Sebastian Vettel ist mit seinem vierten Platz nicht hundertprozentig zufrieden

Formel 1 2013

— 12.05.2013

Vettel: "Griff ins Klo" am Muttertag

Sebastian Vettel nach Platz vier in Barcelona: Was am Sonntag beim Grand Prix von Spanien positiv war und warum er kein Freund der neuen Pirelli-Reifen ist



Nach fnf von 19 Rennen fhrt Sebastian Vettel mit 89 Punkten immer noch die Formel-1-Weltmeisterschaft 2013 an, vier Zhler vor Kimi Rikknen und 17 vor Barcelona-Sieger Fernando Alonso. Doch mit Platz vier verzeichnete er heute beim Grand Prix von Spanien sein bisher schlechtestes Einzelergebnis in der laufenden Saison.

Whrend Alonso von Anfang an auf vier Stopps gepolt war und diese Strategie konsequent umsetzte, versuchte Red Bull zu Beginn noch, mit drei Reifenwechseln durchzukommen - was sich als Fehlentscheidung entpuppen sollte. Letztendlich kam Vettel knapp 40 Sekunden hinter dem Sieger und zwlf Sekunden hinter Felipe Massa ins Ziel. Ob er Massa mit anderer Strategie htte attackieren knnen, steht allerdings in den Sternen.

Trotzdem war nicht alles schlecht: "Zum Muttertag gre ich alle Mtter, vor allem meine zu Hause, die Schwiegermutter, die Oma! Es gibt auch schne Dinge, die man heute nicht vergessen darf", lchelt der Lieblings-Schwiegersohn der Nation.

Zweistoppstrategie war wie erwartet vllig unmglich

Frage: "Sebastian, keiner hat zweimal gestoppt heute, also musst du keinen Besen fressen! Aber wie sehr musstest du heute wegen der Reifen trotzdem den Schongang einlegen?"
Sebastian Vettel: "Es ist natrlich schon in gewisser Weise schade, wenn man nicht einmal eine Runde dabei hat, wo man mal ordentlich aufs Gas treten kann. Bei den Zweikmpfen am Anfang hing ich natrlich fest und mit dem Kimi musste ich spter einsehen, dass es nicht wirklich Sinn macht, gro dagegenzuhalten. Ich hab's am Anfang versucht, aber er war zu schnell."

"Man hat auch gesehen, dass er eines der wenigen Autos hatte, das mit drei Stopps durchkam. Das haben wir am Anfang auch probiert, aber wir mussten uns dann eingestehen, dass das nicht geklappt hat - vielleicht ein bisschen zu spt, sonst htte man von vornherein ein bisschen anders agieren und vielleicht bis zum Ende des Rennens ein bisschen nher an Felipe dran sein knnen, aber htte, wenn und aber. Ich glaube, wir mssen heute mit dem vierten Platz zufrieden sein."

"Wir wissen, dass es noch einiges zu tun gibt, was die Reifen angeht. Der harte Reifen hat uns heute nicht das gebracht, was wir uns erwnscht htten. Der weiche war sogar besser - in der Hinsicht war der neue harte ein Griff ins Klo. Das hat dem ganzen Feld nicht weitergeholfen, aber es gibt welche, die machen das besser als wir, und da mssen wir hinkommen."

Frage: "Was berwiegt denn jetzt: die Freude ber das, was man nach Hause gebracht hat, oder der rger ber die nicht gewonnenen Punkte?"
Vettel: "Wir haben ja auch fr den vierten Platz ein paar Punkte bekommen, zwlf - so schlecht ist das nicht."

Drei Stopps ab Rennmitte ebenfalls unmglich

"Ich war natrlich Mitte des Rennens ehrlich gesagt ein bisschen angefressen, als ich mehr und mehr gemerkt habe, dass drei Stopps einfach nicht drin waren, von der Box aber doch der Wunsch bestand, alles zu tun, dass die Reifen doch lnger halten. Man kann das als Fahrer ein bisschen machen, aber ich kann auch nichts aus der Wundertte ziehen, was den Reifen dann wirklich so viel besser macht, dass er lnger hlt."

"Das war ein bisschen schade, denn wie gesagt: Ohne das, also mit einer reinen Vierstoppstrategie, wren wir ein bisschen nher an Felipe dran gewesen. Wir hatten zu dem Zeitpunkt aber auch Grund, daran zu glauben - bis zu einem Drittel oder zur Hlfte des Rennens sah es nicht so schlecht aus. Aber dann mussten wir uns wie gesagt eingestehen, dass es nicht drin war."

Frage: "Frher hie es: Wer in Barcelona schnell ist, ist berall schnell. Gilt das im Reifen-Zeitalter noch?"
Vettel: "Nein. Ich glaube, heute muss man das umformulieren: Wer auf den Strecken, wo einem die Reifen um die Ohren fliegen, mit den Reifen schonend umgeht, der hat eine gute Aussicht, das Rennen zu gewinnen. Wem das nicht gelingt: Viel Glck!"

Windschatten am Start gut ausgenutzt

Frage: "Gehen wir mal ganz zum Anfang: Wie war dein Start heute?"
Vettel: "Eigentlich ganz gut. Das erste Bisschen war nicht so gut, aber dann konnte ich mir die erste Runde ziemlich gut einteilen. Ich wusste, dass der Windschatten ziemlich viel ausmacht, weil es doch ein langer Weg ist zur ersten Kurve, und konnte dann an Lewis vorbeigehen."

"Fr Nico hat's leider nicht ganz gereicht, aber spter haben wir gesehen, dass wir schneller waren. Wir haben mit der Mglichkeit auf drei Stopps am Anfang aufs falsche Pferd gesetzt, mussten uns dann aber eingestehen, dass das nicht drin war."

Frage: "Du hattest einen interessanten Zweikampf mit deinem Freund Kimi Rikknen. Wie wrdest du den beschreiben?"
Vettel: "Anfangs habe ich noch versucht dagegenzuhalten, danach habe ich einfach gemerkt, dass es nicht gro was bringt, mit aller Gewalt dagegenzuhalten und die Brechstange auszupacken. Ich wusste, dass er in etwa neben mir war, und wollte dann auch nicht die Tr zuschmeien."

"Es herrscht ziemlich viel Respekt voreinander, und in umgekehrter Situation - wenn er merkt, dass bei ihm nicht wirklich was vorangeht und von hinten einer so viel schneller drckt - htte er wahrscheinlich genauso gehandelt. Man hat ja dann auch gesehen, wie er direkt weggezogen ist."

Keine Vorhersage fr Monaco mglich

Frage: "Wie wird es in Monaco aussehen?"
Vettel: "Das kann wieder was ganz anderes sein, wir fahren ganz andere Reifen in Monaco. Es hat nicht so viele schnelle Kurven dort, also ist die Belastung auf die Reifen auf der einen Seite nicht so hoch. Dafr hat es ziemlich viele langsame Kurven mit Stop & Go. Ich denke, es wird kein Zuckerschlecken fr die Reifen."

Frage: "Bist du mit eurem derzeitigen Tempo im Vergleich zu Ferrari und Lotus zufrieden?"
Vettel: "Ich denke, unser Auto ist schnell genug, um sie jederzeit herauszufordern, aber auf die Renndistanz, speziell auf diesen Reifen, ist es ein spezielles Spiel. Das Auto ist schon schnell genug, wie gesagt, aber anscheinend tun wir den Reifen etwas an, wodurch sie schneller verschleien."

"Das beste Beispiel ist vielleicht der Mercedes: sehr schnell im Qualifying, aber nicht gut im Rennen, weil er ganz einfach mit den Reifen zu aggressiv umgeht. Aus Autosicht sind wir schnell genug, diese Jungs zu schlagen, aber es gibt ein paar Teams, die mit den Reifen bessere Arbeit leisten."

Fotoquelle: xpbimages.com

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