Der Zahnriemen treibt über die Kurbelwelle die Nockenwelle(n) im Zylinderkopf an. Kurbelwelle und Nockenwelle werden durch den Zahnriemen außerdem synchronisiert. Somit sorgt der Zahnriemen dafür, dass die Ein- und Auslassventile, die wiederum von der Nockenwelle gesteuert werden, zur richtigen Zeit öffnen und schließen.
Im Laufe der Zeit altert der Zahnriemen jedoch und kann rissig und porös werden. Reißt der Zahnriemen, sorgt dies meist für schwere Motorschäden, da dann ein oder mehrere Kolben mit den Ventilen kollidieren. Auch wenn der Zahnriemen überspringt (bereits um einen Zahn), sind die Steuerzeiten des Motors nicht mehr korrekt, was ebenfalls zu Schäden führen kann. Daher muss der Zahnriemen in regelmäßigen Abständen gewechselt werden.

Wann muss der Zahnriemen gewechselt werden?

Wann der Zahnriemenwechsel vorgenommen werden muss, ist vom Fahrzeug abhängig. Meist liegen die Wechselintervalle des Zahnriemens zwischen 60.000 und 240.000 Kilometern. Das exakte Wechselintervall ist in der Bedienungsanleitung des Autos vermerkt, aber auch im Serviceheft (Scheckheft) zu finden, wo zusätzlich alle bereits erfolgten Zahnriemenwechsel eingetragen sein sollten. Zusätzlich finden sich im Motorraum oder im Rahmen der Fahrertür oft Aufkleber, die auf den letzten und nächsten Zahnriemenwechsel hinweisen.
Wichtig zu wissen: Nicht nur die Kilometerlaufleistung ist von Bedeutung, auch die Zeit setzt dem Zahnriemen zu – selbst dann, wenn das Auto überhaupt nicht bewegt wird. So geben Hersteller zusätzlich zur Kilometerlaufleistung auch ein zeitliches Wechselintervall an. Bei einigen Modellen empfehlen Hersteller bereits nach fünf Jahren einen Wechsel. In den meisten Fällen wird der Zahnriemenwechsel spätestens nach zehn Jahren fällig.

Besondere Vorsicht bei Zahnriemen im Ölbad

Besondere Aufmerksamkeit verlangen Zahnriemen, die im Ölbad des Motors laufen. Das ist bei vielen Modellen von Ford, Opel, Peugeot und Citroën der Fall. Hier kann falsches Motoröl den Zahnriemen angreifen und so zu einer vorschnellen Alterung und auch dem gefürchteten Zahnriemenriss führen. Zudem kann der Ölkreislauf des Motors verstopfen, wenn die durch das falsche Öl gelösten Bestandteile des Zahnriemens die Ölkanäle blockieren. Auch das kann zu einem schweren Motorschaden führen. Wer unsicher ist, ob sein Zahnriemen "fällig" oder angegriffen ist, kann in der Werkstatt eine Sichtprüfung des Zahnriemens vornehmen lassen.
In jedem Fall richten sich die Intervalle immer nach dem verbauten Motor. Bei einem 2010er VW Golf VI 2.0 TDI mit 140 PS lautet die Vorgabe, den Zahnriemen alle 210.000 Kilometer zu wechseln. Das gilt entsprechend auch für Passat, Touran und Co, wenn sie den gleichen Konzern-Motor mit dem gleichen Zahnriemenantrieb verbaut haben.
In den vergangenen Jahren haben sich die Wechselintervalle des Zahnriemens bei einigen Herstellern stark verlängert. Bei VW etwa von 90.000 Kilometern bei einem 1.9 TDI (Baujahr 2000) auf die oben erwähnten 210.000 Kilometer beim 2.0 TDI von 2010 (EA 189). Beim weit verbreiteten Benziner 1.5 TSI (EA 211 evo) gibt VW sogar ein Wechselintervall von 240.000 Kilometern vor. Diese besonders langen Wechselintervalle moderner Zahnriemenmotoren kommen unter anderem dadurch zustande, dass sich die Materialqualität der Zahnriemen und auch die Konstruktion des Riemntriebes verbessert haben. In einigen Fällen wird der Antrieb der Wasserpumpe nicht mehr vom Zahnriemen übernommen (etwa EA 211 evo), was den Zahnriemen weniger belastet.

Nicht nur Kilometer zählen! Oft ist Zeit der Risikofaktor

Gleichzeitig sorgen die langen Wechselvorgaben dafür, dass meist die Zeit der kritische Faktor ist. Gebrauchtwagenkäufer beschwichtigen Interessenten teilweise, wenn das Auto etwa erst 120.000 Kilometer gelaufen hat und der Wechsel bezogen auf das Laufleistungs-Intervall erst in knapp 100.000 Kilometern fällig würde. Werden Autobesitzer dann kurz nach dem Kauf von der Werkstatt darauf hingewiesen, dass der Zahnriemenwechsel gewechselt werden muss, reagieren die nicht nur verblüfft, sondern auch verärgert. Doch wenn das Auto dann bereits zehn Jahre alt ist, fällt der Wechsel tatsächlich an, auch wenn die 210.000 Kilometer Laufleistung noch lange nicht erreicht sind.
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Bis zu 240.000 Kilometer halten Zahnriemen heutzutage. Eine regelmäßige Sichtkontrolle ist bei langen Wechselintervallen Pflicht.
Bild: Thomas Ruddies
Deutlich länger als Zahnriemen sollen Steuerketten ihren Dienst verrichten. Hier geben viele Hersteller überhaupt kein Wechselintervall an. Problemfrei ist diese Zahnriemen-Alternative aus Metall allerdings auch nicht immer.

Zahnriemenwechsel Kosten: Was kostet der Wechsel des Zahnriemens?

Die Kosten für einen Zahnriemenwechsel schwanken genauso stark wie die Intervalle. Wie teuer der Zahnriemenwechsel ist, hängt vor allem von der Zugänglichkeit des Zahnriemens im Motorraum und auch der Motorkonstruktion (Reihenmotor oder V-Motor) ab. Der Zahnriemen selbst wird oft als Zahnriemensatz inklusive Umlenkrollen und Wasserpumpe verkauft und kostet im freien Handel meist zwischen 75 und 150 Euro. In seltenen Fällen kann so ein Satz zwar auch über 300 Euro kosten. Doch der Großteil der Kosten entsteht durch die Arbeitszeit des Mechanikers. Im Schnitt benötigt der zwischen drei und fünf Stunden. Bei V6-Motoren können es auch sechs bis acht Stunden sein.
Bei einem Golf IV 2.0 TDI von 2010 mit 140 PS dauert der Tausch rund 3,5 Stunden, der Zahnriemensatz kostet etwa 150 Euro. Bei einem Stundensatz von 90 Euro (freie Werkstatt) werden also inklusive Kühlmitteltausch etwa 600 Euro fällig. Bei einem 2010er Opel Astra 1.6 (115 PS) werden bei freien Werkstattketten rund 400 Euro fällig, die vorgesehene Zeit für Wechsel beträgt hier nur knapp eine Stunde.
Besonders teuer wird es für Besitzer von Modellen, bei denen der Zahnriemenwechsel nur bei ausgebautem Motor durchgeführt werden kann. Diese Arbeit kann bis zu zwei Tage dauern, die Kosten dafür liegen dann deutlich im vierstelligen Bereich. Allerdings ist das nur bei sehr wenigen Modellen der Fall.

Was macht der Zahnriemen – und was passiert, wenn er reißt?

Der Zahnriemen – auch Steuerriemen genannt – übernimmt eine zentrale Rolle im Motor: Er ist der Taktgeber des Motors, wird von der Kurbelwelle angetrieben und sorgt dafür, dass deren Bewegung exakt auf die Nockenwelle(n) übertragen wird. Diese wiederum steuert das präzise Öffnen und Schließen der Ein- und Auslassventile – millisekundengenau und im exakten Takt zum Kolbenhub.
In vielen älteren Motoren treibt der Zahnriemen zusätzlich Nebenaggregate wie die Wasserpumpe oder in manchen Fällen sogar die Servolenkung an. Bei modernen Triebwerken hingegen ist das meist anders gelöst: Hier übernimmt ein separater Keilrippenriemen den Antrieb von Zusatzaggregaten – der Zahnriemen wird dadurch mechanisch entlastet.
Doch seine Aufgabe bleibt kritisch. Denn wenn der Zahnriemen nicht korrekt gespannt ist, Zähne überspringt oder sogar reißt, gerät die gesamte Motorsteuerung aus dem Takt. Die fatalen Folgen: Ventile und Kolben bewegen sich nicht mehr im vorgesehenen Takt – und treffen schlimmstenfalls aufeinander. Schon kleinste Abweichungen können massive Schäden verursachen. Im besten Fall müssen nur Ventile und der Zylinderkopf ersetzt werden. Im schlimmsten Fall ist ein kompletter Motorschaden die teure Konsequenz.
Ein gerissener Zahnriemen kann eklatante Folgen haben. Läuft es ganz schlimm, ist ein Austauschmotor fällig.
Bild: AUTO BILD
Es gibt zwar auch Motoren, bei denen ein Riss des Zahnriemens nicht zwangsläufig zu einem Motorschaden führt. Bei diesen sogenannten "Freiläufern" können sich Kolben und Ventile bauartbedingt nicht berühren. Allerdings handelt es sich bei den Freiläufern in der Regel um ältere Motoren mit geringerer Verdichtung.
Hochverdichtende Diesel- und Turbomotoren scheiden meist aus. Unter den VW-Golf-II-Motoren (1984 bis 1991) befinden sich beispielsweise einige Freiläufer, unter anderem der 1,8-Liter-Benziner mit 90 PS (Motorkennbuchstabe "RP").

Was wird beim Zahnriemenwechsel getauscht?

In der Regel werden beim Zahnriemenwechsel gleich weitere Komponenten getauscht. Zum Zahnriemenantrieb gehörende Teile werden meist zusammen mit dem neuen Riemen in einem Reparatursatz angeboten. Die Spannrolle sowie die Umlenkrollen gehören etwa dazu und sollten beim Zahnriemenwechsel auch stets mitgetauscht werden, da diese Teile auch altern, mit der Zeit nicht mehr leichtgängig sind. Zudem können Rollen aus Kunststoff auch beschädigt sein und durch scharfe Kanten den Zahnriemen gefährden.
Außerdem sollte mit dem Zahnriemenwechsel auch die Wasserpumpe erneuert werden, sofern diese auch vom Zahnriemen angetrieben wird. Denn Zahnriemen und Wasserpumpe laufen sich mit der Zeit aufeinander ein. Werkstätten berechnen in so einem Fall daher auch das Ablassen, Entsorgen und Neubefüllen des Kühlwassers.
Die Kombination aus neuem Zahnriemen und alter Wasserpumpe kann zum Blockieren der Wasserpumpe führen, was wiederum einen Riss oder das Überspringen des Zahnriemens zur Folge hat. Das ist keineswegs bloße pessimistische Theorie von Werkstatt-Pedanten. Schon oft hat der vergessenen Wechsel der Wasserpumpe beim Tausch des Zahnriemens kurz danach für schwere Motorschäden gesorgt.

Vor- und Nachteile des Zahnriemens

Im Gegensatz zu einer Steuerkette aus Metall arbeitet ein Zahnriemen leiser, leichter und reibungsärmer. Daraus ergibt sich sogar ein messbarer Verbrauchsvorteil. Im Gegensatz zur Steuerkette aus Metall bestehen Zahnriemen meist aus dem Verbund mehrerer Materialien: Der Rücken des Riemens besteht oft aus Gummi oder Kunststoff, der Zugstrang oder Zugträger (auch Tragseele genannt) aus Glasfaser, Kevlar (Aramid) oder Stahlcord, was dem Zahnriemen Festigkeit und Steifigkeit verleiht. Die Innenseite mit den Zähnen besteht oft aus Polyurethan, teils verstärkt mit Nylon, und soll möglichst formschlüssig in die Zahnräder auf den Nockenwellen und der Kurbelwelle greifen.
Durch die elastischen Eigenschaften des Zahnriemens lässt sich der komplette Zahnriementrieb kompakter gestalten, da er flexibler ist und nicht wie die Steuerkette in Öl laufen muss (Ausnahme: Zahnriemen im Ölbad). So bietet er sich besonders bei kleinen Autos mit engen Motorräumen an.
Schematische Zeichnung des Zahnriemens im Motor
Geringere Kosten, Laufruhe und Flexibilität sind die Vorteile des Zahnriemens. Er kann durch ein wahres Labyrinth an Umlenkrollen geführt werden.
Bild: AUTO BILD
Zwar vertragen auch Steuerketten solche hohen Laufleistungen – und oft noch deutlich mehr. Jedoch sind viele Ketten dann schon um einige Millimeter gelängt. Die dadurch veränderten Steuerzeiten führen zu einem schlechteren Verbrennungsverhalten des Motors (weniger Leistung, mehr Verbrauch). Dieses Problem tritt bei einem Zahnriemen nicht auf, der sich während seiner gesamten Lebensdauer kaum längt. Vorteil der Steuerkette: Wird das Auto kaum bewegt, kann eine Steuerkette auch mehrere Jahrzehnte halten, denn sie altert nicht durch die Zeit.
Zu den Nachteilen des Zahnriemens zählt vor allem die Gefahr, dass der Riemen plötzlich reißen kann. Das liegt nicht nur an der Belastung während des Betriebs, sondern auch an der Tatsache, dass das Material mit den Jahren spröde wird. Dauerhafte Hitze und Trockenheit, Kurzstrecken, eine aggressive Fahrweise sowie Nichtgebrauch lassen den Zahnriemen sogar schneller altern. Und da Motoröl dem Riemen schadet, muss der Zahnriementrieb außerhalb des Motors untergebracht werden.
Allerdings gibt es wie erwähnt auch Zahnriemen, die im Ölbad laufen. Die Hersteller versprechen sich davon einen noch reibungs- und belastungsärmeren Lauf (z. B. 1.0 Ecoboost-Motor von Ford). Aufgrund einer besonderen Gummimischung, weiteren Werkstoffen und spezieller Additive vertragen diese Zahnriemen den Kontakt mit Öl. In der Praxis führen die im Ölbad laufenden Zahnriemen aber häufiger zu Schäden, sodass einige Hersteller wieder von diesem System abgekehrt sind.

Regelmäßige Kontrolle des Zahnriemens

Damit ein Zahnriemenschaden erst gar nicht auftritt, geben die Hersteller Empfehlungen, in welchen Intervallen der Zahnriemen getauscht werden sollte. Daneben ist es sinnvoll, auch zwischen den Wechseln einen regelmäßigen Blick auf den Zahnriemen werfen zu lassen.
Im Rahmen der Inspektion ist daher bei vielen Motoren eine sogenannte "Sichtprüfung" des Zahnriemens vorgeschrieben. Manchmal werden bei so einer Kontrolle auch Risse entdeckt, sodass der Zahnriemenwechsel vorzeitig durchgeführt werden muss.
Vom angeratenen Riemenwechsel entbindet allerdings auch ein regelmäßiger Check nicht: Eine Kontrolle des Zahnriemens kann den Tausch nicht hinauszögern. Stets ärgerlich: Reißt der Zahnriemen innerhalb der Garantiezeit des Autos und vor dem empfohlenen Wechsel, trifft den Fahrer zwar keine Schuld. Dennoch kann er – je nach Kulanzregelung der Hersteller – trotzdem auf den Kosten sitzen bleiben.

Zahnriemenwechsel: freie oder Vertragswerkstatt?

Gerade bei älteren Autos sehen Besitzer davon ab, den aufwendigen Zahnriemenwechsel in der teuren Vertragswerkstatt durchführen zu lassen. Das ist generell kein Problem, da diese Arbeit bei den meisten Motoren von jeder guten Werkstatt durchgeführt werden kann. Und dazu zählen eben auch freie Werkstätten. Hilfreich ist es in jedem Fall, vorher die Wechsel-Vorgabezeit für das jeweilige Modell zu erfragen.
Zahnriemenwechsel
Auch freie Werkstätten sollten beim Wechsel des Zahnriemens im Rahmen der vom Hersteller vorgegebenen Arbeitszeit bleiben.
Bild: AUTO BILD
Liegt die vom Hersteller vorgegebene Reparaturdauer beispielsweise bei zwei Stunden, sollte auch eine freie Werkstatt keine deutlich längere Arbeitszeit in Rechnung stellen. Doch aufgrund der Vielzahl von Fahrzeugmodellen benötigen freie Werkstätten mangels Erfahrung und Spezialisierung teilweise wesentlich länger als eine Vertragswerkstatt, was einen Kostenvorteil bei den Arbeitsstunden schnell zunichtemachen kann.
Ebenfalls sollten Kunden vor dem Zahnriemenwechsel in einer freien Werkstatt abklären, welche Teile bei der Arbeit mit getauscht werden. So kam es nach einem Zahnriemenwechsel in freien Werkstätten schon zum Überspringen des Riemens, da die Wasserpumpe nicht mit erneuert wurde.

Zahnriemenwechsel selber machen?

Grundsätzlich ist es möglich, den Zahnriemenwechsel selbst durchzuführen – etwa in der heimischen Garage oder einer Selbsthilfewerkstatt. Doch das ist nur erfahrenen Hobbyschraubern zu empfehlen, die diesen Eingriff bereits mehrfach erfolgreich durchgeführt haben oder dabei auf Unterstützung durch Fachkundige zählen können.
Denn: Der Zahnriemen ist in vielen Fahrzeugen schwer zugänglich, teilweise muss der Motor abgesenkt werden – eine riskante und technisch anspruchsvolle Arbeit. Ohne das richtige Spezialwerkzeug wie Arretierhilfen für Kurbelwelle und Nockenwelle oder spezielle Riemenscheibenschlüssel ist der Wechsel zudem kaum fachgerecht durchführbar.
Noch kritischer: Bereits kleinste Abweichungen bei der Synchronisation von Kurbel- und Nockenwelle können zu gravierenden Motorschäden führen – vom unrunden Lauf bis hin zum kapitalen Motorschaden.
Unser Rat: Wer keinen professionellen Hintergrund oder jahrelange Schraubererfahrung hat, sollte den Zahnriemenwechsel in einer Fachwerkstatt durchführen lassen. So ist sichergestellt, dass alles exakt eingestellt ist – und teure Folgeschäden vermieden werden.

Beim Gebrauchtwagenkauf auf den Zahnriemen achten

Gebrauchtwagenkäufer sollten sich vor dem Kauf eines Autos unbedingt erkundigen, ob das Modell über einen Zahnriemenantrieb verfügt und wann der Wechsel des Riemens ansteht oder bereits durchgeführt wurde. Schließlich entstehen beim Zahnriemenwechsel Kosten, die oft über 1000 Euro liegen. Einen bald fälligen Zahnriemenwechsel sollten Käufer und Verkäufer bei der Verhandlung daher auf jeden Fall berücksichtigen.
Zahnriemen
Der Aufkleber im Motorraum zeigt Laufleistung und Datum des letzten Zahnriemenwechsels an. Wichtiger ist der Eintrag im Serviceheft.
Bild: Goetz von Sternenfels
Wie bereits erwähnt: Ein zwölf Jahre alter Zahnriemen ist definitiv überfällig, auch wenn das Auto mit diesem Riemen nur 30.000 Kilometer zurückgelegt hat. Der Verkäufer sollte einen durchgeführten Zahnriemenwechsel glaubhaft nachweisen können (Werkstattrechnung oder abgestempelter Eintrag im Serviceheft). Steht der Wechsel des Zahnriemens an oder wurde er in der Vergangenheit sogar versäumt, bietet sich dem Interessenten eine gute Möglichkeit, den Preis bei der Verhandlung zu reduzieren.

Häufige Fragen zum Zahnriemenwechsel

Wie oft muss man den Zahnriemen wechseln?

Der Hersteller legt das Wechselintervall fest. In der Regel gibt es zwei Angaben, je nachdem, was früher eintritt, ist die Laufleistung oder das Alter des Zahnriemens entscheidend für den Zeitpunkt des Austausches. Je nach Fahrzeugmodell gibt es eine Spanne von 60.000 bis 240.000 Kilometer bzw. alle fünf bis zehn Jahre. Wann es bei Ihrem Wagen so weit ist, findet sich in der Regel im Bordbuch oder dem Serviceheft. Wer es dort nicht findet, ein Anruf in der Vertragswerkstatt kann für Aufklärung sorgen – Fahrzeugschein bereithalten.

Wie lange kann man einen Zahnriemen wirklich fahren?

Ein Zahnriemen fällt in der Regel nicht plötzlich aus. Ein Mechaniker kann durch eine Sichtprüfung die Notwendigkeit des Austausches beurteilen, so schreiben einige Hersteller auch die regelmäßige Kontrolle bei der Inspektion vor. Wird die Rückseite porös, rissig oder nutzen sich die Zähne ab, muss spätestens getauscht werden. Grundsätzlich ist die Haltbarkeit von vielen Faktoren abhängig – wie Einsatzregion des Autos und Fahrweise. Da die Materialien der Zahnriemen immer besser werden, sind bei einigen Fahrzeugmodellen sehr lange Wechselintervalle von bis zu 240.000 Kilometern möglich.

Wie viel kostet ein neuer Zahnriemen?

Der Zahnriemen selbst ist nicht teuer, hier starten die Preise bei 30 Euro. Teuer kann die Reparatur trotzdem werden, denn der Aufwand für den Tausch ist (modellabhängig) sehr unterschiedlich.  Bei vielen Autos wird auch der Austausch von Wasserpumpe und Spanner empfohlen. Am Ende liegen die Kosten zwischen 200 und 1000 Euro, in Ausnahmefällen auch noch höher. Da sich der Arbeitsaufwand beim Riemenwechsel sehr genau beschreiben lässt, lohnt es sich, Festpreise von verschiedenen Werkstätten einzuholen.

Kann man sehen, ob der Zahnriemen gewechselt werden muss?

Ja, kann man. Das Serviceheft verrät, ob es schon einmal einen Riemenwechsel gab und wann der nächste Wechsel fällig wird. Wer einen Gebrauchtwagen kauft, sollte immer nach alten Werkstattrechnungen fragen.

Woher weiß ich, ob mein Auto Zahnriemen oder Steuerkette hat?

Einige Hersteller schreiben es ins Bordbuch, es findet sich hier bei den technischen Daten – auch Wikipedia kann oft weiterhelfen. Bei einigen Modellen verrät auch ein Blick unter die Motorhaube, ob ein Riemen verbaut ist. Zahnriemen müssen nicht so aufwendig gekapselt werden wie eine Steuerkette, verstecken sich in der Regel unter einer leicht zu demontierenden Kunststoffabdeckung.

Was passiert, wenn man den Zahnriemen nicht wechselt?

Reißt ein alter Zahnriemen, droht ein teurer Motorschaden. Die meisten Motoren sind keine Freiläufer*, das Reißen hat daher in der Regel einen kapitalen Schaden zur Folge. Grund: Die Nockenwelle bleibt beim Reißen des Motors plötzlich stehen und damit bewegen sich die Ventile nicht mehr im Takt. Die Kurbelwelle dreht weiter, die Kolben bewegen sich nach oben und können auf offenstehende Ventile schlagen. Ergebnis: Schäden an Kolben, Ventile, Zylinderkopf usw. sind die Folge. Gerade bei älteren Autos bedeutet ein gerissener Zahnriemen einen Totalschaden, weil sich die teure Reparatur oft nicht mehr lohnt.
* Freiläufer bedeutet, dass sich Ventile und Kolben bei einem Zahnriemenabriss nicht treffen können, sprich die Bewegungsräume von Ventilen und Kolben überschneiden sich nicht.