Barcelona galt jahrelang als Referenzstrecke der Formel 1

Formel 1 2013

— 13.05.2013

Barcelona nicht mehr die Messlatte?

In der Vergangenheit galt Barcelona als Referenzstrecke der Formel 1, doch mit den aktuellen Pirelli-Reifen scheint die Aussagekraft der Resultate begrenzt zu sein



In der Vergangenheit galt in der Formel 1 ein ungeschriebenes Gesetz: Ein Auto, dass in Barcelona schnell ist, ist auch auf den meisten anderen Strecken schnell. Der technisch anspruchsvolle Circuit de Catalunya mit seinen schnellen Kurven galt als Referenzstrecke der Formel 1. Da dort vor allem eine effiziente Aerodynamik gefragt ist, gab die Rangfolge in Barcelona zuverlässigen Aufschluss über das Kräfteverhältnis der Formel 1. Bei bisher 22 Auftritten der Formel 1 gewann in 13 Fällen der Rennsieger von Barcelona anschließend auch die Weltmeisterschaft.

Somit war der Auftakt der Europasaison immer ein guter Gradmesser für den weiteren Saisonverlauf. Doch im Vorjahr bestätigt sich dieser Trend nicht. Pastor Maldonado siegte genau so überzeugend wie überraschend, konnte diese Leistung in der weiteren Saison aber nicht mehr bestätigen. 2012 war weniger die Aerodynamik der Schlüssel zum Sieg, sondern vielmehr die Tatsache, dass Williams das Arbeitsfenster der Pirelli-Reifen optimal getroffen hatte.

Das gilt in diesem Jahr mit den nochmals aggressiveren Pneus in noch größerem Maße, weshalb Sebastian Vettel die Regel "wer in Barcelona schnell ist, ist überall schnell", umformulieren möchte: "Wer auf den Strecken, wo einem die Reifen um die Ohren fliegen, mit den Reifen schonend umgeht, der hat eine gute Aussicht, das Rennen zu gewinnen", sagte der Red-Bull-Pilot nach seinem vierten Platz am Sonntag. "Wem das nicht gelingt: Viel Glück!"

Deckte Barcelona das Kräftsverhältnis auf?

Dem widerspricht aber (naturgemäß) Ferrari-Teamchef Stefano Domenicali, der weiterhin davon ausgeht, dass Barcelona den Trend der kommenden Wochen und Monate vorgibt: "Dieses Wochenende war wichtig für mich, weil wir gesehen haben, was wir von den anderen Teams erwarten dürfen. Jetzt ist es bis Ende Juli kaum noch möglich, große Entwicklungsschritte zu unternehmen", meint der Italiener. "Einige werden anfangen, am neuen Auto für 2014 zu arbeiten, weil es das wichtigere Projekt ist. Da geht es dann nicht um zwei oder drei Zehntelsekunden, es geht um zwei oder drei Sekunden. Es ist ein Schlüsselteil der Saison."

Zwar war der Sieg von Fernando Alonso alles andere als ein Zufallsprodukt, doch der Ferrari-Pilot brach gestern eine weitere ungeschriebene Barcelona-Regel. Denn bisher galt immer: Wer dort gewinnen will, muss aus der ersten Reihe starten. Einzige Ausnahme war bei den bisherigen Barcelona-Rennen Michael Schumacher, der 1996 in einem Regenrennen von Platz drei aus zu seinem ersten Ferrari-Sieg schwamm. Davon abgesehen gewann bei 22 Ausgaben 16 Mal der Polesetter und zwei Mal der Fahrer, der von Platz zwei ins Rennen ging.

Surer macht Mercedes-Fans Mut

Von einem Sieg waren die beiden Mercedes-Piloten, die gestern aus der ersten Reihe gestartet waren, allerdings meilenweit entfernt. Experte Marc Surer ist dennoch der Meinung: "Auf eine Runde muss man Barcelona immer als Messlatte hernehmen. Ein schnelles Auto hier, ist einfach ein schnelles Auto. Der Mercedes sieht somit eigentlich ganz gut aus", sagt der Schweizer im Gespräch mit 'Motorsport-Total.com'.

Mercedes müsse lediglich die Probleme mit viel Benzin an Bord in den Griff bekommen: "Wenn sie das Andere regeln können, dann sind sie wirklich gut aufgestellt, würde ich sagen", macht der Schweizer allen Silberpfeil-Fans Mut. "Jedes Auto hat seine Stärke. Das haben wir jetzt gesehen. Außerdem wurde Rosberg Sechster hinter zwei Red Bull. Es gab Rennen, da wäre man froh gewesen, hinter einem Red Bull zu landen. Man muss es auch mal von der Seite sehen."

Fotoquelle: xpbimages.com

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