Gebrauchtwagen Fiat Panda 4x4 II (ab 2004)
— 23.11.2009Die kleine Bergziege
Der ultrakompakte Fiat ist sehr zuverlässig und hält verblüffend lange durch. Dennoch gibt es Problemzonen, auf die man achten sollte. Etwa auf defekte Stoßdämpfer, Korrosionsprobleme, Ölverlust und rostanfällige Auspuffanlagen.
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Den Lesern dient der Allrad-Panda meist als Zweitwagen (82 Prozent). Es gibt aber auch hartgesottene Vielfahrer; einer beispielsweise spult pro Jahr 43.000 Kilometer mit seinem Panda Cross ab. Nicht der Federungskomfort schränkt die Langstreckentauglichkeit des Fiat ein, sondern das störend hohe Geräuschniveau. Dafür loben die Besitzer die erstaunliche Geländetauglichkeit. Das relativ geringe Gewicht hilft vor allem auf rutschigem und verschneitem Untergrund. Nur die Bodenfreiheit ist zu knapp bemessen. Zentrale Schwachstelle des Panda ist die vordere Radaufhängung; sie verschleißt überdurchschnittlich schnell. Dabei spielt es den Lesererfahrungen zufolge jedoch überhaupt keine Rolle, ob der Panda auch im Gelände bewegt wird. Im Übrigen besteht bei den Frontantriebs-Panda offenbar ein ähnliches Problem. Für nicht wenige Besitzer ist deshalb bereits der erste Termin für die Hauptuntersuchung nach drei Jahren ein Schock. Denn bei der Prüfung kommt übermäßiger Verschleiß an den Koppelstangen des Stabilisators und den Traggelenken ans Licht. Selbst Wenigfahrer können sich da nicht beruhigt zurücklehnen, wie die Lesererfahrungen zeigen.Die Vorderachse bereitet auffällig häufig Probleme
Es gibt Pandas, bei denen bereits nach drei Jahren, aber nur 25.000 Kilometer Laufleistung bei der Hauptuntersuchung die Vorderachse moniert wird. Vorzeitig defekte Stoßdämpfer komplettieren das düstere Bild von der vorderen Radaufhängung. Hier scheint es Korrosionsprobleme mit den Kolbenstangen der Dämpfer zu geben, die zu erhöhter Reibung, Ölverlust oder gar zum Bruch des Dämpfers führen können. Noch dazu sind die Dämpfer vergleichsweise teuer. Gerade bei Wenigfahrern beanstanden die TÜV-Prüfer oft schon bei der ersten Hauptuntersuchung nach drei Jahren die mangelhafte Wirkung der vorderen Bremsen. Bei Vielfahrern tritt dieses Problem wesentlich seltener in Erscheinung. Bliebe abschließend noch, die rostanfällige Auspuffanlage zu erwähnen. Damit sind die Problemzonen aber auch schon abgehakt. Richtig teure Aggregate wie Motor, Getriebe oder Allradantrieb halten lange durch. Einige Besitzer haben bereits mehr als 200.000 Kilometer abgespult. Ab und an eine Reparatur an der berüchtigten vorderen Radaufhängung, dann und wann die vorderen Bremsen erneuert, aber das war es dann auch schon.ANZEIGE
| Datenblatt Fiat Panda 4x4 II (ab 2004) | |
|---|---|
| Modellgeschichte | |
| 2004: Einführung des Panda 4x4 der zweiten Generation; L/B/H 3,58/1,61/1,65 m; 1.2-Vierzylinder-Benziner (60 PS) mit Fünfgang-Schaltgetriebe; serienmäßig ABS, Servolenkung, 2 Airbags, el. Fensterheber vorn, Zentralverrieglung | |
| 2005: Zusätzlich 1.3-Common-Rail-Turbodiesel mit vier Zylindern (70 PS); EU4, kein Dieselrußfilter | |
| 2006: Zusätzlich Panda Cross auf Basis des Panda 4x4 1.3 JTD: andere Leuchten rundum, andere Stoßfänger, Seitenbeplankung, durch größere Räder (15 statt 14 Zoll) mehr Bodenfreiheit (165 statt 160 mm), manuell zuschaltbarer Bremseingriff v+h, zusätzlich serienmäßig Klimaanlage, Nebelscheinwerfer, CD-Radio, geteilte Rückbank | |
| Schwachstellen/Zuverlässigkeit | |
| Die Vorderachse ist der zentrale Schwachpunkt aller Panda, auch der Frontantriebsmodelle. Oft schon bei der ersten Hauptuntersuchung wird übermäßiges Spiel an den Koppelstangen des Stabilisators und den Traggelenken bemängelt. Dazu kommen defekte Stoßdämpfer. Insgesamt 31 Prozent der Leser-Panda 4x4 waren betroffen. Wegen mangelnder Bremswirkung an den Vorderrädern müssen oft schon nach 25 000 km die Bremsscheiben und -beläge gewechselt werden (23 %). Bei 12 Prozent musste der Auspuff wegen Korrosion vorzeitig ersetzt werden. Die Zuverlässigkeit ist überdurchschnittlich gut: Startversager (5 %) trotz geladener Batterie sind meist auf Probleme mit der elektronischen Wegfahrsperre zurückzuführen. Pannen auf freier Strecke betreffen meist die überlastete Kupplung des Diesels. | |
| Ersatzteilkosten | |
| Kotflügel vorn | 112 Euro |
| Scheinwerfer komplett | 174 Euro |
| Bremsscheiben vorn (ein Satz) | 65 Euro |
| Bremsbeläge vorn (ein Satz) | 81 Euro |
| Schaltgetriebe (AT) | 2804 Euro |
| Motor ohne Anbauteile (AT) | 2439 Euro |
| Generator (AT) | 235 Euro |
| Anlasser (AT) | 192 Euro |
| Wasserpumpe (neu) | 82 Euro |
| Auspuff ohne Kat | 316 Euro |
| Preise inklusive Mehrwertsteuer am Beispiel eines Panda 4x4 1.2, Baujahr 2004. Motor und Getriebe sind zwar selbst als Austauschteil noch recht teuer, aber dafür sind gängige Verschleißteile sehr günstig — typisch Fiat. | |
| Technik | |
| Allradantrieb: Permanenter Allradantrieb über mechanische Visko-Mehrscheibenkupplung (Kraftverteilung v:h 98:2 bis 50:50); keine Geländeuntersetzung ; Panda Cross: el. Schlupfregelung durch automatischen Bremseingriff, manuell aktivierbar Aufbauweise: selbsttragende Stahlblechkarosserie Verbrauch: 1.2: 7,5 Liter Superbenzin/100 km; 1.3 JTD: 6,5 Liter Diesel pro 100 km Höchstgeschwindigkeit: 1.2 Benziner: 142 km/h; 1.3 JTD: 152 km/h | |
| Urteil | |
| Der Allrad-Panda ist komfortabler und sicherer als ein Suzuki Jimny oder gar ein Lada Niva. Im Gegensatz zu anderen Allrad-Kleinwagen gibt es ihn auch mit Dieselmotor. Und er ist erstaunlich geländetüchtig. Schade, dass die Vorderachse so häufig Probleme macht. Deshalb: Panda nur mit frischer HU-Plakette kaufen. | |
| Gebrauchtwagenpreise Fiat Panda 4x4 | |||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Typ | Türen | KW/PS | Neupreis | Versicherungsklassen | 2008 | 2007 | |||||
| 1.2 4x4 | 4 | 44/60 | 12.870 | HPF 15 VK 14 TK 17 | 8550 | 7700 | |||||
| 1.2 4x4 Climbing | 4 | 44/60 | 13.620 | HPF 15 VK 14 TK 17 | 9075 | 8175 | |||||
| 1.3 JTD 4x4 | 4 | 51/70 | 14.720 | HPF 17 VK 17 TK 18 | 9325 | 8400 | |||||
| 1.3 JTD 4x4 Climbing | 4 | 51/70 | 15.470 | HPF 17 VK 17 TK 18 | 9775 | 8825 | |||||
| Cross 1.3 JTD | 4 | 51/70 | 18.070 | HPF 17 VK 17 TK 18 | 11.350 | 10.200 | |||||
| km-Stand | 16.000* | 28.000* | |||||||||
| Typ | 2006 | 2005 | 2004 | 2003 | 2002 |
|---|---|---|---|---|---|
| 1.2 4x4 | 6925 | 6275 | 5675 | ||
| 1.2 4x4 Climbing | 7375 | 6650 | 6000 | ||
| 1.3 JTD 4x4 | 7525 | 6825 | |||
| 1.3 JTD 4x4 Climbing | 7975 | 7225 | |||
| Cross 1.3 JTD | 9225 | ||||
| km-Stand | 40.000* | 51.000* | 62.000* | 72.000 | 82.000 |
| Quelle DAT; Händlerverkaufspreise (in Euro inkl. Mwst.) ausgewählter, unfallfreier Modelle mit mindestens einem Jahr TÜV / * für alle 1.3 JTD gelten folgende km-Stände: 20.000 / 35.000 / 49.000 / 62.000 / 75.000 | |||||
Auch als Benziner zu haben: der Allrad-Panda ohne Cross
Den Unterschied zum oben gezeigten Panda Cross machen die Reifen in 185/65 R 14 statt 175/65 R 15 aus, zudem die anderen Leuchten und Stoßfänger. Die Differenz bei der Geländetauglichkeit ist jedoch nicht groß, da die Bodenfreiheit nur minimal geringer ist. Der normale Panda 4x4 ist erheblich billiger, oft aber auch mit weniger Extras bestückt.Praxistipp: Panda 4x4 prüfen
• Wegen des übermäßigen Verschleißes an der Vorderachse sollte man einen Panda nur mit frischer HU-Plakette kaufen. Denn damit ist eine Prüfung der Vorderachse verbunden.• Für die vorderen Bremsen gilt das Gleiche: Bei der Hauptuntersuchung fällt die häufig zu schwache Wirkung auf, gerade bei Panda, die wenig gefahren werden.
Die Konkurrenten
Wer einen Diesel will, hat kaum Alternativen zum Allrad-Panda. Beim Benziner schon: Ein Suzuki Ignis 1.3 (94 PS) wird immerhin zehn Prozent billiger gehandelt als ein entsprechender Panda 4x4 1.2 mit nur 60 PS. Ähnlich schmal wie der Fiat, aber länger und geräumiger ist der Daihatsu Terios I bis 2006: Er ist allerdings zehn Prozent teurer als der Fiat.
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