht ein Fahrer, der aus Reihe eins losgefahren war. Startplatz fünf war überhaupt die schlechteste Position bisher, die ein Pilot bei seiner Fahrt zu Platz eins in Barcelona innegehabt hat. Ob das den Jubel in Rot noch verstärkte? Nach dem jüngsten Erfolg stapelt die Scuderia jedenfalls tief.

Vettel führt noch, aber der Vorsprung ist kleiner geworden

"Wir haben ein Rennen gewonnen. Es liegen noch viele vor uns. Wir sollten ruhig bleiben", meint Teamchef Stefano Domenicali. Alonso stimmt zu. Er sagt: "An der WM-Situation hat sich nichts geändert." Abgesehen davon, dass nun fünf Rennen absolviert seien. Neu ist aber sehr wohl, dass Alonso (72) dank seines Sieges den dritten Platz hinter Vettel (89) und Räikkönen (85) übernommen hat.

Hamilton (50) hat den dritten Rang verloren und ist neuer Vierter vor Massa (45) und Webber (42). Rosberg belegt mit 22 Punkten den neunten Rang, Sutil (6) und Hülkenberg (5) folgen auf den Plätzen 13 und 15. In der Teamwertung hat Red Bull die Nase vorn und führt mit 131 Zählern vor Ferrari (117), Lotus (111) und Mercedes (72). Das nächste Rennen ist der Große Preis von Monaco am 26. Mai 2013.

Fotoquelle: xpbimages.com

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