Im SUV steckt mehr als moderner Lifestyle: Kunden, die sich für ein SUV mit Allrad entscheiden, haben oft höheres im Sinn und sind auch an deren praktischen Qualitäten interessiert. AUTO TEST hat die zehn beliebtesten Modelle gecheckt.
Das SUV ist momentan die Eier legende Wollmilchsau der Automobilindustrie. Sie wird auch fleißig durch nahezu alle Fahrzeugklassen getrieben. Dabei genügen oft schon eine unauffällige Höherlegung und der massive Einsatz von Kunststoffplanken für den SUV-Stempel. Experten prophezeien dem Segment mindestens bis 2020 massive Wachstumszahlen. Selbst Bentley wird voraussichtlich 2016 sein erstes SUV präsentieren, auch ein martialisch gestyltes Super-SUV von Lamborghini spukt immer wieder durch die Medien.
Der VW Tiguan ist der Liebling der SUV-Käufer. Die neue Generation wird wohl auch als siebensitziger XL und eleganter CC präsentiert werden.
Bild: Tobias Kempe
Weniger ambitioniert und näher an der Realität ist da der Nachfolger des Tiguan. Das aktuelle Modell führte in Deutschland im Erhebungszeitraum Januar bis Oktober 2014 die Liste der meistzugelassenen SUV mit (24.320 Modelle) und ohne Allrad (12.963 Modelle) an. Der Vorsprung zur Konkurrenz war deutlich. Vom Tiguan II werden Ende 2015 wohl gleich drei Varianten präsentiert werden: Tiguan, Tiguan XL und Tiguan CC. Im XL stecken sieben Sitze – geplant für die Märkte China und USA. Der CC soll eine gewölbte Dachlinie bekommen, so wie es BMW beim X4 erfolgreich vorgemacht hat. Und auf dieser Welle surft auch Mercedes. Noch in 2015 kommt der GLK-Nachfolger GLC mit neuem Namen und runderem Blechkleid. Eine Nummer größer schiebt Mercedes auch noch das GLE Coupé nach dem gleichen Muster hinterher. Das basiert auf dem M-Klasse-Nachfolger GLE, der ebenfalls 2015 erscheint. In diesem Jahr wird sich zeigen, wie viel Crossover die starken SUV-Typen verkraften. Vielleicht zeichnen sich da, noch unscharf, schon die nächsten Wunderautos am Kategorienhimmel ab.
In der Bildergalerie zeigen wir, welche Modelle zu den zehn meistverkauften Allrad-SUV gehören, nennen Stärken und Schwächen und geben konkrete Kaufempfehlungen.
Bildergalerie
Allrad-SUVs: Die Top 10 im Check
Allrad-SUVs: Die Top 10 im Check
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Die zehn meistverkauften Allrad-SUVs im Überblick: AUTO TEST hat die wichtigsten Fakten zusammengestellt, nennt die Stärken und Schwächen und gibt Tipps zur besten Modell-Motor-Variante.
Bild: Tobias Kempe
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Platz 10*:Mercedes ML (seit 11/11) • Preis: ab 56.228 Euro • drei Benziner (333 bis 525 PS), zwei Diesel (204 und 257 PS) • nur 7-Stufen-Automatik • alle Motorisierungen mit Allradantrieb.
*Die Platzierungen beziehen sich auf die Zulassungszahlen (keine Test-Wertung).
Bild: Tobias Kempe
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Stärken: Sehr hoher Fahr- und Reisekomfort, gut gedämmte Motoren, viel Laderaum und hohe Zuladung, gute Verarbeitungsqualität. Schwächen: Hoher Anschaffungspreis, Basisausstattung eher dürftig, Geländetechnik nur gegen Aufpreis, Infotainmentsteuerung unübersichtlich.
Bild: Toni Bader
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Tipps: Im Luxusdampfer ML machen alle Benzinaggregate (ab 333 PS) eine gute Figur. Ob es der markante ML 63 AMG mit 525 PS sein muss, können nur Sie selbst entscheiden. Diesel: Der Vierzylinder mit nur 204 PS ...
Bild: Tobias Kempe
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... wird den meisten Ansprüchen gerecht, packt im Anhängerbetrieb auch zwei Tonnen problemlos. Mehr Fahrspaß und Klang bietet aber der V6-Diesel mit 258 PS.
Bild: Tobias Kempe
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Platz 9:Mazda CX-5 (seit 4/12, Facelift 2/14) • Preis: ab 23.990 Euro • zwei Benziner (160 und 165 PS), zwei Diesel (150 und 175 PS) • Vorder-/Allradantrieb • vier Ausstattungslinien.
Bild: Tobias Kempe
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Stärken: Exzellenter Diesel, dynamisches Fahrwerk mit gutem Abrollkomfort, knackige Handschaltung, einfache Bedienung, gute Variabilität. Schwächen: Übersichtlichkeit nach schräg hinten, Seitenhalt der Sitze, Fahrwerk anfällig für Lastwechsel, geringer Verstellbereich der Vordersitze.
Bild: Toni Bader
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Tipps: Freunde des Fremdzünders haben motorisch kaum eine Wahl – und diese wird auch noch von der Frage "Allrad oder nicht?" entschieden. Erstere Variante kommt mit fünf PS weniger Das macht aber gar nichts, ...
Bild: Tobias Kempe
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... denn der antrittsstarke 2,2-Liter-Diesel ist im CX-5 ohnehin die bessere Wahl. Nicht zu vernachlässigen ist dabei allerdings der Preisunterschied von 2100 Euro zum stärkeren Benziner.
Bild: Tobias Kempe
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Platz 8: Mercedes GLK (seit 9/08, Facelift 5/12) • Preis: ab 37.069 Euro • drei Benziner (184 bis 306 PS), vier Diesel (143 bis 265 PS) • 6-Gang-Getriebe (200, 200 CDI, 220 CDI) • Allrad nur mit 7-Stufen-Automatik.
Bild: Tobias Kempe
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Stärken: Besonders park- und rangierfreundlich, gute Übersichtlichkeit, bequemer Ein- und Ausstieg, gutes Raumgefühl. Schwächen: Nur zwei Jahre Garantie, Innenraum wenig variabel, EU6-Diesel nur bei den teureren BlueTec-Modellen, 66-Liter-Tank gegen Aufpreis.
Bild: Christian Bittmann
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Tipps: Alle drei Benziner haben genügend Kraft, um den GLK artgerecht zu bewegen. Beim mittleren (211 PS) steht Allrad zur Wahl (plus 2142 Euro), den V6 mit 306 PS gibt's nur als 4Matic. Von den vier Dieselmotoren ...
Bild: Tobias Kempe
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... erfüllen nur zwei (170/204 PS) die EU6-Norm. Der kleinere muss in der BlueTec-Variante geordert werden (1190 Euro extra). Nach Norm kommt der 265-PS-V6 mit nur 6,9 Litern aus.
Bild: Tobias Kempe
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Platz 7: BMW X5 (seit 11/13) • Preis: ab 54.050 Euro • drei Benziner (306 bis 450 PS), vier Diesel (218 bis 381 PS) • Hinter-/Allradantrieb • eine Ausstattungslinie, drei Themenpakete.
Bild: Tobias Kempe
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Stärken: Nobles Ambiente, exzellente Motoren, vielseitiges Fahrwerk, komfortabel schaltende Automatik, großer Kofferraum. Schwächen: Vergleichsweise wenig Platz im Fond, hoher Wendekreis, zweigeteilte Heckklappe nicht nach jedermanns Geschmack, hohes Preisniveau.
Bild: Toni Bader
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Tipps: Wer den X5 als Prestigeobjekt will und keine Geldsorgen hat, der greift ab März 2015 zum X5 M. Normalsterbliche fahren mit dem 35i hervorragend. Diesel: Ein Vierzylinder im X5? Ja, seit Neuestem ...
Bild: Tobias Kempe
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... ist das möglich. Muss das wirklich sein? Wir meinen: Nein, zumal der Dreiliter-Sechszylinder munter, spurtstark und zudem mit einer herrlichen Laufruhe auftritt. Die seidige Automatik rundet das Ganze ab.
Bild: Tobias Kempe
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Platz 6: BMW X1 (seit 10/09, Facelift 7/12) • Preis: ab 28.150 Euro • drei Benziner (150 bis 245 PS), fünf Diesel (116 bis 218 PS) • Allradantrieb für 2000 Euro (nicht 18i, 16d; Serie bei 28i, 25d) • drei Ausstattungslinien.
Tipps: Die Motoren des X1 stammen aus dem 1er. Für den 18i steht für 2000 Euro eine sechsstufige Automatik zur Wahl. Im 20i schalten für 2100 Euro acht Stufen, den 28i ...
Bild: Tobias Kempe
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... gibt's ausschließlich damit. Der 25d kommt immer mit Allrad, für 18d und 20d kostet xDive 2000 Euro mehr. Der 20d (163 PS) ist auch ohne Allrad zu haben und dann mit 4,5 Liter Normverbrauch sehr sparsam.
Bild: Tobias Kempe
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Platz 5:Ford Kuga (seit 3/13) • Preis: ab 24.800 Euro • zwei Benziner (150 und 182 PS), drei Diesel (120 bis 180 PS) • Vorder-/Allradantrieb • vier Ausstattungslinien.
Bild: Tobias Kempe
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Stärken: Agiles und sicheres Fahrverhalten, angenehme Einstiegshöhe, gutes Raumgefühl, sparsame und durchzugsstarke Motoren. Schwächen: Unübersichtliches Heck, viele Ausstattungselemente nur im Paket bestellbar, teils komplizierte Bedienung.
Bild: Christoph Boerries
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Tipps: Allradkunden haben ohnehin keine Wahl und werden zum 182-PS-Ecoboost gezwungen. Dazu gesellt sich die komfortabel ausgelegte 6-Gang-Doppelkupplung als Pflichtmerkmal. Bei den Selbstzündern fällt im Allradsegment ...
Bild: Tobias Kempe
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... nur der Basisdiesel mit 120 PS raus. Die beiden empfehlenswerten Leistungsstufen mit 150 oder 180 PS gibt es wahlweise mit Doppelkupplung. Meist reicht Ersterer.
Bild: Tobias Kempe
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Platz 4: Audi Q3 (seit 10/11, Facelift 12/14) • Preis: ab 29.600 Euro • drei Benziner (150 bis 220 PS), zwei Diesel (150 und 184 PS) • Allradantrieb 1950 Euro • zwei Ausstattungslinien.
Bild: Tobias Kempe
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Stärken: Gute Sitze schon in der Basisvariante, ausgeglichenes Fahrwerk, präzise Lenkung, hohe Zuladung möglich. Schwächen: Geringe Bodenfreiheit, Raumgefühl für große Menschen nur mäßig, wenig übersichtlich, hohe Ladekante, kleine Kofferraumöffnung.
Bild: Toni Bader
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Tipps: Zwei Benziner (180/220 PS) sind mit Allrad verfügbar, der größere kostet 5000 Euro mehr. Einziger Benziner mit Vorderradantrieb ist ein sparsamer 1.4 TFSI mit Zylinderabschaltung. Die beiden 2.0 TDI ...
Bild: Tobias Kempe
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... mit 150 oder 184 PS sind sowohl als Handschalter als auch mit Automatik kombinierbar. Von der 150-PS-Variante gibt es ein besonders sparsames Ultra-Modell mit Vorderradantrieb.
Bild: Tobias Kempe
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Platz 3: BMW X3 (seit 11/10, Facelift 4/14) • Preis: ab 37.600 Euro • drei Benziner (184 bis 306 PS), vier Diesel (150 bis 313 PS) • Hinter-/Allradantrieb • eine Ausstattungslinie, zwei Themenpakete.
Bild: Tobias Kempe
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Stärken: Sportlich-ausgewogenes Fahrverhalten, tolle Lenkung, gutes Raumangebot in Fond und Kofferraum, hoher Wiederverkaufswert. Schwächen: Ambitioniertes Preisniveau, unübersichtliches Heck, Raumgefühl in der ersten Reihe, teils heftige Aufpreise.
Bild: Christoph Boerries
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Tipps: Der Basis-Vierzylinder mit 184 PS reicht im Grunde völlig aus. Wer oft längere Strecken fährt, greift ohnehin zum Diesel. Für das erhabene Gefühl eines Reihensechsers muss man mindestens 54.600 Euro hinblättern. Günstiger geht das ...
Bild: Tobias Kempe
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... als Diesel: Hier startet der sechszylindrige 30d bei 51.700 Euro. Doch schon der 20d hat mit seinen 190 PS genügend Reserven für die meisten Lebenslagen.
Bild: Tobias Kempe
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Platz 2: Audi Q5 (seit 11/08 Facelift 6/12) • Preis: ab 36.500 Euro • drei Benziner (180 bis 272 PS), fünf Diesel (150–313 PS), ein Hybrid (245 PS) • 6-Gang manuell/7-Gang-Doppelkupplung/8-Stufen-Wandler • 150 PS auch 2WD.
Tipps: Alle Q5 mit Benziner haben den quattro-Allrad. 45 Mehr-PS und 30 Nm des stärkeren Zweiliters kosten 4300 Euro extra. Beide bewegen den Q5 souverän. Der V6 ist ein teures Schmankerl. Drei Vierzylinder ...
Bild: Tobias Kempe
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... und ein 3.0-V6 (258 PS) stehen in der Diesel-Abteilung zur Wahl. Der 163-PS-Zweiliter sollte es schon sein, gibt's aber nur mit S-tronic. Den 190-PS- TDI darf man noch selbst schalten. Auch der Top-Q5 (SQ5, 313 PS) dieselt.
Bild: Tobias Kempe
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Platz 1: VW Tiguan (seit 11/07, Facelift 6/11) • ab 24.975 Euro • vier Benziner (122 bis 210 PS), drei Diesel (110 bis 177 PS) • Vorder-/Allradantrieb • vier Ausstattungslinien.
Bild: Tobias Kempe
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Stärken: Ordentliches Raumangebot, gute Übersicht, präzise Lenkung, narrensichere Bedienung, hoher Wiederverkaufswert. Schwächen: Etwas in die Jahre gekommen, sehr hohe Ladekante, nicht immer komfortabel federndes Fahrwerk.
Bild: Roman Raetzke
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Tipps: Wer den Tiguan mit Benziner ordert, fährt tendenziell selten Langstrecke. Daher reicht die Motorvariante mit 160 PS locker aus – zumal es den 122-PS-1.4er nicht mit Allrad gibt. Diesel: Allradkunden greifen größtenteils ...
Bild: Tobias Kempe
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... zur Allzweckwaffe 2.0 TDI mit 140 PS, wobei dieser im schweren Tiguan schnell zugeschnürt wirkt. Die 177-PS-Version geht souveräner, ist aber 1200 Euro teurer.