Fragen an den Versicherungsexperten
— 12.03.2009Kennen Sie Kasko?
Für wen lohnt sich eine Vollkaskoversicherung? Acht Fragen zur Teil- und Vollkaskoversicherung, beantwortet von Bernd Schmitz vom Direktversicherer ONTOS.
autobild.de: Was heißt bzw. bedeutet das Wort Kasko genau? Bernd Schmitz: Das Wort "Kasko" kommt aus dem Spanischen und bedeutet so viel wie Körper. In Bezug auf die Kfz-Versicherung bedeutet es Versicherungsschutz für das Fahrzeug.
Es gibt eine Teil- und eine Vollkaskoversicherung. Was ist der Unterschied? Beide Versicherungen ersetzen Schäden am eigenen Fahrzeug. Der Unterschied: Die Teilkasko sichert gegen Glasbruch, Wildunfälle und Elementarschäden wie Sturm, Hagel, Blitzschlag oder Überschwemmung ab. Außerdem gegen Diebstahl des Autos oder seiner Teile. Die Vollkaskoversicherung ersetzt darüber hinaus Schäden am Fahrzeug durch Kollision (mit Fahrerflucht) oder Eigenverschulden. Zudem Schäden durch Dritte, die den Schaden nicht selbst bezahlen können oder nicht versichert sind. Darüber hinaus greift die Vollkasko, wenn das Fahrzeug durch Vandalismus beschädigt wird.
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In Haftpflicht und Vollkasko gibt es einen SF-Rabatt. Warum nicht auch in der Teilkasko? Das hängt damit zusammen, dass es bei der Teilkasko kein überschaubares subjektives Risiko gibt. Während sich der Versicherungsnehmer den SF-Rabatt in der Vollkasko aktiv durch unfallfreies Fahren "erfahren" kann, liegen die über die Teilkasko versicherten Risiken außerhalb seines Einflussbereiches. Der Versicherungsnehmer kann weder verhindern, dass es hagelt und sein Autodach von Hagelkörnern groß wie Hühnereier zerbeult wird, noch dass ein Steinchen auf der Autobahn hoch geschleudert und seine Windschutzscheibe beschädigt oder dass ihm auf weiter Flur plötzlich ein Reh auf die Motorhaube springt.
Braucht jeder Autofahrer eine Kaskoversicherung? Eigentlich ja. Allein der Wille des Autofahrers, schadenfrei unterwegs sein zu wollen, reicht nicht aus. Und genau darüber muss sich der Versicherungsnehmer ohne Kaskoschutz im Klaren sein. Denn die obligatorische Kfz-Haftpflicht leistet nur gegenüber einem geschädigten Dritten und nicht für Schäden am eigenen Fahrzeug.
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Wann empfiehlt sich eine Vollkaskoversicherung? Das kann man so nicht sagen. Tendenziell ist die Vollkasko bei Fahrzeugen mit hohem Listenpreis, insbesondere bei Neufahrzeugen, zu empfehlen. Bei älteren Fahrzeugen hängt das vom Bedarf und dem finanziellen Spielraum des Versicherungsnehmers ab. Unabhängig vom Alter des Fahrzeugs ist jedem Versicherungsnehmer vor der Entscheidung für oder gegen die Vollkasko der Vergleich anzuraten. Denn der Abschluss einer Vollkasko kann gegenüber der Teilkasko durchaus interessant sein. Nämlich dann, wenn man einen günstigen SF-Rabatt in der Vollkasko zur Verfügung hat.
Warum kann eine Vollkasko billiger als eine Teilkasko sein? Das liegt darin begründet, dass der Versicherungsnehmer in der Vollkasko seinen SF-Rabatt durch unfallfreies Fahren beeinflussen kann, während in der Teilkasko kein SF-Rabatt gewährt wird. Deshalb der Tipp, zu vergleichen. Des Weiteren spielt die Typklasse des Fahrzeugs eine Rolle. Hier gilt die Regel, dass die Typklasse in der Vollkasko niedriger ist als in der Teilkasko. Und dieser Unterschied kann gravierend sein. Abschließend beeinflusst auch noch die im Rahmen des Versicherungsschutzes gewünschte Selbstbeteiligung die Höhe des Beitrags.

































