(dpa/rh/mas) Generation K ist auf dem Weg: Auf der IAA 2015 (17. bis 27. September) enthüllt Opel den neuen Astra. Der Golf-Gegner aus Rüsselsheim kommt mit neuem Gesicht, neuer Plattform und neuen Downsizing-Motoren. Und: Er wird dank zahlreicher neuer Assistenzsysteme sicherer.

Debüt für eine leistungsstärkere Frontkamera

Opel Astra OnStar Assistenssystem  !!! SPERRFRIST 03.09.15  00:01 Uhr !!!
1,5 Sekunden Abstand: Der Assistent rechnet die von der Kamera gemessene Distanz zum Vordermann in Sekunden um.
Große Neuerung ist die Frontkamera, die deutlich leistungsfähiger ist als ihr Vorgänger. Sie arbeitet künftig mit anderen Helferlein an Bord zusammen, sodass der Fahrer wesentlich mehr Informationen und Hinweise bekommt als bisher. Zum Beispiel bei der Verkehrsschilderkennung: Die Kamera erkennt laut Opel runde, eckige und sogenannte dynamische Schilder (mit LED-Lichtern). Das Navi 900 IntelliLink gleicht diese Kameradaten mit den eigenen hinterlegten Informationen ab. So werde der Fahrer permanent über eine Anzeige zwischen den Uhren über die zulässige Höchstgeschwindigkeit informiert.

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Opel OnStar im ersten Check
Opel Media Astra mit OnStar und IntelliLink
Opel OnStar - Fahrzeugsicherheit und Vernetzung
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Auch die Abstandsanzeige schließt sich ab sofort mit der Kamera kurz. Die Frontkamera misst den Abstand zum Vordermann, den der Assistent in Sekunden umrechnet. Zudem gibt's ein stilisiertes Auto im Display, das in der Regel grün leuchtet. Verfärbt es sich orange, ist der Abstand zu gering.

Neuer Spurhalteassistent mit Lenkkorrektur

Damit niemand im Astra von der Strecke abkommt, unterstützt zudem der Spurhalteassistent – ebenfalls in Zusammenarbeit mit der Kamera – zwischen 60 und 180 km/h künftig nachdrücklich und mit aktiver Lenkkorrektur. Opel: " Der aufmerksame Helfer weist den Fahrer über die bekannten Warnsignale hinaus nun mit sanften, aber bestimmten Lenkrad-Impulsen darauf hin, wo die richtige Spur verläuft." Auch wenn der Lenkeinschlag in der Kurve nicht ausreicht, meldet sich der Astra: mit einer gelben Warnleuchte, einem dreimaligen Alarmton und dem Zucken im Lenkrad. Gewollte Lenkmanöver soll der Astra auch als solche erkennen können.

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Die Stars der IAA 2015
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Opel Astra OnStar Assistenssystem  !!! SPERRFRIST 03.09.15  00:01 Uhr !!!
Kollisionsgefahr: Wird der Abstand zum Vordermann zu gering, gibt's einen Alarmton, ein Warnsymbol und eine LED-Projektion auf die Windschutzscheibe.
Zu ebenfalls recht deutlichen Mitteln greift der neue Frontkollisionswarner: Wird ein (vom Fahrer definierter) Abstand zum Vorderauto unterschritten, gibt's ein Alarmsignal, ein Warnsymbol und eine LED-Projektion auf die Windschutzscheibe. Dadurch reagiert der Fahrer laut Opel im Schnitt 250 Millisekunden schneller, wodurch die Geschwindigkeit beim Crash um zehn bis 20 km/h niedriger ist. Im Falle des Falles greift zudem der Notbremsassistent ein, indem er die Bremskraft verstärkt oder eine Vollbremsung hinlegt. Bis Tempo 40 werden so laut Opel Kollisionen vermieden.
Weitere Assistenten, die für den neuen Astra angeboten werden, sind ein Toter-Winkel-Warner, der bis Tempo 140 mit Ultraschallsensoren die Umgebung scannt und bei Gefahr diese wie üblich mit einem Symbol im Außenspiegel meldet. Ein Parkassistent und eine optionale Rückfahrkamera (295 Euro) helfen beim bequemen und kratzfreien In-die-Lücke-Kommen.

Der günstigste Astra kostet 17.260 Euro

Die Generation K kann also deutlich mehr als die vorherige. Wie wirkt sich das preislich aus? Die Preise sind jetzt schon offiziell: Der neue Astra kostet als 1,4-Liter-Benziner mit 100 PS und fünf Türen mindestens 17.260 Euro. Zum Vergleich: Die noch aktuelle Generation des Rüsselsheimer Kompakten startet bei 16.990 Euro. Der neue Top-Benziner ist eine 1,4-Liter-Ecotec-Maschine (150 PS) mit Direkteinspritzung und Turbolader, wahlweise als Sechsgang-Handschalter (ab 22.360 Euro) oder Automatik ab 24.010 Euro. Die Diesel sind allesamt 1,6-Liter-CDTI mit variierender Turbo-Aufladung. Der Basisdiesel muss sich mit 95 PS begnügen und ist ausschließlich mit manuellem Sechsganggetriebe ab 20.260 Euro zu haben. Der Top-Diesel hat 136 PS und soll ab 24.910 Euro kosten, mit Automatik werden 26.205 Euro fällig. Der Astra "Business" mit leicht verbesserter Selection-Ausstattung kann für 40 Euro Aufpreis zur Basis geordert werden.

Neuer Astra ist fünf Zentimeter kürzer

Opel Astra
Besonders auffälllig am Heck: die neue C-Säule.
Auffällig ist die neue Front sowie die markante C-Säule. Scharfe Falze lassen den Kompakten kantiger wirken. Opel geht mit dem neuen Astra gegen den Trend und verpasst ihm kompaktere Außenmaße. In der Länge schrumpft der komplett neukonstruierte Astra um knapp fünf Zentimeter (49 mm) auf 4,37 Meter. Auch die Höhe des Neuen haben die Entwickler um 26 Millimeter (nun 1,46 m) verringert, der Radstand fällt 23 Millimeter kleiner aus. Trotzdem verspricht Opel einen geräumigeren Innenraum mit 34 Millimeter mehr Beinfreiheit. Unter dem Blech steckt die Rüsselsheimer Antwort auf den MQB von VW. Der General-Motors-Baukasten hört auf den Namen D2XX und macht den Astra leichter (zwischen 120 und 200 Kilogramm hat Opel an Gewicht eingespart). Zusätzlich sorgt er für einen niedrigeren Schwerpunkt und senkt durch Gleichteile die Kosten.

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Opel Astra K Prototyp
Opel Astra K Prototyp
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Opel Astra K (IAA 2015): Erste Fahrt im Prototypen
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Modernes Cockpit

Opel Astra
Je nach System wechselt das Smartphone-Symbol auf dem Monitor auf Apple oder Android.
Zudem fährt der neue Astra ein klar gegliedertes Cockpit spazieren. Hinter dem Dreispeichen-Lenkrad sind vier leicht ablesbare Rundinstrumente und ein großes Info-Display platziert. Beherrschendes Element in der Mittelkonsole ist der gut erreichbare farbige Touchscreen. Eine Etage tiefer befindet sich das Tableau für Heizung und Klima. Direkt vor dem Schalthebel sitzen die Drucktasten für die Fahrprogramme Sport und Eco, das nicht komplett abschaltbare ESP und die Einparkhilfe. Ein Mobiltelefon lässt sich mit wenigen Handgriffen koppeln, die angeblich stark verbesserte Sprachbedienung war in den sehr früh gebauten Prototypen noch nicht aktiv. Der Astra bekommt optional die neueste Generation des Infotainmentsystems IntelliLink R 4.0 (unsere Abbildung zeigt das Multimediasystem im Opel Karl). Zum Vergleich: Im Opel Corsa kostet das System 300 Euro Aufpreis. Damit kann der Astra der Generation K als erster Kompaktwagen sowohl Apple- als auch Android-Smartphones integrieren. Einfach einstöpseln, und los geht's: Je nach System wechselt das Smartphone-Symbol auf dem Monitor auf das Apple CarPlay- oder Android Auto-Icon. Voraussetzung ist bei Android Auto das Betriebssystem Android Lollipop 5.0 oder höher, bei Apple CarPlay sind Smartphones ab dem iPhone 5 erforderlich. Auch Karl, Adam und Corsa sollen ab Herbst 2015 gegen Aufpreis mit IntelliLink R 4.0 ausgerüstet werden. Für den Insignia (und auf Wunsch auch den neuen Astra) ist zunächst lediglich das Infotainmentsystem Navi 900 IntelliLinkverfügbar, das "im Laufe des nächsten Jahres" Android-Smartphones integrieren können soll.

Die Motoren des neuen Astra

Downsizing hieß die Devise der Triebwerks-Entwickler. Für die Diesel dient der 1,6-Liter-Vierzylinder als Ausgangsbasis für verschiedene Leistungsstufen (ab 95 PS). Der Einstiegsbenziner ist der 1.4 Ecotec-Motor mit 100 PS. Leistungstechnisch etwas darüber rangiert der 1,0-Liter-Turbo mit drei Zylindern und 105 PS. Zudem bietet Opel einen aus dem 1,0-Liter-Turbo abgeleiteten Vierzylinder an, der es dank Aufladung auf 145 PS und 250 Newtonmeter maximales Drehmoment bringt.

Der Astra kommt mit Voll-LED-Matrix-Licht

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Video: Opel Astra (2015)

Opels Neuer

Ein Novum in der Kompaktklasse ist auch das Voll-LED-Matrix-Licht, das die Generation K des Bestsellers bekommen soll. Sinniger Name der Leuchte: IntelliLux. Das aus insgesamt 16 Elementen (acht auf jeder Seite) bestehende Lichtsystem sei nicht nur absolut blendfrei für die anderen Verkehrsteilnehmer, sondern auch enorm leistungsstark und hocheffizient: "Taghell" leuchte IntelliLux bei Nacht die Straße aus, so Opel, da es in Zusammenarbeit mit der Frontkamera bei Verlassen der Stadt automatisch und dauerhaft das Fernlicht einschalte. So nehme der Fahrer bei einer Geschwindigkeit von 80 km/h Objekte am Fahrbahnrand 30 bis 40 Meter bzw. rund 1,5 Sekunden früher wahr als bei herkömmlichem Halogen- oder Xenon-Abblendlicht. Das System funktioniere auch unabhängig von Navigationsgeräten.

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Nicht nur für den Fahrer, auch für andere Verkehrsteilnehmer soll IntelliLux Vorteile bringen: Kommt ein Fahrzeug entgegen, werden einzelne LEDs gezielt abgeschaltet, sodass der Gegenverkehr aus dem Lichtkegel "einfach ausgeschnitten" werde. Grundsätzlich wird die Länge des Lichtstrahls und die Verteilungs des Lichtkegels laut Hersteller automatisch und kontinuierlich jeder Verkehrssituation angepasst. Da dazu keine mechanischen Bewegungen im Scheinwerfer nötig sind, sei IntelliLux deutlich langlebiger als herkömmliche Lichtsysteme – "die Lebensdauer geht weit über die eines Fahrzeugs hinaus", so Opel. Über das Licht hinaus verbaut Opel eine Vielzahl von Fahrassistenzsystemen im Astra der Generation K. So sind eine Verkehrszeichenerkennung, ein Spurassistent mit Lenkkorrektur, eine Abstandsanzeige und ein Frontkollisionswarner mit Notbremsfunktion (bis 60 km/h) beim Fahren behilflich. Ein automatischer und selbstlenkender Parkassistent sowie eine Rückfahrkamera erleichtern das Rangieren beim Parken. Zudem bietet Opel ein Toter-Winkel-Warnsystem an.

Kommunikationsfreudig: Astra mit Telematikdienst "OnStar"

Als erster Hersteller außerhalb der klassischen Premiumhersteller wie BMW oder Mercedes bringen die Rüsselsheimer außerdem einen Telematikdienst ins Auto. Mit einem eingebauten LTE-Modul kann der Astra nicht nur einen – ab 2018 sowieso verpflichtenden – automatischen Notruf absetzen. Das System namens "OnStar" ist mit dem Bordcomputer vernetzt, dient als Hotspot für bis zu sieben Handys und macht Fernwartung möglich: Ölstand oder Reifendruck abrufen, Türen verriegeln, das Auto orten oder bei technischen Problemen einen Helfer rufen, das geht alles auch per Handy. Per Anruf kann man sich Auskunft über Navigationsziele geben lassen. Falls man in einer fremden Stadt also einen Bäcker um die Ecke sucht, schicken einem die Callcenter-Mitarbeiter die Adresse gleich aufs Navi. Zukünftig soll der Astra sogar mit anderen Autos und der Infrastruktur kommunizieren können. Staus könnte das System damit mühelos umfahren.
Schon ausprobiert: Opel OnStar im Test
In Amerika wird der Dienst seit über 20 Jahren angeboten, in Europa startet "OnStar" in acht Sprachen. Zu den Kosten sagt Opel noch nichts, im ersten Jahr ist der Dienst kostenlos. In den USA kostet er danach 20 bis 35 Dollar im Monat. Und zum Thema Datensicherheit: Wenn der Astra nicht mit der Umwelt kommunizieren soll, gibt es einen Privatsphäre-Knopf.

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Neue Opel (2019, 2020 und 2021)
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Von

Thomas Geiger
Christopher Clausen
Jonathan Blum