Neue Regeln für Autofahrer: Änderungen 2018

— 21.11.2017

Das ändert sich 2018

Neue Regeln für Winterreifen, Neuberechnung der Kfz-Steuer, HU-Plakette, Versicherungsklassen, eCall, Entscheidung über Fahrverbote, Ausweitung der Lkw-Maut: Das alles ändert sich im Jahr 2018 für Autofahrer. Große Übersicht!

2018 kommt eine ganze Reihe neuer Regeln auf die Autofahrer zu. Die wichtigste Änderung betrifft Winter- und Ganzjahresreifen: Bei Fahrten in winterlichen Straßenverhältnissen sind ab 1. Januar 2018 nur noch neue Reifen mit Schneeflockensymbol zulässig. Reifen allein mit der Kennzeichnung "M+S" sind aber noch für eine Übergangszeit erlaubt. Außerdem ändern sich die Typ- und Regionalklassen der Autoversicherungen, was die Versicherung für einige Halter teurer, für andere billiger macht. Für neue Automodelle mit Typzulassung ab 1. September dürfte die Kfz-Steuer ab September 2018 kräftig steigen, denn dann ändert sich das Messverfahren, das der Berechnung zugrunde liegt. Fahrzeuge mit grüner Plakette auf dem Kennzeichen müssen zur Hauptuntersuchung. Schon ab April müssen Neuwagen mit dem automatischen Notruf eCall ausgestattet sein. Außerdem dürfte 2018 auch eine Entscheidung über Fahrverbote für alte Diesel in Deutschland fallen. Große Übersicht: Das ändert sich 2018 für Autofahrer (mit Material der Deutschen Presseagentur):

Das ändert sich 2018 für Autofahrer:

Verschärfte Regeln für Winter- und Ganzjahresreifen

Die Regeln für Winter- und Ganzjahresreifen werden zum 1. Januar 2018 verschärft. Bislang galt in Deutschland, um der situativen Winterreifenpflicht zu genügen, dass bei winterlichen Straßenverhältnissen entweder Ganzjahresreifen (mit M+S-Symbol) oder Winterreifen mit "Alpine"-Symbol (Schneeflocke in stilisiertem Berg) gefahren werden müssen. Ab 1. Januar 2018 reichen Reifen allein mit M+S-Symbol nicht mehr aus: Dann sind nur noch Winter- oder Ganzjahresreifen mit "Alpine"-Zeichen zulässig. Die Regel gilt nur für Neureifen, die ab diesem Stichtag produziert wurden; M+S-Reifen ohne "Alpine"-Symbol, die bis 31. Dezember 2017 hergestellt wurden, dürfen noch bis 30. September 2024 gefahren werden.
Zweite Neuerung: Bislang wurde lediglich der Fahrer eines Autos, das ohne geeignete Reifen unterwegs war, mit einem Bußgeld in Höhe von 60 Euro bestraft. Ab 1. Januar 2018 wird auch der Halter des Fahrzeugs zur Verantwortung gezogen. Das Bußgeld wurde erhöht und beträgt dann 75 Euro, bei Gefährdung mehr.

Kfz-Versicherung: Neue Typ- und Regionalklassen

Zum Jahreswechsel werden neue Kfz-Versicherungstarife gültig. Über ihre Höhe entscheiden die Typ- und die Regionalklassen, mit welchen die Versicherungen die Schadenswahrscheinlichkeit der verschiedenen Modelle in verschiedenen Gegenden einschätzen. Je höher die Wahrscheinlichkeit, desto höher die Beiträge. Für die meisten Autofahrer ändert sich nichts, einige müssen aber mit deutlich höheren oder auch niedrigeren Beiträgen rechnen.
  • Typklassen: Laut GDV (Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft) muss sich jeder siebte Autobesitzer nach der neuen Typklassenstatistik mit höheren Beiträgen abfinden. Knapp 5,7 Millionen Autos (14 Prozent, also jedes siebte Fahrzeug) kommen im Vergleich zum Vorjahr in eine höhere Klasse. Betroffen sind hier vor allem stark motorisierte SUVs und Oberklassewagen. Doch rund 5,2 Millionen Autofahrer, vor allem von Kleinwagen, können sich auch freuen, sie rutschen in eine niedrigere Klasse (13 Prozent). Für fast drei Viertel der insgesamt rund 39,6 Millionen mit Haftpflicht versicherten Autos dagegen ändert sich nichts (73 Prozent). Hier bleiben die Typklassen im Vergleich zum Vorjahr unverändert. Bei der Teilkasko kommt ein Fünftel (20 Prozent) in eine höhere Klasse. Das sind laut GDV rund 2,5 Millionen Autos. Für rund ein Drittel wird es günstiger (33 Prozent). So kommen rund 4,2 Millionen Autos in niedrigere Klassen.
  • Alles über die Typklassen 2018
  • Regionalklassen: Während sich die Regionalklassen der Kfz-Haftpflichtversicherung von rund 67 Zulassungsbezirken in Deutschland verbessern, werden 41 Zulassungsbezirke in ungünstigere Regionalklassen heraufgestuft. Von der Verbesserung profitieren etwa 5,5 Millionen Autofahrer, von den Verschlechterungen werden etwa 3,6 Millionen Fahrer betroffen sein. In 305 Zulassungsbezirken beziehungsweise für 31 Millionen Autofahrer bleiben die Regionalklassen von 2017 erhalten. Bei den Kasko-Versicherungen sind insgesamt deutlich weniger Versicherte von Veränderungen betroffen: Hier rutschen rund 2,8 Millionen Versicherte in niedrigere (günstigere) Regionalklassen und etwa 2,6 Millionen in höhere (ungünstigere) Regionalklassen. Für knapp 29 Millionen der über 34 Millionen Voll- oder Teilkaskoversicherten ändern sich die Regionalklassen nicht.
  • Alles über die Regionalklassen 2018

Abgase: Endrohrmessung wird Pflicht

Nach dem VW-Abgasskandal will der Bund den Autobauern schärfer auf die Finger sehen. So wird vom 1. Januar 2018 an die Endrohrmessung bei der Abgasuntersuchung (AU) Pflicht. Bislang wurden die Werte per On-Board-Diagnose überprüft, und nur wenn hier ein Fehler vorlag, wurde am Endrohr zusätzlich nachgemessen. Damit lassen sich Defekt wie auch bewusste Manipulationen erkennen.

Neuberechnung der Kfz-Steuer ab September

Vom 1. September 2018 an wird die Kfz-Steuer für brandneue Automodelle neu berechnet. Betroffen sind Autos, die ab diesem Stichtag eine neue Typenzulassung bekommen, also beispielsweise nach einem Modellwechsel. Nach AUTO BILD-Informationen könnte die Steuer bei einigen Modellen um mehrere Hundert Prozent steigen. Hintergrund ist, dass das bisherige NEFZ-Prüfverfahren durch die WLTP-Norm (Worldwide Harmonized Light-Duty Vehicles Test Procedure) ersetzt wird. Bei der Abgasmessung auf dem Prüfstand bringt sie realistischere, also zumeist höhere CO2-Werte – und die dürften sich in einer höheren Kfz-Steuer niederschlagen. Dies gilt jedoch nicht für Autos, die zwar nach dem 1. September 2018 vom Band liefen, deren Typengenehmigung aber schon vorher erteilt wurde. Erst von September 2019 an gelten die neuen Regeln – und damit auch die höhere Kfz-Steuer – für alle neu zugelassenen Autos.
Mehr Infos zur Neuberechnung der Kfz-Steuer

Autos mit grüner Plakette müssen zur Hauptuntersuchung

Mit dem Jahreswechsel ändern sich auch wieder die Gültigkeiten der Plaketten für die Hauptuntersuchung. Wer auf seinem Kennzeichen eine grüne Plakette mit der Jahreszahl 2018 hat, muss sein Fahrzeug bis spätestens Ende 2018 zur HU vorstellen. Darauf weist die DEKRA hin. In 2018 wird eine blaue Plakette zugeteilt, 2019 eine orangefarbene, und 2020 eine braune. Erkennbar ist dies auch an der Jahreszahl in der Mitte. In welchem Monat die Fahrzeugprüfung spätestens ansteht, erkennt man daran, welche Zahl auf der Plakette oben steht. Wer die Fristen überzieht, dem droht bei Polizeikontrollen ein Bußgeld. Bei mehr als zwei Monaten Verzug steht außerdem eine vertiefte HU mit zusätzlichen Kosten an.
Mehr Infos zur Haupt- und Abgasuntersuchung

eCall: Notrufsystem bei allen neuen Modellen

Von April 2018 an wird das automatische Notrufsystem eCall in allen neuen Pkw-Modellen in der EU zur Pflicht. Mit dem neuen System lässt sich nach Schätzung der EU-Kommission die Zahl der Unfalltoten um zehn Prozent verringern. Bei einem Unfall löst eCall automatisch den einheitlichen europäischen 112-Notruf aus. So sollen Helfer schneller zum Unfallort geführt werden – auch wenn der Fahrer bewusstlos ist. Das System soll nur bestimmte Daten weitergeben, darunter Ort und Zeitpunkt des Unfalls, die Fahrtrichtung, die Zahl der Insassen und die Art des Treibstoffs.
Mehr zum Thema eCall

Lkw-Maut wird auch auf Nebenstrecken fällig

Bisher wird die Nutzungsgebühr von Lkw ab 7,5 Tonnen nur auf den Autobahnen und 2300 Kilometern Bundesstraße kassiert. Das wird nun deutlich ausgeweitet: Von 1. Juli 2018 an müssen Brummi-Fahrer auf fast allen Bundesstraßen blechen, insgesamt sind 39.000 Kilometer Bundesstraße mautpflichtig. So sollen jährlich bis zu zwei Milliarden Euro mehr in die Bundeskasse kommen. Die Neuregelung sieht die Möglichkeit vor, die Mautpflicht auch auf kleinere Landesstraßen auszuweiten, um eventuellen Ausweichverkehr zu unterbinden. Ausgenommen von der neuen Verordnung sind landwirtschaftliche Fahrzeuge mit einer Höchstgeschwindigkeit von maximal 40 km/h. Auch Fernbusse und Schausteller sind bisher nicht betroffen. Allerdings will die Bundesregierung bis Ende 2017 eine Ausdehnung der Mautpflicht auch auf diese Fahrzeuge und auf Lkw zwischen 3,5 und 7,5 Tonnen prüfen.
News über die Lkw-Maut

Fahrverbote: Entscheidung steht an

Ob ein Fahrverbot für alte Diesel kommt, entscheidet sich möglicherweise am 22. Februar 2018: Da tagt das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig, und auf der Tagesordnung stehen etwaige Fahrverbote in Stuttgart. Die sollten eigentlich ganzjährig und flächendeckend von 1. Januar 2018 an in der baden-württembergischen Landeshauptstadt für ältere Diesel-Autos gelten, entschied das Verwaltungsgericht Stuttgart Ende Juli 2017. Grund: Die vorgesehenen Maßnahmen reichen nicht aus, um die seit Jahren vor allem mit Stickoxiden und Feinstaub verschmutzte Luft in der Landeshauptstadt nachhaltig zu verbessern. Das schwarz-grün regierte Bundesland Baden-Württemberg ging jedoch gegen das umstrittene Fahrverbotsurteil des Verwaltungsgerichts Stuttgart vor. Nun muss das Bundesverwaltungsgerichts letztinstanzlich entscheiden, ob ältere Diesel in Stuttgart fahren dürfen oder nicht.
Überblick: Fahrverbote, blaue Plakette, Euro-5-Umrüstung

Vignetten und Mautgebühren in den Nachbarländern

Noch liegen der Redaktion nicht alle Informationen zu den Vignetten- und Mautgebühren für 2018 vor. Hier die bekannten Daten:
  • Österreich: Die Vignette 2018 wird "kirschrot" und nur geringfügig (ein Prozent) teurer. Für Pkw kostet das Pickerl für zehn Tage 9,00 Euro, für zwei Monate 26,20 Euro und für ein Jahr 87,30 Euro. Wer sich über die Aufkleber an der Windschutzscheibe ärgerte, kann sich freuen: Erstmals gibt es die Vignette auch in digitaler Form. Sie ist von Mitte November an zunächst ausschließlich über die Betreiberin Asfinag oder deren App erhältlich. Wichtig: Aufgrund des Fernabsatzgesetzes ist die digitale Vignette erst ab dem 18. Tag nach dem Tag des Online-Kaufs gültig und berechtigt erst ab dann zur Nutzung der Autobahnen und Schnellstraßen in Österreich! Von Mitte 2018 an ist die Vignette auch beim ADAC erhältlich und dann ab Kauf sofort gültig.

  • Slowenien: Die Preise bleiben unverändert, die neue Farbe ist Blau.

  • Schweiz: Ob der Preis für die Schweizer Vignette zum Jahreswechsel nochmals angehoben wird, ist noch nicht bekannt; am 1. September 2017 wurde er bereits aufgrund der aktuellen Kursentwicklungen an den Devisen-Börsen von 36,50 auf 38 Euro angehoben. Neue Farbe: Orange.

  • Tschechien: Preise für 2018 sind noch nicht bekannt. Die neue Farbe ist auch hier Orange.

Autor: Maike Schade

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