Der Hamburger Sportwagen-Spezialist Emilia Auto steigt ins Restomod-Geschäft ein. Das Erstlingswerk ist der Emilia GT Veloce Restomod – ein Alfa Giulia GT Bertone, der mit moderner Technik aus der Giulia QV ausgestattet ist. Nur 22 Stück sollen gebaut werden!
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Das Projekt soll zusammen mit Vela Performance realisiert werden – die Berliner Firma war unter anderem an der Entwicklung des Ruf CTR3 beteiligt. Als Basis dient stets ein originaler Alfa Giulia GT, der im Volksmund auch als Alfa Bertone bekannt ist. Wie es sich für einen Restomod gehört, bleibt der klassische Look weitestgehend erhalten, Chassis und Technik werden jedoch grundlegend überarbeitet. Ein Restomod lässt sich am ehesten als Oldtimer mit modernen Antriebssträngen und Komfort-Features beschreiben. Und die Szene boomt: Vom Porsche-Spezialisten Singer über die Mercedes-Koryphäe Mechatronik bis hin zu Newcomern wie Automobili Amos gibt es inzwischen zahlreiche Marken, die sich um die Neuauflage automobiler Legenden kümmern!
● Restomod auf Basis des Alfa Romeo Giulia GT
Motor und Getriebe aus dem Alfa Romeo Giulia QV
● 510 PS und 600 Nm Drehmoment
● Achtgang-Automatik von ZF
Hinterradantrieb und Sperrdifferenzial
● nur 1250 Kilo leicht
● komplett individualisierbar
● Kleinserie von 22 Stück geplant
● Die ersten Fahrzeuge könnten 2022 ausgeliefert werden
● Stückpreis ab etwa 400.000 Euro

Es ist noch gar nicht so lange her, da haben wir an dieser Stelle über den Totem Giulia GT Electric berichtet: ein vollelektrischer Restomod auf Basis des Alfa Giulia GT Junior, in dessen liebevolles Design das italienische Start-up 6000 Stunden investiert hat. Der erste fahrfertige Prototyp ist aktuell weltweit auf Kundenfang. Ganz so weit ist der Emilia GT Veloce Restomod noch nicht, bisher existieren nur Renderings. Wenn alles gut geht, soll der erste GT Veloce Restomod im zweiten Quartal 2022 fertiggestellt werden.
Emilia GT Veloce Restomod
Noch gibt es vom Emilia GT Veloce nur Renderings. Das erste fahrfertige Modell soll im zweiten Quartal 2022 fertiggestellt werden.

2,9-Liter-Sechszylinder mit 510 PS im Emilia GT Veloce

Der Ansatz von Emilia Auto ist ein gänzlich anderer als bei Totem Automobili, wie Ralf-Hendrik Steinkühler, Gründer und Geschäftsführer von Emilia Auto, erklärt: "Wir haben festgestellt, dass viele potenzielle Kunden die klassischen Fahrzeuge zwar faszinierend finden, aber im Umgang mit deren Schwächen weniger tolerant sind als früher. Viele schöne Autos verschwinden daher in Sammlungen und werden nur noch selten bewegt. Gleichzeitig vermissen viele bei modernen Sportwagen die Emotion, die Konzentration auf das Wesentliche, die kompakten Abmessungen und das klassische Design. Das war der Ausgangspunkt für unser Restomod-Projekt." 
Ein Elektromotor kam aufgrund der fehlenden Emotionen also nicht infrage. Stattdessen soll der fahrfertig nur 1250 Kilo leichte GT Veloce von einem V6-Biturbo befeuert werden. Genauer gesagt, ein Motor mit Ferrari-Genen – denn unter der neu modellierten Haube soll der 2,9-Liter-V6-Biturbo aus dem aktuell erhältlichen Alfa Giulia QV Platz finden. Mit 510 PS und 600 Nm wurde die Leistung im Vergleich zum Original (gebaut von 1963 bis 1975) mehr als vervierfacht. Und wenn man schon mal dabei ist, wird auch kurzerhand die ZF-Achtgang-Automatik aus dem Quadrifoglio Verde in den Klassiker verpflanzt. Doch der Antriebs-Tausch ist erst der Anfang!

Giulia-Restomod mit Gewindefahrwerk von KW

Zwar basiert der Restomod auf einem originalen Alfa Giulia GT; damit die brachiale Leistung aber auch sicher auf die Straße kommt, muss der gesamte Unterbau überarbeitet werden. So ist es wenig verwunderlich, dass das Chassis eine Neuentwicklung ist. Neben Einzelradaufhängung, Doppelquerlenker-Vorder- und Mehrlenker-Hinterachse sollen ein elektronisches Sperrdifferenzial und eine adaptive Servolenkung zum Einsatz kommen. Fahrwerksseitig vertraut Emilia auf ein Gewindefahrwerk von KW, zudem sollen ABS und Traktionskontrolle Serie sein.

Klassisches Alfa-Design mit modernen Einflüssen

Das Design eines Restomods ist ein graziler Spagat: Es gilt, die klassischen Proportionen und Formen beizubehalten und nur behutsam mit modernen Elementen anzureichern. Den Renderings zufolge ist das beim GT Veloce gelungen, denn er ist klar als Alfa Giulia GT zu erkennen. Die Karosserie wurde nur behutsam überarbeitet und verbreitert, besteht aber teilweise aus Carbon. Ein gutes Beispiel ist die ausgeformte Motorhaube, die einen großen Schlitz über die gesamte Breite trägt. Diese Ummodellierung ist nötig, um Platz zu schaffen für den großen 2,9-Liter-V6-Biturbo. Scheinwerfer und Rückleuchten sind mit moderner LED-Technik ausgerüstet, außerdem gibt's einen mittigen Doppelauspuff samt passendem Diffusor und große 19-Zoll-Felgen im klassischen Look.
Emilia GT Veloce Restomod
Der Innenraum ist klassisch gehalten. Moderne Elemente wie die Instrumente aus der Giulia QV fallen erst beim zweiten Hinschauen auf.

Recaro-Schalensitze im Interieur

Vom Innenraum existiert im aktuellen Stadium erst eine Zeichnung. Auch hier ist zu sehen, dass das Team sehr behutsam vorgegangen ist. Am grundsätzlichen Layout soll so wenig wie möglich verändert werden, die aus der Giulia QV übernommenen, klar gestalteten Instrumente fallen erst bei genauem Hinsehen auf. Ansonsten dominieren Holz und Leder. Doch Emilia rüstet den GT Veloce auch mit Komfort-Features wie Klimaautomatik, elektrischen Fensterhebern und einem modernen Infotainment aus – alles liebevoll ins Cockpit integriert. Gleichzeitig soll der sportliche Anspruch nicht untergehen, weshalb Fahrer und Beifahrer frühestens ab 2022 auf Recaro-Schalensitzen Platz nehmen sollen; die Rückbank entfällt. Wie bei Kleinserien üblich, können die Kunden den GT Veloce nach ihren Wünschen individualisieren.

Emilia GT Veloce Restomod zum Stückpreis von etwa 400.000 Euro

Bis dahin wird es allerdings noch etwas dauern, denn noch ist der der Restomod nur ein Rendering. Das erste fahrbereite Modell soll im zweiten Quartal 2022 fertiggestellt werden. Wenn alles gut geht, könnten die ersten der 22 geplanten Kundenfahrzeuge noch im selben Jahr ausgeliefert werden. Der Stückpreis soll bei ungefähr 400.000 Euro brutto liegen, womit der Emilia GT Veloce minimal günstiger wäre als der elektrische Totem Giulia GT Electric, den es ab 430.000 Euro geben soll. Am Ende haben die Kunden die Wahl: Verbrenner oder Benziner?