i30, Civic, Focus, Astra: Vergleichstest
— 16.02.2012Der i30 will nach vorne
Hyundai wird immer beliebter, jetzt kommt der Bestseller der Koreaner komplett erneuert: Der i30 fährt zum ersten Vergleich vor – gegen Honda Civic, Ford Focus und Opel Astra.
Überblick: Alle News und Tests zum Hyundai i30
Guckt ein bisschen wie der Tom Cruise in der Golf-Klasse. Nett. Modern. Ein paar niedliche Lachfalten an der richtigen Stelle, aber dass der Hyundai nun optisch hervorsticht als das neue Gesicht in der Masse, lässt sich wirklich nicht behaupten. Mit seinen 4,30 Meter Länge bleibt der i30 sogar kompakter als die wachsende Konkurrenz, welch ein parkfreundlicher Zug! Im Stadtverkehr lernt man auch das dritte Seitenfenster und die gute Rundumsicht schätzen. Der Hyundai hat ordentlich Platz, eine vernünftige Sitzposition für unterschiedlichste Figuren, straffe Polster und eine selbsterklärende Schalterlandschaft, die man hier sogar gern anschaut. Da wird greifbar, welche Fortschritte die Marke macht. Der i30 wirkt, als hätten die Entwickler von überall her die guten Ideen zusammengetragen – und dabei nur wenig übersehen. Der Kunststoff schimmert hochwertig matt, der große Kofferraum hat Licht, und die Ablagen fassen das neue Normmaß der XXL-verwöhnten Kinder – die 1,5-Liter-Flasche.Überblick: Alle News und Tests zu Hyundai
Der Diesel gehört schon zur "Generation Hubraumdiät". Nur 1,6 Liter groß und mit 128 PS schwächer als die Konkurrenz, gefällt der CRDi mit schöner Laufruhe. Allerdings geht ihm jenseits der 140 km/h etwas die Luft aus, dann passen auch unangenehme Brummfrequenzen nicht recht zum Verwöhn-Charakter des Koreaners. Sanft wiegt seine komfortable Federung die Passagiere, schon die mittlere Ausstattung "Trend" (für 21.530 Euro) bietet ab Werk den kleinen Luxus wie Klimaanlage, Kurvenlicht oder Lenkradtasten für die Audioanlage. Nur: Der Modellwechsel hat aus dem i30 keinen Dynamiker gemacht. Die neue elektromechanische Lenkung, ganzer Stolz der Ingenieure, spart sicher ein paar Tropfen Sprit und lässt sich dreistufig im Ansprechverhalten verstellen, doch selbst die dritte Stufe "Sport" reagiert noch träge und gefühllos. Seltsam, da endet Hyundais Akribie bei der Entwicklung. Auch der elektronische Schleuderschutz ESP arbeitet eher rigoros als feinfühlig – gut so, weil sich der i30 beim plötzlichen Ausweichhaken kräftig zur Seite neigt.News und Tests: Honda Civic
Mehr Sanftmut hat Honda auch seinem neuen Civic anerzogen. Eine verbesserte Hinterachse, sanfteres Abrollen, dazu ein halbwegs aufgeräumtes Cockpit, das besseren Kunststoff bekam und den Startknopf jetzt rechts trägt – das ausgefallene Raumschiff gibt sich in seiner neunten Generation alltagsfreundlicher. Doch auch am umgestylten Heck (diese Rückleuchten!) steht der Spoiler wieder mitten im Blickfeld, und auf Italiens Schlaglochpisten knistern Karosserie und Plastik im leisen Konzert. Das überhört jedoch, wer sich ins überlegene Raumkonzept des Honda verguckt hat: in diese Höhle von Kofferraum, die selbst bei Edel-Limousinen selten zu finden ist (477 Liter) und bis auf umzugstaugliche 1378 Liter wächst.Und in die einmalige Rückbank, die sich einzeln aufstellen lässt wie ein Kinosessel, weil darunter kein Tank liegt – der steckt unter den Vordersitzen. Hat sonst keiner. Sieht das Cockpit in zwei Ebenen nun nicht gleich viel augenfreundlicher aus? Da hat der hubraumstarke Diesel uns längst für den Civic eingenommen. Ein souveräner, laufruhiger Selbstzünder, der bestens mit der Start-Stopp-Automatik harmoniert und beim Griff zur exakten Schaltung sogar Sportgeist wecken kann. Wer stattdessen lieber Sprit spart, drückt links den Econ-Schalter und verwandelt den Temperamentsbolzen in einen ... Opel-Motor.
Weitere Details zu den vier Kompakten gibt es in der Bildergalerie. Den kompletten Artikel mit allen technischen Daten, Tabellen und der Wertung lesen Sie in AUTO BILD 7/2012 – im Handel ab Freitag, 17. Februar oder direkt hier als PDF-Download.
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Kommentare zum Artikel (119)
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Dieser sogenannte Vergleichstest war doch eher oberflächlich. Dass die AB es besser kann, hat sie jetzt in der neuen Ausgabe bewiesen - und schon zeigt sich, dass der zunächst so hochgejubelte Hyundai doch einige Schwachpunkte hat. In der Tat sollte man den Koreanern auch mal kritisch begegnen, sie schaffen in Westeuropa in der Produktion nicht einen Arbeitsplatz, sondern produzieren nur in Niedriglohnländern, wollen aber von der Kaufkraft hier profitieren.
Hyunday Hyunday über alles, es kotzt mich an wie die sogenannten Tests bei Auto Bild ablaufen. Wenn ich lesen muß, dass Opel Astra einen müden Diesel hat der mit dem Gewicht des Autos nicht fertig wird, dann möchte ich diesen \\\"Tester\\\" gerne einladen und Ihm vorführen was dieser Diesel wirklich draufhat. Es ist zum schämen wie Autobild nach der Zuwendung der Autoindustrie Fahrzeuge wertet.
Also schämt euch!!!!!!!!!!!
@bleedingme: Sehr gut gesagt, sehe ich genauso. mfG FNA
@FNA
Natürlich verstehe ich auch das. Obwohl ich gerne Fachzeitschriften lese (auch die AB - Asche auf mein Haupt), bin ich der Meinung, dass hier teilweise auf einem für den Normalfahrer nicht nachvollziehbaren Niveau Unterschiede mit der Lupe gesucht werden, nur um Sieger und Verlierer benennen zu können. Aus diesem Vergleich kann man denke ich jedes Auto weiterempfehlen, am Ende ist es reine Geschmackssache. Und jeder Hersteller greift mal ins Klo, sei es mit einem Moter, mit Kinderkrankheiten oder mit \"Langzeitunverträglichkeiten\" eines Bauteils.
@bleedingme: Sie haben natürlich Recht, und ich verstehe und respektiere, daß auch Hyundai Arbeitsplätze in Europa und Deutschland schafft. Aber nochmals: Ich möchte, daß die alte Marke Opel erhalten bleibt. Somit erscheint es aus meiner Sicht eher weniger sinnvoll/zielführend, mir einen Hyundai zu kaufen... mfG FNA