VW Up gegen Fiat Panda: IAA-Vergleich — 20.09.2011
Neue Würfel, alte Bekannte
Volkswagen wuselt mit dem Up dem modernen Stadtvolk um die Beine, Fiat hält mit dem runderneuerten Panda dagegen. Welcher Würfel das Zeug zum Bestseller hat, zeigt der IAA-Vergleich.
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Ab Dezember 2011 soll der VW Up an die Spitze im Kleinstwagen-Segment stürmen. Viel neue Technik und viel Werbung sollen es richten. So der kühne Plan der Wolfsburger. Die haben die Rechnung aber offensichtlich ohne Fiat gemacht. Denn pünktlich zur Up-Premiere auf der IAA rollen die Italiener den runderneuerten Panda III auf den Hof. Auf der technischen Basis der 2003 vorgestellten zweiten Panda-Generation steht die gesamte 500er-Familie und damit auch der Fiat-Aufschwung der letzten Jahren. Warum also unnötige Risiken eingehen? Und so trägt Panda, der Dritte den Look des Vorgängers zur Schau. Fachkundig überarbeitet, wie sich das für ein italienisches Auto gehört. Viereck-Augen, Viereck-Kühler, Viereck-Radhäuser. Sehr konsequent und sehr gelungen.
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Der Kästchen-Look ist nichts für Freunde schlichter Schönheit, gibt aber in Sachen Ergonomie keine Rätsel auf. Alles ist dort, wo man es vermutet – und wo es auch schon beim Vorgänger war. Keine Extrapunkte gibt es fürs Platzangebot. Das bleibt im Vergleich zum Vorgänger praktisch unverändert. Dafür wird es deutlich bunter. Drei Ausstattungslinien, vier Cockpitdesigns und zehn Karosseriefarben lassen sich zu fast 600 Modellvariationen zusammenpuzzeln. Volle Punktzahl in Sachen Individualität. Und für die Verarbeitungsqualität. Der Mix aus bunten Kunststoffen ist nichts, für das sich die Italiener schämen müssten. Im Gegenteil. Für einen realistischen Startpreis um die 9000 Euro gibt es in diesem Segment kaum etwas Vergleichbares. Klasse: Hinterm markanten Kühler schnaufen wahlweise vier Motoren: zwei TwinAir-Zweizylinder (65 und 85 PS), ein Vierzylinder (69 PS) und ein kleiner Turbodiesel (75 PS). Mehr Bums und Allrad kommen später. So viel Vielfalt gibt es in diesem Segment fast nur bei Fiat. Konkurrenzlos: Jeder Panda rollt laut Fiat mit dem portablen Navi "Blue&Me TomTom Live" vom Hof. Das findet nicht nur den Weg, sondern ist gleichzeitig auch noch Bluetooth-Freisprecheinrichtung und Schnittstelle zum MP3-Player. Da steppt der Bär!
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Nichts, was der brandneue VW Up nicht auch könnte – mit dem entscheidenden Unterschied, dass die Wolfsburger nie im Leben ein portables Navi ohne Aufpreis ins Auto packen würden. Aber der Reihe nach. Fiat Panda hin oder her, in Frankfurt war der VW Up definitiv einer der Messe-Hauptdarsteller. Warum? Weil der VW-Würfel Abseits vom PR-Getrommel ein richtig gutes Auto geworden ist. Der Look passt. Vom VW-Einheitslook befreit, kann der Lupo-Nachfolger in Sachen Design voll punkten. Das Gesicht sieht auch in vielen Jahren noch gut aus, die Seitenlinie macht mit dem Knick im hinteren Seitenfenster was her und das Heck gefällt mit der großen Glas-Heckklappe. Das hat VW zwar nicht erfunden, aber hübsch anzusehen ist es allemal. 3,54 Meter lang ist so ein Up, knapp elf Zentimeter kürzer als der Fiat Panda – wobei der Italiener mit fünf Türen vorfährt, der Wolfsburger aber vorerst nur mit drei.
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Die Platzangebots-Wertung geht dennoch knapp an den Up. Der lässt Fahrer und Beifahrer durch den größeren Radstand etwas mehr Luft, was unterm Strich auch den beiden Passagieren im Fond Vorteile bringt. Aber: Der Panda nimmt zur Not auch drei Passagiere hinten mit. Den Up gibt's vorerst nur als Viersitzer. In Sachen Einrichtung treffen zwei Welten aufeinander: Hier das reduzierte, fast schon spartanische Up-Cockpit, dort der extravagante Panda. Kann man beides mögen. Oder auch nicht. Fakt ist aber: Die große Masse an VW-Kunden wird sich sofort mit der Up-Einrichtung anfreunden können. Wer's bunter mag, kann aus zig Farben und Materialien wählen. Zum Start im Dezember gibt es drei Motoren: Zwei Dreizylinder-Benziner (60 und 75 PS) sowie eine Dreizylinder-Erdgas-Variante mit 68 PS. Diesel, Bluemotion-Modelle und Elektro-Version kommen später. Beim Antrieb aktuell also ein Punktsieg für den Fiat Panda. Bei der Vielfalt insgesamt vorerst auch. Denn Der Basis-Up ist ab Dezember erst mal nur in Perleffekt-Schwarz (450 Euro extra) und Rot (150 Euro extra) zu haben. Damit kostet der Einstieg in die Up-Welt mindestens 9985 Euro. Viel Geld. Bei Fiat gibt's für rund 1000 Euro weniger mehr Auto.
| Vorläufige Motordaten von Fiat Panda und VW Up | ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Fiat Panda TwinAIR | Fiat Panda TwinAIR | Fiat Panda 1.2 | Fiat Panda 1.3 Multijet II | VW Up | VW Up | |
| Motor | Zweizylinder-Ottomotor | Zweizylinder-Ottomotor | Vierzylinder-Ottomotor | Vierzylinder-Dieselmotor | Dreizylinder-Ottomotor | Dreizylinder-Ottomotor |
| Hubraum (ccm) | 875 | 875 | 1242 | 1248 | 999 | 999 |
| Aufladung | keine | Turbolader | keine | Turbolader | keine | keine |
| Leistung (kW/PS) | 48/65 bei 5500 U/min | 63/85 | 51/69 bei 5500 U/min | 55/75 bei 4000 U/min | 44/60 bei 5000 U/min | 55/75 bei 6.200 U/min |
| Ventile pro Zylinder | 4 | 4 | 2 | 4 | 4 | 4 |
| Getriebe | manuelle Fünfgang-Schaltung | manuelle Fünfgang-Schaltung | manuelle Fünfgang-Schaltung | manuelle Fünfgang-Schaltung | manuelle Fünfgang-Schaltung | manuelle Fünfgang-Schaltung |
| Antrieb | Frontantrieb | Frontantrieb | Frontantrieb | Frontantrieb | Frontantrieb | Frontantrieb |
| Start/Stopp | Serie | Serie | nicht bekannt | nicht bekannt | gegen Aufpreis | gegen Aufpreis |
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Kommentare zum Artikel (84)
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Sagt mal liebe mitkommentierenden ;) der UP! sieht wirklich aus die die studie aus den siebziger achziger! VW CHICCO hier ein link:
http://carstyling.ru/Static/SIMG/420_0_I_MC_jpg_W/resources/concept/large/1975_VW_Chicco_01.jpg?B58A2A0E2FCD071EBFD084DBDFFAAC56
und der Student von 1982 hatte auch schon die heckklappe parat und hybrid!! --
http://www.history-of-cars.com/images/vw/1982-student-3.jpg
Das nenn ich doch echt mal n hammer ;) kramen die in den (jetzt wieder) coolen 80'ern!
14500€, das ist echt ein Witz, da muss ich Dir Recht geben!
Der Up wurde für den deutschsprachigen Markt gebaut, der Panda für alle anderen Märkte. Vor allem in den südlichen/östlichen Ländern sieht man kaum VW's, weil sie einfach zu teuer sind.
Als ich in Griechenland war, habe ich wenn dann höchstens ein paar Polos gesehen und die waren meist Mietwagen. In der Werbung laufen die Spots für den Golf rauf und runter weil er sich dort einfach nicht verkauft.
So wird es auch dem Up ergehen. D, A und CH werden in kaufen, der Rest der Welt kauft alles andere, das preislich besser angeboten wird.
Was heisst hier "abseits vom PR-Getümmel" ? BILD ist VW-PR-Getümmel ! Für den UP spricht absolut nix. Er ist sicher ein gutverarbeitetes kleines Auto mit mäßiger technischer Qualität. Wenn da nix kaputt geht, dann nur, weil nix drinnen ist ! Beim Verhältnis von Preis (gemeint ist der Strassenpreis) und Leistung ist dieser grottenschlecht ! Nur markenIdioten u. Gebrauchtwagenkäufer (MietwagenRückläufer)werden sich da hinreissen lassen. Und wenn dann als Testsieger Argument die günstigeren Leasingkonditionen herhalten müssen - ich krümme mich heute schon !
Ich habe mir einen Up! auf der VW-Webseite zusammengestellt.
Schwarz, Radio, 6 Lautsprecher, Klima, Drivepaket und Winterpaket.
Ich komme auf knapp unter 14.500€, ohne Navi. Für das Geld bekommt man auch ein "richtiges" Auto, das Verhältnis stimmt einfach nicht!
Im preissensiblen Kleinstwagensegment wird sich VW mit seiner Preispolitik schwer tun, mit den Zulassungszahlen weit nach vorne zu kommen.