Gebrauchtwagen Kombis für 6000 Euro
Große Klappe zum kleinen Preis

Willkommen in der Welt der Kofferträger! Kompakte Kombis gibt es gebraucht zum Spartarif. Aber welche kann man kaufen? AUTO BILD hat Golf Variant, Astra Caravan, Focus Turnier & Co getestet.
Wir drehen die Zeit zurück in das Jahr 2000. Der Opel Zafira feiert gerade ersten Geburtstag, VW Touran und Ford Focus C-Max sollen erst 2003 zur Welt kommen. Kompaktvan? Papperlapapp! Wer was zu transportieren hat, fährt Kombi. Kinderwagen, Fahrräder oder Blumenerde – durch so eine große Klappe passt einfach alles. Auch wenn der Lademeister der Kompaktwagenliga, also der Golf-Klasse, entstammt. Genug in den Rückspiegel der Geschichte geschaut. Heute ist so ein Kofferraum-Krösus namens VW Golf Variant, Opel Astra Caravan oder Ford Focus Turnier ein guter Tipp für Gebrauchtwagenkäufer.
Gute Familienkombis ab 6000 Euro

Bild: Holger Schaper
Fiat Stilo Multiwagon 1.6
Die Kombiversion des Fiat Stilo kam 2003 auf den Markt. Noch bis Mai 2008 konnte man den Multiwagon kaufen. Die Benzinmotoren leisten von 90 bis 133 PS, bei den Dieseln reicht die Spanne von 80 bis 150 PS. Den von uns empfohlenen 1.6 mit 103 PS gibt es für weniger als 5000 Euro. Allerdings: In der TÜV-Statistik rangiert der Stilo ganz hinten, es gibt Vorderachsprobleme und Ölverlust.
Toyota Corolla Combi 1.6
Vorn Glupschaugen, hinten ein aufgesetzter Rucksack als Kofferraum – der Toyota Corolla Combi der Baureihe E11 (1997–2002) war nicht wirklich ein Hit. Es gibt ihn als Benziner mit 86 bis 110 PS und Diesel mit 72 und 90 PS. Das Angebot an Gebrauchten ist überschaubar. Warum nur? Beim TÜV ist der Japaner in fast allen Disziplinen besser als der Schnitt, nur die Bremsscheiben verschleißen schnell. Außerdem erfreut sich der zuverlässige Corolla großer Beliebtheit bei Autoexporteuren, zahlreiche in Deutschland angebotene Gebraucht-Corolla finden eine neue Heimat in Afrika.
Renault Mégane Grandtour 1.6
Der Renault Mégane Grandtour der ersten Generation wurde von 1999 bis 2003 gebaut, mit Benzinmotoren von 75 bis 115 PS und als Diesel mit 80 bis 102 PS. Günstige Modelle der ersten Stunde als 1,6 Liter starke Benziner (107 PS) gibt es schon ab 3500 Euro. Sie sind aber mit Vorsicht zu genießen. Korossion am Rahmen, Ölverlust, Bremsscheiben bemängelt der TÜV überdurchschnittlich oft.
Peugeot 306 Break 1.6
Von 1997 bis 2002 bot Peugeot den 306 auch als Kombi namens Break an. Für Vortrieb sorgen Benziner von 75 bis 132 PS und Diesel von 68 bis 90 PS. Als 1,6 Liter großen Benziner mit 98 PS gibt’s den geräumigen Franzosen schon für 4000 Euro. Allerdings sollte man dann noch ein paar Euro für Reparaturen haben. Ölverlust, schlechte Bremsen und Auspuffanlagen bemängelt der TÜV.
VW Golf IV Variant 1.6

Bild: Klaus Kuhnigk
Opel Astra G Caravan 1.6

Bild: Klaus Kuhnigk
Ford Focus Turnier 1.6

Bild: Klaus Kuhnigk
Skoda Octavia Combi 1.6

Bild: Andreas Lindlahr
Volvo V40 1.6

Bild: Ulrich Sonntag
Fazit
Es ist ein ewiger Dreikampf. Golf gegen Astra gegen Focus. In der Kombi-Liga wird daraus ein Vierkampf – dank des sehr geräumigen Skoda Octavia. Beim Blick in den AUTO BILD-TÜV-Report landen wir dann doch wieder beim Dreikampf. Denn empfehlenswert auf dem Gebrauchtmarkt sind dank ihrer Zuverlässigkeit der Golf Variant, der Focus Turnier und der Octavia Combi – genau in dieser Reihenfolge. Etwas enttäuschend ist der Astra, der bei der zweiten TÜV-Prüfung überdurchschnittlich viele Mängel aufweist. Als Geheimtipp geht der Toyota Corolla Combi durch – aber er ist schwer zu finden. Ganz im Gegensatz zu Golf, Focus und Octavia.
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