Opel Astra (2015) gegen Golf: Vorschau

Opel Astra (2015) gegen Golf: Vorschau

— 02.06.2015

Jetzt schlägt Opel zurück

Astra gegen Golf – das ist längst kein Duell mehr. Zu sehr ist der VW davongezogen. Der neue Astra soll den Abstand nun verkürzen.

Vieles neu, aber nicht alles anders: Auch der neue Astra lässt sich auf Anhieb als Astra erkennen.

Käfer gegen Kadett, Kadett gegen Golf, Golf gegen Astra – das Duell zwischen VW und Opel in der Kompaktklasse ist fast so alt wie die Bundesrepublik. Das Problem ist: Dieses Duell ist längst keins mehr. Im vergangenen Jahr brachte VW hierzulande 255.984 Gölfe unters Volk. In der gleichen Zeit fanden sich gerade mal 46.193 Käufer für einen Astra. VW hat allein vom Golf mehr Exemplare verkauft als Opel von seiner gesamten Modellpalette. Also Gegner besiegt? Nicht ganz. Seit Karl-Thomas Neumann in Rüsselsheim das Zepter schwingt, haben sie bei Opel neues Selbstbewusstsein und sich gegenüber der mächtigen Mutter GM in Amerika schon eine Menge Freiheiten erkämpft. So ist Opel tatsächlich der erste Hersteller weltweit, der Voll-LED-Matrix-Technik in die Kompaktklasse bringt – noch vor den Licht-Päpsten von Audi, wo solche Scheinwerfer erst ab dem A6 angeboten werden. Der Scheinwerfer ist ein Symbol dafür, dass Opel nach langer Zeit bei der Entwicklung eines neuen Autos mal wieder in die Vollen gehen konnte.
Opel Astra K Vorstellung: Das ist der neue Astra

Matrix-LED-Scheinwerfer passen Lichtkegel automatisch an

VW Golf VII: Mehr Motoren und Optionen aber auch teurere Aufpreisgestaltung.

Auf der IAA 2015 ist der Astra einer der Stars – und Opels Lichtblick. Natürlich verschwinden mit dem neuen Astra nicht plötzlich alle Nöte. Dass Opel bei der Konzeption dann doch ein wenig aufs Geld schauen musste, zeigt sich bei der Options-Liste. Anders als VW beim Golf können die Rüsselsheimer keinen Allrad, kein Doppelkupplungsgetriebe und keine Verstelldämpfer anbieten – zu teuer in der Entwicklung. Details wie das Super-Licht müssen es richten. Das aus acht Elementen je Scheinwerfer bestehende Matrix-System passt die Länge des Lichtstrahls und die Verteilung des Lichtkegels automatisch jeder Verkehrssituation an. Weil das System den Gegenverkehr nicht blendet, schaltet sich das Fernlicht außerhalb geschlossener Ortschaften automatisch ein.

Opel Astra K (IAA 2015): Erste Fahrt im Prototypen

Opel Astra K Prototyp Opel Astra K Prototyp Opel Astra K Prototyp
Das Ergebnis: Bei einer Geschwindigkeit von 80 km/h kann der Fahrer Objekte am Fahrbahnrand bis zu 40 Meter früher wahrnehmen als mit Xenon-Abblendlicht. Damit hat er rund 1,5 Sekunden mehr Zeit, um etwa auf über die Straße laufendes Wild zu reagieren. Unsere Testfahrt bei Nacht hat gezeigt: Opel hat nicht zu viel versprochen. Das neue Licht wirkt heller, entgegenkommende Fahrzeuge werden nicht geblendet. Der günstige Aufpreis ist typisch Opel: 1500 Euro kostet das Licht. VW hingegen bietet LED-Technik für die Scheinwerfer zwar serienmäßig an, aber nur für die hochpreisigen Versionen e-Golf und GTE, also den Plug-in-Hybriden. Einfaches Bi-Xenon-Licht mit dynamischem Kurvenlicht kostet für die anderen Gölfe bereits 1880 Euro Aufpreis.
Abmessungen Opel Astra (K) VW Golf VII
Länge: 4,37 Meter 4,26 Meter
Breite: 1,82 Meter 1,80 Meter
Höhe: 1,48 Meter 1,45 Meter
Radstand: 2,66 Meter 2,64 Meter
Gewicht: ab 1270 Kilogramm ab 1205 Kilogramm

Neuer Astra ist bis zu 200 Kilogramm leichter als sein Vorgänger

Dank weniger Gewicht reichen dem Astra kleinere Motoren. Bis zu 200 Kilogramm hat der Astra verloren.

Mindestens so wichtig wie die Scheinwerfer: Opel hat den Astra von Grund auf renoviert und Kritikpunkte der aktuellen Generation abgearbeitet. Zum Beispiel das hohe Gewicht. Weil Opel diesmal keine GM-Plattform aufbügeln musste, konnten bis zu 200 Kilogramm gespart werden – damit läge der Astra ansatzweise auf dem Niveau des Golf. Trotzdem ist die neue Karosserie steifer und viel praktischer als bisher. Trotz geringerer Länge (fünf Zentimeter) und weniger Radstand (23 Millimeter) bietet der Kompakte im Fond 34 Millimeter mehr Beinfreiheit. Die Diät wirkt sich auch auf die Motorenpalette aus. Wo weniger Gewicht bewegt werden muss, reichen kleinere Motoren. Zum Marktstart im Herbst 2015 wird es sieben Motoren geben, darunter ist erstmals im Astra auch ein Dreizylinder, der 105 PS leistet. Außerdem gibt es drei Vierzylinder mit 100, 145 und 200 PS. Der 1,6-Liter-Diesel ist in drei Leistungsstufen (95, 140 und 170 PS) geplant. Zum Verbrauch gibt es noch nichts Konkretes, nur die selbstbewusste Behauptung, dass der neue Astra zu den sparsamsten Modellen seiner Klasse gehören soll. Besonders hier sind wir gespannt, denn VW bietet hier zwei besonders sparsame BlueMotion-Versionen an, die im Schnitt gerade mal 3,4 (Diesel) beziehungsweise 4,3 (neuer Dreizylinder-Benziner) Liter verbrauchen.
Motoren-Palette Opel Astra Leistung
Benziner
1.0 Ecotec (Dreizylinder) 105 PS
1.4 Ecotec 100 PS
1.4 Ecotec 145 PS
1.6 Ecotec 200 PS
Diesel
1.6 CDTI 95 PS
1.6 CDTI 140 PS
1.6 CDTI 170 PS

Dank pfiffiger, bezahlbarer Technik ein echter Golf-Gegner

Schluss mit Knöpfchen-Wirrwarr – dieser Astra lässt sich intuitiv bedienen. Erstmals ist OnStar an Bord, der Astra ist online. Fortschritte auch bei der Qualität.

Und während VW sowohl einen Elektro-Golf als auch die R-Version mit 300 PS im Programm hat, kämpft Opel hier noch um Entwicklungsgelder. GM plant zwar ein Elektroauto mit einer Reichweite von 320 Kilometern auf der Plattform des neuen Astra – ob der in den USA produzierte Wagen nach Europa kommt, ist aber noch offen. Zu schlecht sind die Erfahrungen mit dem Ampera, der bei den Käufern in Europa durchfiel. Sicher scheint hingegen ein Astra OPC mit 300-PS-Turbo und auf der Nordschleife abgestimmtem Fahrwerk. Anders als bisher wird der heiße Astra allerdings ein Fünftürer, Opel spart sich nach aktuellem Informationsstand das GTC Coupé. Die Entscheidung bietet keinen Grund zur Häme, auch VW plant keinen Nachfolger für den direkten Konkurrenten Scirocco auf Golf-Basis. Unterm Strich scheint es also, als reife dank pfiffiger, bezahlbarer Technik zurzeit in Rüsselsheim endlich mal wieder ein echter Gegner für den Golf heran. Apropos bezahlbar: Der neue Astra startet bei 16.990 Euro. Im Frühjahr 2016 soll der Kombi folgen. Gute Chancen also, dass das Duell zwischen Astra und Golf wirklich wieder ein Duell wird.

Opel Astra (2015) gegen Golf: Vorschau

Autor:

Stefan Voswinkel

Fazit

Auch wenn Opel nicht so viel Geld für die Entwicklung ausgeben konnte wie VW beim Golf: Der Astra fährt wieder auf der richtigen Spur. Er ist leichter und sparsamer als bisher und bietet pfiffige, bezahlbare Technik. So dürfte der Rüsselsheimer den Wolfsburgern endlich mal wieder ans Blech fahren!

Stichworte:

Kompaktklasse

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