Neue Skoda-Modelle bis 2017

Skoda Studie Octavia Coupé Tudor   Skoda Fabia Illustration Skoda Snowman Illustration

Skoda: Neue Modelle in allen Klassen

— 28.11.2013

Alle neuen Skoda bis 2017

Skoda will künftig 1,5 Millionen Autos im Jahr verkaufen. Ein hinreißendes viertüriges Coupé, drei neue SUV-Modelle und der Superb-Nachfolger mit Oberklasse-Ambitionen sollen dabei helfen.

Skoda eilt von Rekord zu Rekord. 2013 will die VW-Tochter erstmals mehr als eine Million Fahrzeuge verkaufen, für 2018 steht unverändert ein Absatzziel von 1,5 Million Einheiten im Raum. Die Umsatzrendite nähert sich der Sie­ben-Prozent-Marke – davon kann die Konzern­mutter VW nur träumen. Auch in Deutschland legt Skoda weiter zu. Mit rund 150.000 Autos ist man vom historischen Höchststand zwar weit entfernt, doch der Marktanteil liegt schon fast wieder bei fünf Prozent. Selbst europaweit ist ein ähnlicher Wert nur mehr eine Frage von Monaten, nicht von Jahren.
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Mittelfristig sind bis zu neun Baureihen geplant

Skoda – kein Billiganbieter sondern ein smart buy: Wie der neue Fabia. Er basiert auf der alten Plattform, die neue, kantige Designlinie kaschiert das geschickt.

Wichtigster Einzelmarkt ist, wie könnte es anders sein, inzwischen China, wo Skoda mittelfristig eine halbe Million Autos un­ter das Volk bringen will. Dieser ambitionierte Wachstumsplan basiert in erster Linie auf einer deutlichen Erweiterung des Angebots. Aktuell gibt es mit Citigo, Fabia, Rapid, Octavia, Yeti und Superb sechs Baureihen, mittelfristig werden es acht oder neun sein. Dabei geht es Skoda nicht darum, in die Rolle eines Bil­liganbieters zu schlüpfen, der mit Niedrigpreis-Modellen in Schwellenländern groß auftrumpft. Im Gegenteil: Der Hersteller aus Mladá Boleslav will nicht primär günstig sein, sondern vor allem ein sogenannter Smart buy, ein cleverer Kauf. Viel Auto fürs Geld lautet die Devise, aktuelle VW-Technik zum fairen Tarif, Top-Qualität für maximale Kundenzufriedenheit. Die Skoda-Chefs wissen natürlich, dass man sich als reiner Zweitverwerter solider Konzern­technik auf Dauer nicht ausreichend vom Wett­bewerb abgrenzen kann. Deshalb schieben sie zurzeit Produkte an, die nicht nur Stückzahlen machen, sondern das Image der Marke aufwer­ten. Aktuellstes Beispiel ist das fünftürige Octa­via Coupé, das kaum weniger Platz bietet als ein Mercedes CLS oder ein BMW 6er Gran Coupé. Preislich gibt sich der für Ende 2015 erwartete Kopfverdreher dagegen ausgesprochen volks­nah. Auf der Technik-Klaviatur spielt der Ver­trieb natürlich genau die Musik, die vom Markt verlangt wird. Die V6-Ära geht zwar zu Ende, doch die neuen Vierzylinder-Benziner aus dem Konzernbaukasten schaffen längst über 300 PS, und die stärksten Zweiliter-TDI-Aggregate neh­men locker die 200-PS-Hürde. Am anderen Ende der Skala verwandelt der Dreizylinder Citigo und Fabia in erschwingliche Spritsparmobile.

"Minivans sind out, Crossover sind in"

Ja, das ist ein Skoda: Mit dem neuen Octavia Coupé wird die Marke aus Tschechien endlich chic.

Der Rapid Spaceback, das Octavia Coupé und der neue Superb zeigen, was die aktuelle Stärke des Autobauers aus der Tschechischen Republik ausmacht – nämlich das Talent, mit vergleichs­weise geringem Aufwand Produkte zu schaffen, für deren herausragende funktionelle und emo­tionale Eigenschaften der Kunde gern ein paar Euro mehr auf den Tisch des Hauses blättert. Ge­treu dem Markenmotto "simply clever" verbin­den alle drei genannten Fahrzeuge gelungenes Design mit hohem Nutzwert. Diese Strategie trägt auch in anderen Segmenten Früchte. So ist der für Anfang 2015 avisierte Fabia Combi kein knapp geschnittenes Kurzheck mehr, son­dern ein echter Raum- und Lademeister. Der Superb-Nachfolger, der ebenfalls 2015 in Serie geht, kombiniert sein konkurrenzloses Rauman­gebot mit einer innen wie außen deutlich aufge­werteten Karosserie. Konzepte, die nicht nach Wunsch funktioniert haben, werden entweder überdacht oder gestri­chen, wie etwa der exzentrisch gestylte Roomster, für den im neuen Portfolio kein Platz mehr ist. O-Ton Mladá Boleslav: "Minivans sind out, Crossover sind in. Wer da nicht rasch reagiert, hat das Nachsehen."

Der siebensitzige Snowmann kommt 2016

Der Snowman ist eine geräumige Alternative zu Nissan Qashqai, Honda CR-V und Hyundai ix35. Er soll sich vor allem in China gut verkaufen.

Weil kein Segment so rasant wächst wie das der kleinen und mittelgroßen SUV, will sich Skoda hier besonders breit aufstellen: Der Yeti-Nachfolger wird eine Nummer größer und basiert wie gehabt auf dem VW Tiguan. Weil die praktische Kastenform des aktuellen Yeti bei den Kunden nicht gut ankommt, wird das neue Modell deutlich runder als bisher – und be­kommt einen neuen Namen. Momentan wird "Sherpa" favorisiert. Bereits entschieden ist zu­dem der Snowman, ein Siebensitzer vor allem für China und Russland, der auf dem kommenden VW Tiguan XL basiert. Das Wachstum des Yeti hinterlässt eine Lücke bei den kleinen SUV, hier könnte auf Basis des VW Taigun ein neues Einstiegsmodell entstehen. Allerdings hat Skoda noch nichts entschieden. Der Grund: Der Yeti funktioniert im Prinzip auf zwei verschiedenen Plattformen. Die günstigere und kompaktere Lösung basiert auf der "NSF-Ar­chitektur" des Citigo, orientiert sich am VW-Tai­gun-Konzept, ist nicht allradfähig und würde in Brasilien produziert werden. Die teurere Alterna­tive würde wie der Sherpa auf dem neuen modu­laren Querbaukasten (MQB) des VW-Konzerns basieren. Er hat Polo-Größe, bietet mehr Optionen in Bezug auf Technik und Ausstattung und dürfte in Europa vom gleichen Band laufen wie die VW-und Audi-Derivate. Aktuell passt möglicherweise die Sparversion besser ins Bild, doch die Zukunft im Konzern gehört ganz klar den vielseitigeren Modulbaukästen.

Der neue Superb hat E-Klasse und 5er im Visier

Mit dem neuen Superb will Skoda nicht mehr primär gegen den Opel Insignia antreten, sondern hat die Mercedes E-Klasse und den BMW 5er im Visier.

Von denen profitiert die dritte Generation des Fabia noch nicht. Stattdessen basiert der Neue aus Kostengründen auf der be­kannten Plattform, Radstand und Länge sind bis auf wenige Millime­ter identisch. Allerdings hat Chefde­signer Jozef Kabaň das Dach für ein dynamischeres Design abgeflacht. Aber keine Sorge, das großzügige Raumangebot soll nicht unter der neuen Linie leiden. Vor allem der neue Fabia Combi wirkt künftiger viel stimmiger als bisher. Technisch wird es keine Überra­schungen geben, die Motoren wer­den übernommen. Allerdings gibt es auch hier Feinschliff, die Dreizylin­der bekommen mehr Leistung und werden sparsamer. Eine echte Revolution für die Mar­ke wird hingegen der neue Superb. Er soll 2015 vorgestellt werden und basiert wie der neue VW Passat auf dem Querbaukasten. Weil schon das aktuelle Modell ein üppiges Platzan­gebot bietet, wird der neue Superb nicht größer als bisher. Allerdings verändert sich der op­tische Charakter: Der verlängerte Radstand, das abgesenkte Dach so­wie mehr Breite geben dem Skoda die selbstbewussten Proportionen eines Jaguar XJ – ohne dass der Tscheche aggressiv wirkt. Selbst VW-Chef Martin Winterkorn spricht von "einem optischen Hammer", wenn es um den neuen Superb geht. Fei­nes Detail: Die Fuge der Motorhau­be verläuft seitlich im Kotflügel und stört so die Linie nicht. Technisch positioniert Skoda den Superb hö­her. Zwar wird der Sechszylinder in Rente geschickt, dafür soll es den an der Steckdose aufladbaren Plug-in-Hybriden aus dem Passat geben. Der bietet ähnliche Fahrleistungen bei deutlich geringerem Verbrauch. Moderne Technik, selbstbewusstes Design, neue Modelle und faire Preise: gute Chancen, dass Skoda das Ziel von 1,5 Millionen Autos im Jahr schon bald erreicht.

Bilder: Neue Skoda-Modelle bis 2017

Skoda Octavia Coupé Illustration Skoda Studie Octavia Coupé Tudor   Skoda Fabia Illustration
Georg Kacher

Georg Kacher

Fazit

Skoda macht alles richtig: gutes Design, viel Gespür für den Markt, stimmiger Mix aus Top-Nutzwert und moderner Konzerntechnik. Nur bei der Anmutung und beim Komfort hat die Marke zuletzt geschludert. Jetzt erweitert Skoda die Modellpalette – und wird der Konzernmutter Volkswagen damit immer gefährlicher.

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