Sebastian Vettel hätte nichts gegen weibliche Konkurrenz im Fahrerfeld

Formel 1 2013

— 14.05.2013

Vettel: "Zeiten vorbei, dass nur Männer in der Formel 1 arbeiten"

Diskussionen über Frauen in der Formel 1 kochen immer wieder hoch, ohne jedoch Früchte zu tragen - Sebastian Vettel hätte nichts gegen weibliche Konkurrenz



Der Große Preis von Spanien ist passé, viele Geschichten sind geschrieben worden. Eine Frau, die am Wochenende besonders gefragt war vor den Mikrofonen, war Maria de Villota. Zehn Monate nach ihrem schweren Unfall in Duxford zeigte sich die ehemalige Marussia-Test-Pilotin erstmals wieder in der Formel 1. Alle Hoffnungen, dass mit der Spanierin seit langem mal wieder eine Frau in einen Grand Prix startet, sind aber nach den schweren Verletzungen, die De Villota erlitt, längst begraben. Momentan scheint einzig Susie Wolff, die als Testfahrerin für Williams tätig ist, das Potential und eine realistische Chance zu haben.

Weltmeister Sebastian Vettel würde sich über eine weibliche Konkurrenz in der nahen Zukunft freuen: "Bei den Fahrern ist es immer noch ein bisschen dünn besetzt mit keiner Frau am Steuer. Vielleicht klappt das ja aber auch irgendwann", so der Heppenheimer über die aktuelle Frauensituation in der Formel 1. Sein Red Bull Team hat kürzlich den ersten Schritt in diese Richtung getan, indem man die Niederländerin Beitske Visser ins eigene Juniorteam holte. In dieser Saison wird die 18-Jährige zunächst in der ADAC Formel Masters an den Start gehen, wo ihr im vergangenen Jahr immerhin zwei Siege und der achte Platz in der Gesamtwertung gelangen. Jedoch ist die Nachwuchsschmiede der Österreicher nach wie vor mit einer Handvoll Talenten gespickt, der Weg in die Formel 1 dürfte für Visser somit ein schwieriger werden.

Im Fahrerfeld sieht es also nach wie vor sehr mau aus. Auf anderen Gebieten der Formel 1 konnten Frauen aber bereits Fuß fassen, bestes Beispiel: Monisha Kaltenborn. Seit 2012 leitet sie als Teamcheffin den Rennstall Sauber, besitzt sogar Anteile am Schweizer Traditionsteam. Im vergangenen Jahr konnte die geborene Inderin bereits mit sehr guten Ergebnissen überzeugen. Für Vettel ist das eine logische Entwicklung: "Letzten Endes arbeiten sehr, sehr viele Leute in der Formel 1 und sehr, sehr viele Leute für jedes einzelne Team. Ich glaube, die Zeiten sind schon längst vorbei, dass da nur Männer arbeiten."

Selbst Formel-1-Legende Sir Stirling Moss hat nach seinen Machoaussagen vor einem Monat zurückgerudert und Susie Wolff kontaktiert. Die Williams-Test-Fahrerin ließ verlauten: "Sir Stirling hat sich entschuldigt und wünscht mir alles Gute. Ich sagte ihm 'Schwamm drüber', er hat ein Recht auf seine eigene Meinung." Mitte April hatte der Brite behauptet, Frauen seien zwar stark genug, ihnen fehle aber die mentale Einstellung, um harte Rad-an-Rad-Duelle zu fahren. Wolff hatte gereizt auf die Aussagen des 83-Jährigen reagiert: "Ich muss ihm komplett widersprechen. Es lässt mich erschaudern, so etwas zu hören."

Wenn es nach Formel-1-Boss Bernie Ecclestone ginge, würden Frauen längst auch im Fahrerfeld Einzug gehalten haben. Erst im Februar hatte er einen neuen Versuch unternommen, Danica Patrick von einem Wechsel aus der NASCAR-Serie in die Formel 1 zu überzeugen, erneut biss er auf Granit. Patrick hatte kurz zuvor sensationell die Pole-Position beim legendären Daytona 500 geholt und sorgte damit weltweit für Schlagzeilen. Davon träumt Ecclestone seit langem und auch Niki Lauda stimmt ihm zu: "Wenn wir es schaffen würden, dass eine Frau unter die besten Sechs fahren würde, dann hätten wir doppelt so viele Fans vorm TV, weil dann auch die Frauen zugucken." Es scheint also klar: Die Formel 1 braucht schnelle Frauen. Wann dieser Tag aber kommen wird, ist derzeit nicht abzusehen.

Fotoquelle: Red Bull/Getty Images

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